Beschäftigung wächst: +112'000 Stellen in der Schweiz (Grenzgänger-Leitfaden)

Im Q2 2025 beschäftigte er 5,7 Millionen (+2% pro Jahr). Dienste beschleunigen (+2,2%), Tessin bremst (-0,7%). 98'700 freie Plätze, aber schwierig, Fachkräfte zu rekrutieren.
Kontext
In Kürze
- Im Q2 2025 Besetzung mit 5,7 Millionen Stellen (+2% p.a.)
- Wachstum von 111'800 neuen Stellen in einem Jahr (+0,5% vierteljährlich)
- Schleppdienstsektor: +98'700 Beschäftigte (+2,2%)
- Tessin bremst (-0,7%), Ostschweiz wächst (+1,3%)
Eckdaten
- Was: Nationale und regionale Beschäftigungsbilanz für Q2 2025
- Wann: Zweites Quartal 2025, heute veröffentlichte BfS-Daten (Keystone-ATS)
- Wo: Schweiz (5,7 Millionen Plätze), Tessin (255'600), Ostschweiz (704'600)
- Wer: Bundesamt für Statistik (BfS), Schweizer Unternehmen
- Betrag: 111'800 neue Stellen in einem Jahr; Jahreszins +2,0%
Der Schweizer Arbeitsmarkt beschleunigt sich nach einer Abschwächung. Im zweiten Quartal 2025 erreichten die Arbeitsplätze 5,7 Millionen, was einem Anstieg von 0,5% gegenüber den drei Vormonaten (saisonbereinigt) und 2,0% gegenüber dem Vorjahr entspricht. In absoluten Zahlen bedeutet dies 111'800 zusätzliche Arbeitsplätze in zwölf Monaten, so die heute vom Bundesamt für Statistik (BfS) veröffentlichten Daten.
Das Wachstum betrifft alle Sektoren, jedoch mit sehr unterschiedlicher Dynamik. Der Dienstleistungssektor ist die treibende Lokomotive: +2,2% pro Jahr, was 98'700 neuen Arbeitsplätzen auf einer Basis von insgesamt 4,6 Millionen entspricht. Auch der sekundäre Sektor (Industrie, Bauwesen, verarbeitendes Gewerbe) trägt, wenn auch bescheidener, bei: +1,2% für 13'100 zusätzliche Stellen, was insgesamt 1,1 Millionen Beschäftigten entspricht. Die Dienstleistungen absorbieren praktisch alle neu geschaffenen Arbeitsplätze.
Tessin bremst,
Operative Details
# Ein angespannter Arbeitsmarkt
Doch die Beschäftigten erzählen nicht die ganze Geschichte. Die Unternehmen melden 98'700 freie Stellen, 2,7% mehr als im Vorjahresquartal. Obwohl sie nur 1,7% der Gesamtbeschäftigung in der Schweiz ausmachen, enthüllen diese Lücken eine komplexere Realität: Qualifiziertes Personal zu finden, wird in einer Wirtschaft, die einstellt, immer schwieriger.
33,9 Prozent der Unternehmen (nach Stellenzahl gewichteter Anteil) meldeten Schwierigkeiten bei der Rekrutierung von Fachkräften — ein Plus von 0,4 Prozentpunkten gegenüber dem Vorquartal. Das bedeutet, dass fast jedes dritte Unternehmen darum kämpft, Positionen zu besetzen, die spezifische Fähigkeiten, Zertifizierungen, Sprachen oder technische Erfahrung erfordern. Dieses Phänomen ist nicht neu, beschleunigt sich aber Quartal für Quartal.
In einem Umfeld, in dem die Arbeitslosigkeit niedrig bleibt und sich der Wettbewerb um Talente verschärft, sehen die Unternehmen den Handlungsspielraum schrumpfen. Diejenigen, die über gesuchte Fähigkeiten verfügen — Ingenieurwesen, Gesundheitswesen, IKT, Fachberufe, Sprachen — genießen eine zunehmende vertragliche Hebelwirkung und können es sich leisten, Gehalt, Stundenpläne und Leistungen auszuhandeln. Insbesondere kleine und mittlere Unternehmen weisen auf die größten Schwierigkeiten hin.
Die Aussichten bleiben positiv, aber vorsichtig
Die vom BfS-Einsatzbarometer befragten Unternehmen halten an einem gemessenen Optimismus fest. Im zweiten Quartal waren 11,3% der Beschäftigung (in Bezug auf die Stellen) bei Unternehmen, die ihre Mitarbeiterzahlen erhöhen wollten.
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Wichtige Punkte
Wie man sich auf dem Markt orientiert
Für Jobsuchende sagen die UST-Daten klar: Die Türen öffnen sich, aber nicht für alle. Das Wachstum von 1,7% bei der Zahl der offenen Stellen gegenüber der Gesamtbeschäftigung ist noch bescheiden — es gibt keine Explosion von undiskriminiertem Angebot. Wer aber über geforderte Kompetenzen verfügt (technische Spezialisierungen, Sprachen, berufliche Zertifizierungen), findet mehr Leichtigkeit und Optionen.
Der erste Schritt besteht darin, das eigene Profil zu identifizieren und es gegen die expandierenden Sektoren abzubilden. Der Dienstleistungssektor (Handel, Tourismus, Finanzen, Gesundheit, Bildung, ICT) absorbiert das meiste Wachstum: +98'700 Beschäftigte in einem Jahr. Der sekundäre Sektor verlangsamt sich zwar, sucht aber weiterhin qualifizierte Fachleute. Die Konsultation nationaler Jobanzeigen-Datenbanken ermöglicht es, in Echtzeit zu überprüfen, wie viele offene Stellen Ihr Profil suchen und wie wettbewerbsfähig es pro Kanton ist (Tessin, Zentralschweiz, Hochland).
Fristen und operative Schritte
Es gibt keine starren Verwaltungsfristen für die Jobsuche an sich, aber es gibt praktische Vorsichtsmaßnahmen. Wenn Sie arbeitslos sind, registrieren Sie sich sofort beim regionalen Arbeitsamt — im Tessin ist es das Arbeitsvermittlungsamt der Wirtschaftsabteilung. Dies vernetzt Sie mit Unternehmen, die aktiv suchen, und ermöglicht es Ihnen, Benachrichtigungen über offene Positionen in Ihren Interessensbereichen zu erhalten.
Überprüfen Sie Ihr Basislohnprofil mit unserem Rechner, um zu verstehen, welches Gehalt in Ihrem Sektor und Kanton realistisch ist. Das Tessin hat andere Lebenshaltungskosten als die Zentralschweiz — dies spart Sie davor, sich zu unterbewerben oder unrealistische Ansprüche geltend zu machen.
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Häufig gestellte Fragen
- Wie viele neue Arbeitsplätze wurden im Q2 2025 in der Schweiz geschaffen?
- Gemäss BfS 111'800 zusätzliche Stellen in einem Jahr (Q2 2024 → Q2 2025). Im Quartal betrug der Anstieg 0,5% saisonbereinigt. Im Jahresvergleich erreichte das Gesamtwachstum 2,0%. Die Gesamtzahl der Beschäftigten beläuft sich auf 5,7 Millionen.
- Folgt das Tessin dem nationalen Trend des Beschäftigungswachstums?
- Nein, ganz im Gegenteil. Während die Schweiz wächst (+2,0% pro Jahr), verzeichnet das Tessin -0,7% gegenüber dem gleichen Quartal 2024. Im Quartal ist der Tessiner Wert leicht positiv (+0,8%), aber auf Jahresbasis bremst der Kanton. Im Vergleich dazu wächst die Ostschweiz (inkl. Graubünden) jährlich um +1,3%.
- Welche Branchen profitieren am meisten vom Wachstum?
- Die Dienstleistungen dominieren mit +2,2% pro Jahr und fügen 98'700 neue Stellen auf einer Basis von insgesamt 4,6 Millionen hinzu. Der sekundäre Sektor (Industrie, Bau) wächst langsamer: +1,2% (+13'100 Stellen, insgesamt 1,1 Millionen). Rund 88% der neu geschaffenen Stellen entfallen auf die Dienstleistungen.
- Wie schwer ist es, 2025 in der Schweiz Facharbeit zu finden?
- 33,9% der Unternehmen berichten von Schwierigkeiten bei der Rekrutierung von Fachkräften (gewichteter Anteil an Arbeitsplätzen). Hinzu kommt ein Plus von 0,4 Prozentpunkten gegenüber dem Vorquartal. Es gibt 98'700 freie Stellen (+2,7% pro Jahr), aber sie erfordern meist spezifische Qualifikationen, Sprachen oder Zertifizierungen.
- Sind die Einstellungsaussichten für das nächste Quartal positiv?
- Laut BfS-Einsatzbarometer ja, aber mit Vorsicht. 11,3% der Beschäftigten arbeiten in Unternehmen, die in der nächsten Zeit ihre Mitarbeiterzahl erhöhen wollen (vor drei Monaten waren es 11,1%). 3,9% arbeiten in Unternehmen, die Mitarbeiter abbauen (weniger als 4,8% vor einem Quartal). Kein Boom, kein Einsturz — Stabilität mit Vorsicht.
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