Bally, schon wieder ein Staff-Schnitt in Caslano (Grenzgänger-Leitfaden)

Regent LP streicht 25 Verwaltungsstellen in Bally Caslano. Mitarbeiter sinken von ~100 auf 54. Laufend vereinbart, Verluste 60,5 Mio. im Jahr 2024.
Kontext
In Kürze
- Regent LP streicht 25 Verwaltungsstellen in Bally Caslano
- Mitarbeiter von ~100 (Juni 2024) bis 54 heute, seit Monaten im Stillstand
- Verluste: -60,5M (2024), -27,7M (2025); Käufer-Suche läuft
Eckdaten
- Was: Massenentlassung von 25 Beschäftigten im Verwaltungsbereich
- Wann: Von der Transliq AG angekündigt (Konkordatsverfahren läuft)
- Wo: Caslano, Bally-Werk im Tessin
- Wer: Regent LP (Eigentümerin seit August 2024), Transliq AG (Beklagte)
- Mitarbeiter: 100 im Juni 2024 → 54 heute im Werk
- Nettoverlust 2024: -60,5 Mio. CHF (EBITDA)
- Tätigkeit: Produktion steht seit Monaten still; Verkaufsprozess läuft
Regent LP, der amerikanische Fonds, der Bally im August 2024 übernommen hat, verkleinert weiterhin die Belegschaft der historischen Luxusschuhmarke. Die Transliq AG, die für das konkordatorische Moratorium zuständig ist, kündigte eine mögliche neue Massenentlassung an, an der 25 Mitarbeiter des Verwaltungsbereichs von Caslano beteiligt sein würden. Ein Verfahren, das vielleicht nicht das letzte ist: In weniger als zwei Jahren verzeichnete Bally Massenentlassungen, Ladenschließungen und zwei gescheiterte Versuche, die Marke zu erwerben.
Der Personalabbau war drastisch. Von den rund 100 im Juni 2024 anwesenden Mitarbeitern verbleiben heute 54 im Werk. Ein Dutzend arbeitet noch in Schweizer Filialen. Vor der Ankunft von Regent LP beschäftigte Bally in der Schweiz insgesamt 169 Mitarbeiter.
Operative Details
# Auswirkungen auf den Schweizer Arbeitsmarkt
Die Bally-Krise spiegelt eine breitere Herausforderung für den Schweizer Arbeitsmarkt wider: die Anfälligkeit traditioneller Unternehmen gegenüber globalen Veränderungen in der Luxus- und Fertigungsbranche. Mit 54 im Werk Caslano verbliebenen und weiteren 25 potenziell gefährdeten Mitarbeitern geht es direkt um die Arbeitslosigkeit im Kanton Tessin und das Beschäftigungsgebiet im Raum Lugano.
Das laufende Nachlassverfahren ist ein Instrument des Schweizerischen Obligationenrechts, das es einem Unternehmen ermöglicht, eine Lösung zur Vermeidung eines Konkurses auszuhandeln. In diesem Fall handelt die Transliq AG als Verwalter des Moratoriums und versucht, einen Käufer zu finden, der bereit ist, die operative Tätigkeit wieder aufzunehmen. Das bedeutet, dass theoretisch Arbeitsplätze gerettet werden könnten, wenn der Verkauf erfolgreich ist. Die Tatsache, dass die Marke nicht in der Transaktion enthalten ist, schafft jedoch Unsicherheit: Ein Käufer könnte nur die Produktion von Schuhen für Dritte wieder aufnehmen, ohne das Prestige und den Mehrwert der historischen Marke Bally.
Was bedeutet das für die Mitarbeiter
Für die derzeit 54 Mitarbeiter des Werks ist die Situation prekär. Eine weitere Massenentlassung von 25 Personen würde nach schweizerischem Bundesrecht besondere Verfahren nach sich ziehen: mindestens 30 Tage Vorankündigung, Rücksprache mit den Arbeitnehmern und Meldung an die zuständige Behörde (Seco).
Nützliche Tools für die Planung
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Wichtige Punkte
Rechte und Ressourcen für die Mitarbeiter
Die von den kollektiven Kündigungen bei Bally betroffenen Mitarbeiter haben spezifische Rechte gemäß dem Schweizer Recht. Zunächst müssen sie eine schriftliche Kündigungsfrist von mindestens 30 Tagen für gewöhnliche Kündigungen (oder die vertraglich vereinbarte Dauer, wenn diese länger ist) erhalten. Im Falle einer kollektiven Kündigung (die ≥10 Personen innerhalb von 30 Tagen betrifft), muss das Unternehmen den Arbeitsdienst des Kantons Tessin benachrichtigen und die betroffenen Mitarbeiter, gegebenenfalls über ihre Gewerkschaftsvertreter, konsultieren.
Sobald das Arbeitsverhältnis endet, können die Mitarbeiter eine Arbeitslosenentschädigung beim kantonalen Arbeitsamt des Tessin beantragen. Die Arbeitslosenversicherung (ALV) deckt in der Regel bis zu 150 Tage Entschädigung (erweiterbar für Mitarbeiter über 55 Jahre). Der Betrag der Entschädigung variiert je nach vorherigem Gehalt und stellt einen grundlegenden Schutz während des Übergangs dar.
Zudem bieten der Kanton Tessin und das SECO konkrete Unterstützung bei der aktiven Jobsuche: Berufsberatung, Umschulungskurse, Unterstützung bei der Erstellung des Lebenslaufs und bei der Bewerbung. Die Mitarbeiter von Caslano sollten das regionale Arbeitsamt des Tessin unverzüglich kontaktieren, um auf diese Dienstleistungen zugreifen und den Weg zur Suche nach neuen Möglichkeiten beginnen zu können.
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Häufig gestellte Fragen
- Was bedeutet „Konkordatsmoratorium“ im Bally-Kontext?
- In der Schweiz ist das Nachlassmoratorium ein im Obligationenrecht (OR) vorgesehenes Verfahren, das es einem Unternehmen in finanziellen Schwierigkeiten ermöglicht, mit den Gläubigern zu verhandeln, um Konkurs zu vermeiden. Ein externes Gremium (Auftragnehmer) steuert die Lösungssuche, wie den Verkauf des operativen Geschäfts oder eine Restrukturierung. Im Fall von Bally wurde die Transliq AG beauftragt, dieses Verfahren durchzuführen und einen Käufer für das Werk in Caslano zu suchen, mit dem Z
- Welche Rechte haben die Mitarbeiter von Bally im Falle einer Massenentlassung?
- Bei Massenentlassungen (≥10 Beschäftigte in 30 Tagen) in der Schweiz müssen besondere Verfahren eingehalten werden: Das Unternehmen muss mindestens 30 Tage im Voraus schriftlich darüber informieren, die betroffenen Beschäftigten konsultieren (ggf. über Gewerkschaften) und das SECO und die kantonalen Behörden benachrichtigen. Die Arbeitnehmer haben Anspruch auf Arbeitslosengeld (ALV/AC, bis zu 150 Tage), Unterstützung bei der Arbeitssuche durch den Kanton und Zugang zu Umschulungskursen. Der Kant
- Wie ist die aktuelle finanzielle Situation von Bally?
- Bally meldete 2023 ein positives EBITDA von CHF 43,5 Mio. Im Jahr 2024 sank das Ergebnis auf -60,5 Mio. CHF. Im Jahr 2025 sanken die Verluste auf -27,7 Mio. CHF, der operative Cashflow bleibt aber mit -16,45 Mio. CHF negativ. Diese Daten zeigen, dass die Marke trotz Personalabbau weiterhin unter strukturellen Schwierigkeiten leidet. Die Produktion in Caslano ist seit Monaten stillgelegt.
- Wie können Bally-Mitarbeiter neue Beschäftigungsmöglichkeiten finden?
- Entlassene Arbeitnehmer sollten sich zunächst beim Arbeitsamt des Kantons Tessin registrieren lassen, um Zugang zur ALV-Zulage und den Unterstützungsleistungen zu erhalten. Der Kanton Tessin und das SECO bieten Berufsberatung, Umschulungskurse und Weiterbildungsstipendien an. Stellenanzeigen im Tessin und den angrenzenden Gebieten sind über die offiziellen Portale abrufbar. Es ist ratsam, sich an das regionale Arbeitsamt des Tessins zu wenden, um eine persönliche Beratung zur Umschulung zu erhal