Vorsorge Schweiz: Rekord-Raiffeisen-Barometer mit 725 Punkten (Grenzgänger-Leitfaden)

Raiffeisen- und ZHAW-Vorsorgebarometer in der Schweiz

Das Raiffeisen- und ZHAW-Barometer erreicht mit 725 Punkten den Rekord. Säule 3a wächst auf 79%, aber die AHV-Finanzierung bleibt unsicher.

Kontext

Auf einen Blick

  • Raiffeisen- und ZHAW-Barometer bei 725 Punkten
  • Finanzierung der 1. Säule und AHV bereitet Sorgen
  • 39% befürchten, dass die AHV die Kosten nicht deckt
  • Säule 3a erreicht neuen Höchstwert von 79%

Die wichtigsten Fakten

  • Herausgeber: Raiffeisen und ZHAW
  • Barometerwert: 725 von 1000 Punkten
  • Anstieg: plus 28 Punkte im Vergleich zum Vorjahr
  • Ausgangswert 2018: 587 Punkte
  • Umfragestichprobe: über 1000 Personen im Alter von 18 bis 65 Jahren
  • AHV-Sorge: 39% der Befragten
  • Quote Säule 3a: 79% der Bevölkerung
  • Kenntnis der neuen Regelung für die Säule 3a: 63% der Befragten
  • Nachzahlung: 5% der Befragten

Operative Details

Neben den Bedenken hinsichtlich der finanziellen Nachhaltigkeit der ersten Säule und der zuständigen öffentlichen Hand zeigen die Umfragedaten einen wachsenden Trend zur freiwilligen individuellen Vorsorgeersparnis. Immer mehr Menschen legen für das Alter Geld zurück, und der Anteil der Befragten, die eine Säule 3a besitzen oder speisen, hat den neuen Höchststand von neunundsiebzig Prozent erreicht. Ein zusätzlicher Impuls für diese Form des privaten Sparens könnte von der Möglichkeit ausgegangen sein, die Anfang zweitausendsechsundzwanzig eingeführt wurde, Beitragslücken im Segment der dritten Säule rückwirkend zu schliessen. Das Potenzial in diesem Bereich bleibt jedoch innerhalb der erwerbstätigen Bevölkerung gross. 63 % kennen die neu eingeführte Regel, aber nur 5 % haben tatsächlich eine Ergänzungszahlung geleistet, um die ungedeckten Zeiträume zu schliessen. Diese Diskrepanz zwischen der theoretischen Kenntnis der Norm und ihrer konkreten Anwendung verdeutlicht, dass die individuelle Finanzplanung Ressourcen und genaue Abwägungen seitens der einzelnen Steuerzahler erfordert. Ein weiterer häufig genannter Wunsch, der jedoch für viele Arbeitnehmer besonders schwer zu verwirklichen ist, ist die Frühpensionierung, die oft eher ein Wunsch als eine konkrete Realität bleibt. Mehr als die Hälfte der Personen im Alter zwischen einundfünfzig und fünfundsechzig Jahren möchte die Arbeitswelt vor dem ordentlichen Rentenalter verlassen, aber gleichzeitig hält es fast ein Drittel aufgrund der wirtschaftlichen Bedingungen und der Voraussetzungen zur langfristigen Finanzierung der Rente für unmöglich, diesen Traum zu verwirklichen. Die Finanzierung einer Frühpensionierung wird für zukünftige Generationen aufgrund sinkender Umwandlungssätze, höherer Lebenserwartung und immer weniger linearer Erwerbsbiografien noch anspruchsvoller werden, wie Experten des Forschungsinstituts warnen. Infolgedessen gewinnt auch ein eventuell längerer Verbleib in der Schweizer Berufswelt an Bedeutung. Für rund zwei Drittel der befragten Stichprobe wäre es grundsätzlich denkbar, länger zu arbeiten, aber für die Meisten ist diese Option nur punktuell oder in Teilzeit machbar, womit Einkommensbedürfnisse mit der Tragfähigkeit des Arbeitseinsatzes im Alter in Einklang gebracht werden.

Wichtige Punkte

Die Komplexität des Vorsorgesystems erfordert eine sorgfältige Analyse der verfügbaren Optionen für diejenigen, die in der Schweiz arbeiten oder arbeiten wollen, unter Berücksichtigung der Fristen und Regeln für obligatorische und freiwillige Beiträge. Die vom Raiffeisen-Barometer hervorgehobene Dynamik bietet konkrete Denkanstöße für diejenigen, die ihre Vorsorgeposition zwischen der ersten, zweiten und dritten Säule verwalten müssen, indem sie die Sparperspektiven und die durch die jüngste Gesetzgebung eingeführten zusätzlichen Einzahlungsoptionen sorgfältig abwägen. Um Ihre Rückstellungen effektiv zu planen und die Auswirkungen der Beiträge auf die zukünftige Altersrente zu überprüfen, empfiehlt es sich, die online verfügbaren Berechnungs- und Simulationstools zu nutzen. Wer seine Situation in Bezug auf freiwillige Einzahlungen in die Säule 3a vertiefen oder die Auswirkungen von Vorsorgebeiträgen auf seine Lohnabrechnung berechnen möchte, kann auf entsprechende Informationsmittel zurückgreifen. Für eine umfassende Einschätzung Ihrer wirtschaftlichen Lage und um die Rendite Ihrer Vorsorgeersparnisse genau abzuschätzen, empfehlen wir die Verwendung des calcolatore fiscale zur Analyse von Netto und Steuern.

Quelle: swissinfo.ch

Häufig gestellte Fragen
Was ist der aktuelle Wert des Raiffeisen- und ZHAW-Barometers?
Das von Raiffeisen gemeinsam mit der ZHAW, Zürcher Fachhochschule für Angewandte Wissenschaften, erstellte Barometer erreichte siebenhundertfünfundzwanzig von maximal tausend Punkten, ein Plus von achtundzwanzig Punkten gegenüber dem Vorjahr. In der ersten Erhebung des Jahres zweitausendachtzehn betrug der Wert fünfhundertsiebenundachtzig Punkte und markierte damit den höchsten Stand seit Beginn der von den Projektträgern durchgeführten Untersuchungen.
Was sind die grössten Sorgen der Bevölkerung um die Vorsorge?
Die Befragung von über 1 '000 Personen im Alter zwischen 18 und 65 Jahren zeigt, dass die grösste Sorge die langfristige Finanzierung der ersten Säule betrifft. Neununddreißig Prozent der Befragten befürchten, dass die AHV ihre Ausgaben in Zukunft nicht mehr decken kann, was auf eine weitverbreitete Sorge um die Stabilität der öffentlichen Grundrentenleistungen hinweist.
Wie bewegt sich die Bevölkerung in Bezug auf die Säule 3a und die Einzahlungen?
Der Anteil der Befragten, die eine Säule 3a besitzen oder ernähren, hat mit neunundsiebzig Prozent einen neuen Höchststand erreicht. Obwohl dreiundsechzig Prozent die zu Beginn des Jahres zweitausendsechsundzwanzig eingeführte neue Regel kennen, die es ermöglicht, Beitragslücken im Segment der dritten Säule nachträglich zu schließen, haben nur fünf Prozent der Stichprobe tatsächlich eine Ergänzungszahlung geleistet, um die ungedeckten Zeiträume zu decken.

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