Vermietungen im Tessin rückläufig: Rückgang der Inserate um 10,9% (Grenzgänger-Leitfaden)

Blick auf Wohngebäude und den Luganersee im Tessin

Erstmals sinken die Mieten in der Schweiz. Im Tessin beträgt der Rückgang 10,9% mit einem Durchschnitt von 1'501 Franken.

Kontext

Auf einen Blick

  • Rückgang der Angebotsmieten in der Schweiz um 1,7%
  • Verzeichneter Rückgang von 10,9% im Tessin
  • Leerwohnungszurechnung von 1,92%
  • Berichtsdatum: 15. Sept. 2026
  • Institut: Swiss Real Estate Institute
  • Durchschnittsmiete Tessin: 1’501 Franken
  • Teuerste Gemeinde: Collina d’Oro 2’400 Franken
  • Günstigste Gemeinde: Bodio 990 Franken

Erstmals seit der Periode 2019/20 verzeichneten die Angebotsmieten in der Schweiz zwischen Juli 2025 und demselben Monat im Jahr 2026 einen durchschnittlichen Rückgang von 1,7%. Diese Analyse geht aus der neuesten Rental Home Market Price Analysis des Swiss Real Estate Institute hervor, die für newhome erstellt wurde und auf den auf den wichtigsten Schweizer Immobilienportalen veröffentlichten Daten basiert. Der Immobilienmarkt durchläuft eine Phase tiefgreifender Entwicklung, in der sich die Dynamik zwischen Angebot und Nachfrage je nach Region und Wohnhaustyp auf dem Bundesgebiet unterschiedlich widerspiegelt.

Die nationale und regionale Übersicht

Der markanteste Rückgang auf nationaler Ebene ist im Kanton Tessin zu beobachten, wo die Angebotsmieten um 10,9% gesunken sind und sich auf einen Durchschnittswert von 1’501 Franken pro Monat belaufen. Es folgen der Kanton Zürich mit einem Rückgang von 3,3% und das Espace Mittelland mit einem Rückgang von 0,9%. Entgegen diesem Trend verzeichnete die Zentralschweiz einen Mietpreisanstieg von 2,3%, während die Ostschweiz ein Plus von 1,4% verzeichnete. Zürich bestätigt sich fest als die teuerste Region der gesamten Eidgenossenschaft mit einer durchschnittlichen monatlichen Nettomiete von 2’340 Franken, während das Espace Mittelland mit 1’452 Franken pro Monat für Mieter das günstigste Gebiet bleibt.

Operative Details

Der Tessiner Immobilienmarkt hebt sich in der Schweizer Landschaft deutlich ab, und zwar nicht nur wegen des starken Preisrückgangs bei den Inseraten, sondern auch wegen der Besonderheit der Daten zu den bestehenden Immobilien. Die Miete für Bestandsimmobilien im Tessin beläuft sich auf 1'245 Franken, womit sie die niedrigste unter allen sechs national analysierten Regionen ist und 16% unter dem Schweizer Gesamtdurchschnitt liegt. Parallel dazu übersteigt die Miete für angebotene Immobilien diejenige der bereits bestehenden Immobilien um 17%, was eine beträchtliche Kluft zwischen den laufenden Mietverträgen und den auf Immobilienportalen veröffentlichten neuen Angeboten verdeutlicht.

Preisunterschiede in den Gemeinden und bei den WohnungsTypen

Die teuersten Tessiner Gemeinden bleiben historisch gesehen jene in der Umgebung des Luganersees, obwohl die aktuellen Preise spürbar niedriger als in der Vergangenheit sind. Collina d'Oro führt die Kantonsrangliste mit einem Durchschnittswert von 2'400 Franken an, gefolgt von Morcote mit 2'300 Franken und Paradiso mit 1'900 Franken. Am anderen Ende der Rangliste, unter den günstigsten Gemeinden des Tessiner Gebiets, stechen Bodio mit 990 Franken, Balerna mit 1'020 Franken und Chiasso mit 1'040 Franken pro Monat hervor.

Wichtige Punkte

Trotz des Preisrückgangs in den letzten Monaten weist der Kanton Tessin nach wie vor die höchste Leerstandsquote der gesamten Schweiz auf und liegt bei 1,92 Prozent, was fast dem Doppelten des nationalen Durchschnitts von 1,00 Prozent entspricht. Der aktuelle Wert ist jedoch im Vergleich zum Höchststand im Jahr 2021 rückläufig, was ein klares Zeichen dafür ist, dass die schrittweise Ausweitung des Angebots die Nachfrage auf dem Tessiner Markt langsam, aber stetig absorbiert.

Investitionsdynamik und Marktperspektiven

Die erhobenen Daten widerlegen einige weit verbreitete Überzeugungen von Marktakteuren bezüglich der Anlagestrategien von Investoren. Professor Peter Ilg, Leiter des Swiss Real Estate Institute, erklärt, wie die Entwicklung in der Region Zürich kategorisch die Vorstellung widerlegt, dass Eigentümer und Investoren es vorziehen, Wohnungen leer stehen zu lassen, anstatt die Mieten zu senken. In den letzten drei untersuchten Perioden wurden immer mehr Immobilienanzeigen veröffentlicht, und gleichzeitig sind die Mieten gesunken. Hätten Investoren die Wohnungen angehäuft und sie bewusst leer stehen lassen, wäre das Volumen der leeren Einheiten noch weiter gewachsen.

Für Grenzgänger oder Personen, die im Tessin arbeiten und die Wohnungsoptionen auf dem lokalen Markt prüfen, ist die ständige Überwachung der Mietpreisschwankungen und der Entwicklung der Leerstandsquote ein wesentlicher Schritt zur Einschätzung des eigenen Wohnbudgets. Vor einer Entscheidung über einen Umzug oder eine Mietvertragsverhandlung empfiehlt sich eine sorgfältige Prüfung der eigenen Gesamtbilanz. Für eine detaillierte Analyse Ihres Nettoeinkommens und zur Berechnung der Auswirkungen von Ausgaben und Steuerabzügen können Sie den online verfügbaren Steuerrechner nutzen.

Quelle: tio.ch

Häufig gestellte Fragen
Wie hoch ist der Mietzinsrückgang im Tessin?
Im Kanton Tessin sanken die angebotenen Mieten zwischen Juli 2025 und dem gleichen Monat 2026 um 10,9% auf durchschnittlich 1'501 Franken pro Monat, so die Analyse des Swiss Real Estate Institute for newhome. Der Rückgang spiegelt einen sich entwickelnden Markt mit einer Zunahme des Immobilienangebots in verschiedenen Arten von Gemeinden und Häusern wider.
Welches sind die teuersten und günstigsten Tessiner Gemeinden für Mieten?
Die teuersten Tessiner Gemeinden befinden sich rund um den Luganersee. Collina d 'Oro führt die kantonale Rangliste mit einem Durchschnittswert von 2' 400 Franken an, gefolgt von Morcote mit 2 '300 Franken und Paradiso mit 1' 900 Franken. Zu den günstigsten Gemeinden zählen Bodio mit 990 Franken, Balerna mit 1 '020 Franken und Chiasso mit 1' 040 Franken pro Monat.
Wie sieht es mit der Leerstandsquote im Tessin aus?
Trotz des Preisrückgangs in den letzten Monaten weist der Kanton Tessin mit 1,92% weiterhin die schweizweit höchste Leerstandsquote auf, fast doppelt so viel wie der Landesdurchschnitt von 1,00%. Diese Zahl ist jedoch rückläufig gegenüber dem Höchststand im Jahr 2021.

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