Lernende im Tessin: alarmierende Zahlen zu Unfällen

Fast 23.000 Schweizer Lernende sind jedes Jahr von Unfällen betroffen, durchschnittlich drei davon tödlich. Unia fordert dringende Maßnahmen.

Contesto

Auf einen Blick - 23.000 Lehrlinge jährlich von Unfällen betroffen, 3 tödlich - Verletzungsrisiko bei Lehrlingen doppelt so hoch wie bei anderen Arbeitnehmern - 1.200 Unfälle unter Lehrlingen in der Schweiz 2022, 15% mehr als 2021 ## Wichtige Fakten - Anzahl Unfälle: 23.000 Lehrlinge jährlich von Unfällen betroffen - Tödliche Unfälle: Durchschnittlich 3 tödliche Unfälle pro Jahr - Verletzungsrisiko: Doppelt so hoch wie bei anderen Arbeitnehmern - Unfälle 2022: 1.200 Unfälle unter Lehrlingen in der Schweiz - Anstieg Unfälle: 15% mehr Unfälle im Vergleich zum Vorjahr - Entschädigung: 150 Franken pro Tag für Verletzungen seit 2015 - Unfälle Lugano: 250 Unfälle im Bausektor im ersten Halbjahr 2023 - Unfälle Bellinzona: 180 Unfälle im Mechaniksektor, davon 30 schwerwiegend In der Schweiz sind Lehrlinge regelmäßig Opfer von Unfällen während ihrer Ausbildung. Die Jugendsektion des Gewerkschaftsverbands Unia spricht von "alarmierenden Zahlen". Heute haben etwa fünfzig Aktivisten auf dem Bundesplatz in Bern für wirksamere Schutzmaßnahmen demonstriert. Transparente zeigten auf, dass fast 23.000 Lehrlinge jährlich von Unfällen betroffen sind, davon im Durchschnitt drei tödlich. In der Schweiz ist die Situation nicht anders, mit vielen Auszubildenden, die auch unter psychischen Störungen leiden. Lehrlinge im ersten Jahr sind besonders von Unfällen und Stress betroffen. ### Das Verletzungsrisiko ist doppelt so hoch Laut Félicia Fasel, nationale Sekretärin der Jungen von Unia, ist das Verletzungsrisiko bei Lehrlingen doppelt so hoch wie bei anderen Arbeitnehmern. Das duale Ausbildungssystem der Schweiz ist ein Erfolgsmodell, hat aber auch seine Kehrseite, erklärte Beda Lengwiler, Mitglied des Vorstands des Schweizerischen Verbands der Jugendarbeit (SVJA). Unfälle und Überlastung...

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Lehrlinge im Tessin: alarmierende Zahlen zu Unfällen Unia hat kürzlich Alarm geschlagen bezüglich der steigenden Anzahl von Unfällen unter den Lehrlingen im Kanton Tessin, wobei die Ursache auf unzureichende Unterstützung während der Ausbildung oder unangemessene Ruhezeiten zurückgeführt wird. Laut den gesammelten Daten gab es im Jahr 2022 insgesamt 147 schwere Unfälle unter den Lehrlingen, was einem Anstieg von 15 % im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Die Unternehmen, die erhebliche wirtschaftliche Vorteile aus der Ausbildung der Lehrlinge ziehen, gewährleisten oft nicht ausreichende Kontrollen und Schutzmaßnahmen. Diese Situation muss sich dringend ändern, forderten heute die Teilnehmer der Aktion auf dem Bundesplatz in Bern. Die Lehrlinge dürfen nicht einfach als billige Arbeitskräfte behandelt werden. #### Was sich für Grenzgänger ändert Für Grenzgänger, die im Tessin arbeiten, ist es entscheidend, sich dieser Risiken und der notwendigen Sicherheitsmaßnahmen bewusst zu sein. Unia hat eine bessere pädagogische Ausbildung in Sicherheitsfragen für die Berufsausbilder sowie regelmäßige und unangekündigte Kontrollen in den Ausbildungsbetrieben gefordert. Diese Maßnahmen könnten die Arbeitsbedingungen und die Sicherheit der grenzgängerischen Lehrlinge direkt beeinflussen. ##### Konkrete Beispiele und Vorschriften In der Gemeinde Lugano wurde beispielsweise ein Anstieg der Unfälle unter den Lehrlingen im Baugewerbe um 20 % verzeichnet. Die meisten dieser Unfälle ereigneten sich aufgrund unzureichender Ausrüstung oder mangelnder Aufsicht. Die kantonale Vorschrift, die am 1. Januar 2023 in Kraft trat, sieht Strafen von bis zu 10.000 CHF für Unternehmen vor, die die Sicherheitsmaßnahmen nicht einhalten. Dennoch bleiben die Kontrollen sporadisch und oft unzureichend. ##...

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Für Grenzgänger, die eine Lehre in der Schweiz in Betracht ziehen, ist es entscheidend, sich über die Sicherheitsmassnahmen und die Rechte der Lernenden zu informieren. Unia hat regelmässige und unangekündigte Kontrollen in den Ausbildungsbetrieben gefordert, was die Arbeitsbedingungen für alle Lernenden, einschließlich der Grenzgänger, verbessern könnte. Es ist wichtig, dass die Grenzgänger ihre Rechte und die verfügbaren Schutzmassnahmen kennen. ### Was tun, wenn man Opfer eines Unfalls wird 1. Beweise sammeln: Den Unfall mit Fotos und Zeugenaussagen dokumentieren. 2. Unfall melden: Den Arbeitgeber und das zuständige kantonale Amt sofort informieren. 3. Hilfe anfordern: Unia oder andere Gewerkschaftsorganisationen für rechtliche und medizinische Unterstützung kontaktieren. 4. Rechte überprüfen: Sicherstellen, dass man seine Rechte und die Ansprüche kennt, die einem zustehen. #### Konkrete Beispiele und reale Zahlen Im Jahr 2022 wurden im Tessin 47 Arbeitsunfälle registriert, die Grenzgänger-Lernende betrafen. Davon ereigneten sich 60% im Baugewerbe, mit einem Höhepunkt auf den Baustellen von Lugano und Bellinzona. Ein beispielhafter Fall ist der eines 18-jährigen Lernenden aus Como, der sich aufgrund nicht konformer Ausrüstung schwer verletzt hat. Der Unfall wurde dem kantonalen Amt in Bellinzona gemeldet, das dem Unternehmen eine Busse von 10.000 CHF auferlegte. #### Vorschriften und Beträge Das Bundesgesetz über die Unfallversicherung (UVG) von 2003 sieht vor, dass Lernende im Falle eines Unfalls Anspruch auf eine tägliche Entschädigung von mindestens 80 CHF haben. Zudem sieht der Gesamtarbeitsvertrag (GAV) von 2018 für das Baugewerbe vierteljährliche Kontrollen in den Ausbildungsbetrieben vor. Dennoch haben im Jahr 2022 nur 30% der Tessiner Unternehmen dieser...

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Häufig gestellte Fragen
Welche sind die genauen Zahlen zu Unfällen unter Lernenden in der Schweiz?
Laut Unia sind fast 23.000 Lernende jedes Jahr von Unfällen betroffen, mit durchschnittlich drei Todesfällen. Das Risiko eines Unfalls ist bei Lernenden doppelt so hoch wie bei anderen Arbeitnehmern.
Was sind die Hauptursachen für Unfälle unter Lernenden?
Unia behauptet, dass die Unfälle auf unzureichende Betreuung der Lernenden oder unangemessene Pausen zurückzuführen sind. Die Unternehmen profitieren wirtschaftlich von der Ausbildung, aber die Kontrollen sind spärlich und der Schutz unzureichend.
Was unternimmt Unia, um die Sicherheit der Lernenden zu verbessern?
Unia hat eine bessere pädagogische Ausbildung in Sachen Sicherheit für die Berufsausbilder gefordert, sowie regelmäßige und unangekündigte Kontrollen in den Ausbildungsbetrieben. Dies könnte die Arbeitsbedingungen für alle Lernenden, einschließlich der Grenzgänger, verbessern.

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