Von Grandola ed Uniti ins Tessin: Grenzüberschreitung (Grenzgänger-Leitfaden)

Abendsicht auf Mendrisio, die Grenzstadt im Tessin, mit dem Kirchturm ueber roten Ziegeldaechern

Der Umzug nach Grandola ed Uniti, um im Tessin zu arbeiten, bringt Steuervorteile und Beitragsrisiken mit sich. Hier ist, was Sie vor dem Transfer überprüfen müssen.

Kontext

In Kürze

  • Grenzgänger Bewilligung G: Besteuerung Schweiz, Quellensteuer auf Lohnabrechnung
  • Steuerbefreiung: EUR 7.500 alte Grenzgänger, EUR 10.000 neue Grenzgänger ab 2024
  • AHV/BVG: in der Schweiz zu 5,3% + 7-18% Arbeitnehmer ausbezahlt, vom Arbeitgeber geführt

Eckdaten

  • Was: Arbeiten als Grenzgänger G bei Grandola ed Uniti im Tessin mit Genehmigung G
  • Wann: Vorbehaltlich einer neuen Vereinbarung ab dem 1. Januar 2024
  • Wo: Grenze Como-Ticino, Gemeinde Grandola ed Uniti
  • Wer: Grenzgänger mit Wohnsitz in Italien, die in der Schweiz arbeiten
  • Vorschriften: Neue Frontalieri-Vereinbarung (Unterschrift 23.12.2020, Gültigkeit 1.1.2024)

Die Veränderung von 2024: Was ist passiert?

Am 1. Januar 2024 ist das Neue Grenzgängerabkommen zwischen Italien und der Schweiz in Kraft getreten, das am 23. Dezember 2020 unterzeichnet und von Italien mit dem Gesetz 83 vom 13. Juni 2023 ratifiziert wurde. Diese Vereinbarung hat die Regeln für diejenigen, die in Grandola ed Uniti leben und im Tessin arbeiten, erheblich geändert.

Vor 2024 war die Regelung günstiger: Der Standardabzug von der italienischen Steuerbemessungsgrundlage war breiter. Die neuen Regeln legen nun eine andere Franchise fest, je nachdem, wann Sie Grenzgänger geworden sind.

Wenn Sie bereits vor dem 17. Juli 2023 Grenzgänger waren, steht Ihnen eine Befreiung von EUR 7.500 pro Jahr vom Einkommen aus unselbständiger Arbeit zu (siehe Leitfaden zu permesso G, um Ihren Status zu überprüfen). Diese Ausnahmeregelung bleibt bis 2033 in Kraft. Wenn Sie hingegen

Operative Details

Sozialbeiträge: AHV, BVG und Versicherung

Neben der Quellensteuer entrichten Sie in der Schweiz die auf der Lohnabrechnung ausgewiesenen obligatorischen Sozialbeiträge. Ihr Arbeitgeber ist dafür verantwortlich, diese an die zuständigen schweizerischen Stellen zu überweisen.

DieAHV (Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenversicherung) kostet dem Arbeitnehmer 5,3% der Lohnabrechnung, entsprechend 5,3% vom Arbeitgeber. Der Betrag wird bis zu einer Bundesobergrenze von CHF 148.200 pro Jahr berechnet. Unter dem Minimum von CHF 1.396 pro Jahr müssen Sie nichts einzahlen.

Hinzu kommen ein Arbeitslosenbeitrag (ALV) von 1,1% und ein Unfallversicherungsbeitrag (VV) von ca. 0,7-1,5% (vom Arbeitgeber bezahlt). Das EO (Erwerbsersatz) macht 0,2% des Lohnes aus.

Die berufliche Vorsorge (BVG), die zweite Säule der Schweiz, ist ab 25 Jahren obligatorisch. Der Prozentsatz variiert je nach Altersklasse: etwa 7% für die 25-34-Jährigen, 10-11% für die 35-44-Jährigen, 15-18% für die 45-Jährigen und älter. Dieser Fonds garantiert zusätzlich zum angesammelten Kapital eine Invaliden- oder Altersrente.

Wenn Sie in Grandola ed Uniti wohnhaft sind und in der Schweiz mit der Bewilligung G arbeiten, werden die Beiträge vollständig vom Arbeitgeber und der Schweiz verwaltet. Sie melden sie nicht beim italienischen INPS an, weil Ihre Arbeit aus italienischer Sicht im Ausland ist.

Lohnabrechnung: Was Sie aufgeschrieben finden

Die schweizerische Lohnabrechnung ist anders strukturiert als die italienische. Sie sehen den Bruttolohn, die Abzüge für AHV, ALV, KV, BVG UND

Nützliche Tools für die Planung

Für Ihre Vorsorgestrategie nutzen Sie den Rentenplaner und den Säule-3-Simulator.

Wichtige Punkte

Überprüfungsliste vor dem Umzug nach Grandola und Cugnasco

Bevor Sie Verträge über Miet- oder Kaufverträge in Grandola und Cugnasco unterzeichnen, sollten Sie folgende Punkte überprüfen:

1. Bestimmen Sie, ob Sie neue oder alte Grenzgänger sind. Wenn Sie vor dem 17. Juli 2023 in der Schweiz gearbeitet haben, sind Sie im Übergangsregime mit einer Franchisierung von CHF 7.500 bis 2033. Wenn Sie jetzt anfangen, sind Sie neue Grenzgänger mit einer Franchisierung von CHF 10.000. Diese Unterscheidung ist für die Berechnung Ihres Lohnscheins wichtig.

2. Stellen Sie eine Schätzung der schweizerischen Steuer bei Ihrem Arbeitgeber an. Geben Sie ihm Ihren voraussichtlichen Bruttogehalt und den Kanton Tessin, in dem Sie arbeiten (Mendrisio, Lugano, Bellinzona, Locarno). Er wird Ihnen eine realistische Schätzung der monatlichen Abzüge vorweisen.

3. Überprüfen Sie die Entfernung von Ihrem Arbeitsplatz. Grandola und Cugnasco liegen im Comasco: die Entfernung variiert je nach Grenzübergang (Brogeda, Gaggiolo, Ponte Tresa) und Endziel. Je weiter entfernt der Arbeitsplatz ist, desto länger und teurer wird der Transport.

4. Berechnen Sie den Kosten der LAMal-Versicherung (schweizerische Krankenversicherung). Als G-Grenzgänger haben Sie das Wahlrecht: Sie können die schweizerische LAMal-Versicherung wählen (gesetzliche Pflicht) oder sich bei der italienischen INPS-Versicherung behalten, wenn diese Ihnen anerkannt wird. Wenn Sie die LAMal-Versicherung wählen, betragen die Kosten zwischen CHF 300 und CHF 2.500 pro Jahr (Franchisierung), je nach Alter und Kanton Tessin. Fügen Sie diese Kosten in Ihre wirtschaftliche Bewertung ein.

Häufig gestellte Fragen
Wenn ich in Grandola ed Uniti lebe und im Tessin arbeite, bezahle ich dann Steuern in der Schweiz und in Italien?
Nein, Sie zahlen in beiden Ländern keine Steuern auf der gleichen Basis. Die Schweiz erhebt die Quellensteuer auf der Lohnabrechnung. Italien vermeidet die Doppelbesteuerung mittels Steuergutschrift im Vordruck 730 (EG-Rahmen). Wenn Sie die italienische Erklärung ausfüllen, geben Sie die in der Schweiz einbehaltene Steuer als Gutschrift an: So reduzieren Sie die in Italien geschuldeten Steuern um den gleichen Betrag.
Was ist der Unterschied zwischen alten und neuen Grenzgängern ab 2024?
Wenn Sie vor dem 17. Juli 2023 Grenzgänger waren, sind Sie "alte" Grenzgänger mit einem Selbstbehalt von 7.500 Euro pro Jahr, in Übergangsregelung bis 2033. Wenn Sie jetzt oder nach diesem Datum mit der Grenzarbeit beginnen, sind Sie "neu" mit einem Selbstbehalt von 10.000 EUR pro Jahr. Die Franchise und das nicht steuerbare Jahreseinkommen: Über diesem Betrag entsteht die ordentliche Steuer des Tessiner Kantons.
Werden AHV- und BVG-Beiträge in der Schweiz oder in Italien bezahlt?
Vollständig in der Schweiz. Ihr Arbeitgeber zahlt die AHV (5,3% Arbeitnehmer + 5,3% Arbeitgeber), die Arbeitslosenversicherung (1,1%) und die berufliche Vorsorge BVG (7-18% Arbeitnehmer je nach Alter) an die zuständigen schweizerischen Stellen aus. Das italienische INPS sammelt diese Beiträge nicht, weil Ihre Arbeit und Ihr Ausland aus italienischer Sicht.
Was passiert, wenn ich den Job in der Schweiz wechsle oder wieder im Tessin lebe?
Wenn Sie in der Schweiz den Arbeitgeber wechseln, registriert der neue Arbeitgeber Sie bei der ESTV mit der gleichen Schweizer Identifikationsnummer: der steuerlichen und automatischen Kontinuität. Wenn Sie in das Tessin (von Grandola ed Uniti) ziehen, verlieren Sie den Status eines Grenzgängers und werden in der Schweiz ansässig: Die Steuersätze ändern sich nach den üblichen Tessiner Regeln, die AHV/BVG-Beiträge bleiben obligatorisch und das Steuersystem wird das der ansässigen Person.
Ist es ratsam, sich in der Schweiz (KVG) zu versichern oder in Italien zu bleiben?
Als Grenzgänger G haben Sie das Wahlrecht. Wenn Sie aufgrund Ihres Arbeitsverhältnisses und Ihres Bürgerstatus Anspruch auf die italienische INPS-Versicherung haben, können Sie in Italien versichert bleiben. Wenn Sie das schweizerische KVG bevorzugen, liegen die Kosten zwischen CHF 300 und CHF 2.500 pro Jahr (abhängig von Franchise, Alter und Kanton Tessin). Bewerten Sie beide Optionen, bevor Sie sich entscheiden: Krankenversicherung, Kosten, Netzwerk von Gesundheitseinrichtungen.

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