Interkantonale Ressourcenausgleich: Kanton Tessin enttäuscht – Bern blockiert bis 2030

Der Bundesrat ändert die Verordnung zum interkantonalen Ressourcenausgleich bis 2030 nicht. Der Kanton Tessin hatte eine andere Gewichtung für die Grenzgänger gefordert, wurde aber damit abgewiesen.
Kontext
Auf einen Blick
- Tessin wird bis 2030 keine Anpassung des Finanzausgleichs erhalten.
- Tessin fühlt sich durch die Entscheidung benachteiligt.
- Tessin erhält 2026 106 Millionen Franken, aber die Regierung hält dies für unzureichend.
Wichtige Fakten
- Entscheidung: Keine Anpassung des Finanzausgleichs bis 2030.
- Forderung: Mehr Gewicht für Grenzgänger bei der Berechnung des Ressourcenpotenzials.
- Reaktion: Tessiner Staatsrat bezeichnet Entscheidung als Missachtung der kantonalen Besonderheiten.
- Betrag: Tessin erhält 2026 106 Millionen Franken.
- Nächster Termin: Bericht zur Wirksamkeit des Finanzausgleichs 2030.
- Grenzgänger: Keine direkten Änderungen im Lohnzettel, aber strukturelle Benachteiligung bleibt.
- Studien: Wissenschaftliche Studien stützen die Tessiner Forderungen.
- Politische Schritte: Tessin prüft weitere Massnahmen zum Schutz der kantonalen Interessen.
Bern wird die Interkantonale Finanzausgleichsverordnung frühestens bis 2030 nicht anpassen. Der Tessiner Staatsrat reagierte mit einer offiziellen Stellungnahme und bezeichnete den Entscheid als eine «klare Missachtung» der kantonalen Besonderheiten. Der Kanton werde weiterhin im Vergleich zum Rest der Schweiz benachteiligt, heisst es in der am Dienstag veröffentlichten Mitteilung.
«Diese Entscheidung zeigt eine klare Missachtung der Realität unseres Kantons, der weiterhin auf ungerechte Weise gegenüber dem Rest der Schweiz benachteiligt wird», steht in der Stellungnahme der Kantonsregierung.
Die Tessiner Forderung: Mehr Gewicht für Grenzgänger
Im Zentrum der Kontroverse stand die Gewichtung des Einkommens der Grenzgänger bei der Berechnung des Ressourcenpotenzials der Kantone. Der Kanton Tessin hatte eine Anpassung gefordert, um eine historische Ungerechtigkeit zu korrigieren: In Grenzregionen mit hohem Grenzgängeranteil und unterdurchschnittlichen Löhnen führt der aktuelle Mechanismus zu einer ungleichen Verteilung. «Die Tessiner Forderungen fügen sich in einen klar definierten historischen Kontext ein, der durch strukturelle Herausforderungen aufgrund der Grenzlage geprägt ist und durch mehrere wissenschaftliche Studien gestützt wird», schreibt der Staatsrat.
Die vorgeschlagene Anpassung hätte es ermöglicht, die Besonderheiten der Grenzregionen im System fairer zu berücksichtigen. «Der vorgeschlagene Mechanismus hätte es dem System erlaubt, die Besonderheiten der Grenzregionen weniger ungerecht zu berücksichtigen», betont die Kantonsregierung. Der Vorschlag wurde auch von der Mehrheit der in die Konsultation einbezogenen Kantone unterstützt.
Sofortige Reaktionen: Bern sagt Nein, Tessin bleibt hart
Der Bundesrat bestätigte seinen unmissverständlichen Entscheid. Der Tessin, der in den letzten Jahren die Kampagne gemeinsam mit der Tessiner Delegation in den eidgenössischen Räten und anderen Kantonen vorangetrieben hatte, zeigt sich enttäuscht. Die Regierung von Bellinzona spricht von einer Entscheidung, die «den nationalen Zusammenhalt und den Geist der Schweizer Solidarität untergräbt». Gleichzeitig macht sie klar, dass die Bemühungen um eine Lösung damit nicht beendet sind.
Der nächste wichtige Termin ist der Bericht zur Wirksamkeit des Finanzausgleichs, der 2030 veröffentlicht wird. In der Zwischenzeit hat der Staatsrat bereits weitere Schritte zum Schutz der kantonalen Interessen angekündigt: «Angesichts der mangelnden politischen Sensibilität, die der Bundesrat mit dem heutigen Entscheid gezeigt hat, wird der Staatsrat weitere Massnahmen zum Schutz der Interessen des Kantons Tessin ergreifen», heisst es in der abschliessenden Mitteilung. Die konkreten Massnahmen werden in den kommenden Wochen bekannt gegeben.
📊 Die Zahlen des Finanzausgleichs: Tessin erhält 2026 106 Millionen Franken Trotz der Ablehnung der geforderten Anpassung bestätigte der Bundesrat, dass der Tessin 2026 106 Millionen Franken erhalten wird – 19 Millionen mehr als 2024. Diese Summe sei jedoch laut der Kantonsregierung weiterhin unzureichend, um die strukturellen Benachteiligungen auszugleichen. Die Graubündner verzeichnen dagegen einen Rückgang von fast 9 Millionen.
Chronologie eines Kampfes
- 7. April 2026: Der Bundesrat teilt die Ablehnung der Verordnungsanpassung mit.
- März–April 2026: Der Tessiner Staatsrat erarbeitet die offizielle Antwort und kündigt weitere Schritte an.
- 2030: Veröffentlichung des Berichts zur Wirksamkeit des Finanzausgleichs, der die Diskussion neu eröffnen könnte.
Wo wird entschieden: Beteiligte Ämter und Standorte
- Bern: Sitz des Bundesrats und der Finanzverwaltung (EFD).
- Bellinzona: Palazzo delle Orsoline, Sitz des Tessiner Staatsrats.
- Lugano/Mendrisio/Chiasso: Kantonsämter und Tessiner Vertretungen zur Unterstützung der Forderungen.
Operative Details
Vorher vs. nachher: Was ändert sich für Grenzgänger:innen?
Die Entscheidung aus Bern blockiert mindestens bis 2030 jede Anpassung des Ausgleichssystems, die den Besonderheiten der Grenzkantone Rechnung trägt. Für die Grenzgänger:innen, die im Tessin arbeiten, bedeutet die Nachricht zunächst keine direkten Änderungen im Lohnzettel. Allerdings droht sich die strukturelle Benachteiligung zu verschärfen, unter der der Kanton bereits heute leidet.
💡 Der Knackpunkt: Löhne und Beiträge
Das Tessin argumentiert, dass der aktuelle Mechanismus Kantone mit einem hohen Anteil an Grenzgänger:innen benachteiligt – weil die Durchschnittslöhne unter dem nationalen Median liegen. Das wirkt sich auch auf die Sozialversicherungs- und Steuerbeiträge aus, die in die Berechnung des Finanzausgleichs einfliessen. Ohne Anpassung wird der Kanton weiterhin weniger Mittel erhalten als nötig, um die Kosten für öffentliche Dienstleistungen (Schulen, Gesundheit, Verkehr) zu decken, die durch die Präsenz von Arbeitnehmer:innen entstehen, die in Italien wohnen.
⚠️ Mögliche Szenarien: Was passiert, wenn das Tessin 2030 leer ausgeht?
Bestätigt der Bund 2030 das aktuelle System, bleibt dem Kanton nur die Wahl zwischen zwei Optionen:
- Steuern erhöhen, um die Dienstleistungen zu finanzieren – mit dem Risiko, dass weitere Einwohner:innen und Unternehmen an die italienische Grenze abwandern.
- Dienstleistungen kürzen, was die Lebensqualität weiter belasten würde. Diese steht bereits heute unter Druck, nicht zuletzt wegen der hohen Lebenshaltungskosten und der demografischen Belastung.
📊 Vergleich mit anderen Grenzkantonen
Das Tessin ist nicht der einzige Kanton, der Ungerechtigkeiten im Finanzausgleich beklagt. Auch Graubünden sieht sich 2026 mit sinkenden Bundesbeiträgen konfrontiert, während andere Alpenkantone (wie Uri oder Schwyz) anders behandelt werden. Die Regierung in Bellinzona fragt sich: Warum muss ein Kanton mit einer so stark in die italienische Wirtschaft integrierten Wirtschaft benachteiligt werden, während Kantone mit weniger Grenzgänger:innen bessergestellt werden?
🏛️ Die Rolle der Tessiner Politik
Die Tessiner Delegation in den eidgenössischen Räten hat eng mit der Kantonsregierung zusammengearbeitet, um die Forderung durchzusetzen. Angesichts der Ablehnung werden nun politische Druckmassnahmen und mögliche Gesetzesinitiativen geprüft. Doch ohne breitere Unterstützung durch den Bund bleiben die Erfolgschancen unsicher.
🏙️ Auswirkungen auf die am stärksten betroffenen Tessiner Gemeinden
Besonders exponiert sind die Gemeinden nahe den Grenzübergängen:
- Chiasso und Mendrisio: Hohe Zahl an Grenzgänger:innen und Druck auf die öffentlichen Dienstleistungen.
- Lugano: Wirtschaftliches Zentrum des Kantons mit einer Mischung aus Einwohner:innen und Grenzgänger:innen.
- Locarno und Bellinzona: Sitz wichtiger Unternehmen und öffentlicher Stellen, aber mit unterdurchschnittlichen Löhnen im Vergleich zur Schweiz.
📋 Vergleichstabelle: Finanzausgleich vor vs. nach der Entscheidung 2026
| Parameter | Vor 2026 | Nach der Absage 2026 | Auswirkungen auf Grenzgänger:innen |
|---|---|---|---|
| Gewichtung Grenzgänger:innen | Fest (keine Anpassung) | Fest (keine Änderungen) | Keine direkten Veränderungen |
| Bundesbeiträge an den Tessin | 106 Millionen 2026 | 106 Millionen 2026 | Öffentliche Dienstleistungen unter Druck |
| Durchschnittslöhne in Gemeinden | Unter CH-Median | Bleiben unter Median | Geringere Beitragsfähigkeit |
| Lokale Steuererhöhungen | Noch nicht umgesetzt | Mögliche Zukunftsoption | Risiko von Abwanderung von Einwohner:innen und Unternehmen |
💬 Was sagen die Expert:innen?
Laut den vom Tessiner Regierungsrat zitierten Studien berücksichtigt der aktuelle Finanzausgleich nicht die zusätzlichen Ausgaben der Grenzkantone für Dienstleistungen wie Gesundheit, Verkehr und Bildung – die auch Arbeitnehmer:innen aus dem Ausland aufnehmen müssen. Ohne Anpassung droht sich die Kluft zwischen dem Tessin und dem Rest der Schweiz weiter zu vertiefen.
🔜 Nächste Schritte: Was jetzt zu tun ist
Grenzgänger:innen und Einwohner:innen im Tessin können:
- Die kommenden Wochen die Entwicklungen der Kantonsregierung verfolgen, wenn die nächsten Schritte kommuniziert werden.
- An den vom Tessiner Bundeshausdelegationen organisierten Konsultationen teilnehmen.
- Alternative Lösungen prüfen, um die eigenen Finanzen zu optimieren – etwa durch den Beitritt zu zusätzlichen Pensionskassen oder die Eröffnung von Schweizer Bankkonten, um von günstigeren Zinssätzen zu profitieren.
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Wichtige Punkte
Schritt 1: Sich über die nächsten Entscheidungen des Staatsrats informieren
Die Tessiner Regierung wird in den kommenden Wochen die Massnahmen bekannt geben, die sie zum Schutz der Interessen des Kantons ergreifen will. Um auf dem Laufenden zu bleiben, wird empfohlen:
- Die offizielle Website des Tessiner Staatsrats zu konsultieren (www.ti.ch).
- Den Newsletter des Kantons zu abonnieren oder den offiziellen Social-Media-Kanälen zu folgen (z. B. @TicinoCantonale auf Twitter/X).
- An den öffentlichen Versammlungen teilzunehmen, die von den Gemeinden oder Tessiner Parteien organisiert werden.
Schritt 2: Die eigene steuerliche Situation überprüfen
Auch wenn die Entscheidung Berns die Lohnabrechnungen nicht sofort verändert, lohnt es sich, die eigene steuerliche Situation zu überprüfen, um mögliche Erhöhungen der lokalen Steuern vorwegzunehmen. So geht’s: 1. Das steuerpflichtige Einkommen mithilfe eines Steuerberaters mit Expertise in italo-schweizerischer Steuerrechtsprechung berechnen. 2. Die Steuersätze zwischen dem Tessin und Italien vergleichen, insbesondere wenn man in Como oder Varese arbeitet. Das Tessin erhebt Bundes-, Kantons- und Gemeindesteuern, während in Italien zusätzlich die IRPEF anfällt. 3. Ein Schweizer Bankkonto eröffnen, um von höheren Zinssätzen und einer effizienteren Vermögensverwaltung zu profitieren.
Schritt 3: Lösungen für die Rente und Ersparnisse erkunden
Angesichts der Unsicherheit bei der Finanzausgleichsregelung ist es ratsam, auf ergänzende Sparinstrumente zurückzugreifen:
- Säule 3a: Freiwillige Einzahlungen in Schweizer Pensionskassen mit sofortigen steuerlichen Vorteilen.
- Lebensversicherungen: Policen, die im Todesfall oder bei Invalidität ein Kapital garantieren.
- Immobilieninvestitionen: Kauf eines Zweitwohnsitzes im Tessin, um langfristig die Lebenshaltungskosten zu senken.
📊 Nützliches Tool: Berechnen Sie Ihr mögliches Ersparnis mit dem Gehalts- und Steuerrechner für Grenzgänger.
Schritt 4: An politischen Initiativen teilnehmen
Das Tessin setzt auf breite Unterstützung, um seine Forderungen durchzusetzen. So können Sie mitwirken:
- Petitionen unterzeichnen, die von Grenzgängerverbänden oder Tessiner Parteien organisiert werden.
- Die eigenen Vertreter in den eidgenössischen Räten kontaktieren (einsehbar auf www.parlamento.ch).
- An Demonstrationen oder öffentlichen Veranstaltungen teilnehmen, die von Organisationen wie dem Unabhängigen Tessiner Arbeitnehmerverband (SILT) oder der Tessiner Handelskammer organisiert werden.
Schritt 5: Wohn- oder Arbeitsalternativen prüfen
Falls die Steuerlast oder die Qualität der öffentlichen Dienstleistungen sich verschlechtern sollte, könnten einige Familien folgende Optionen in Betracht ziehen:
- Umzug in angrenzende italienische Gemeinden (z. B. Como, Varese), um die Kosten zu senken, während man weiterhin im Tessin arbeitet.
- Bewertung von Homeoffice-Möglichkeiten, um die Abhängigkeit von Tessiner Dienstleistungen zu verringern.
- Erkundung von Arbeitsmöglichkeiten in Kantonen mit einer günstigeren Regelung beim Finanzausgleich (z. B. Zürich oder Waadt).
Wichtige Termine
- Bis Juni 2026: Treffen zwischen der Tessiner Delegation und Karin Keller-Sutter (Bundesrätin), um über die nächsten Schritte zu diskutieren.
- 2030: Veröffentlichung des Bundesberichts zur Wirksamkeit des Finanzausgleichs, der die Diskussion neu eröffnen könnte.
Häufig gestellte Fragen: Was jetzt zu tun ist
Was passiert, wenn das Tessin 2030 leer ausgeht? Falls der Bundesbericht 2030 keine Änderungen vorsieht, muss die Tessiner Regierung lokale Steuererhöhungen oder Kürzungen bei den öffentlichen Dienstleistungen in Betracht ziehen. Für Grenzgänger könnte dies höhere indirekte Kosten (z. B. Gesundheit, Bildung) oder eine geringere Qualität der Dienstleistungen bedeuten.
Kann ich als Einzelperson etwas tun? Ja. Sie können:
- Petitionen zur Unterstützung der Tessiner Forderungen unterzeichnen.
- Ihre Vertreter in den eidgenössischen Räten kontaktieren und um ein Eingreifen bitten.
- Ihre Finanzen mit Instrumenten wie der Säule 3a oder Schweizer Bankkonten optimieren, um die Auswirkungen möglicher Steuererhöhungen abzufedern.
Ändert die Berner Entscheidung etwas an meinen Steuern 2026? Nein, es gibt keine sofortigen Änderungen bei der Besteuerung. Die Entscheidung betrifft nur den Finanzausgleich zwischen den Kantonen, nicht die lokalen oder bundesweiten Steuersätze. Sollte die Tessiner Regierung jedoch die Steuern erhöhen, um fehlende Bundesmittel auszugleichen, könnte sich dies zwischen 2027 und 2030 auswirken.
Was passiert, wenn ich in Como arbeite, aber im Tessin lebe? Ihre steuerliche Situation hängt vom Doppelwohnsitz ab. In der Schweiz wird das Welteinkommen besteuert, Sie können jedoch Abzüge für in Italien getätigte Ausgaben (z. B. für Wohnsitz oder Kinder) geltend machen. Konsultieren Sie einen italo-schweizerischen Steuerexperten, um Ihre Steuererklärung zu optimieren.
💡 Tipp: Als Grenzgänger sollten Sie die Eröffnung eines Kontos im Tessin prüfen, um Lohn und Ersparnisse effizienter zu verwalten. Nutzen Sie den Währungsrechner, um die Kosten für den Euro-Schweizerfranken-Umtausch abzuschätzen.
Quelle: rsi.ch
Häufig gestellte Fragen
- Entscheidung Berns ändert meine Steuern 2026 oder muss ich anders deklarieren?
- Nein, es gibt keine unmittelbaren Änderungen bei den Steuern. Die Entscheidung betrifft ausschliesslich den finanziellen Ausgleich zwischen den Kantonen, nicht die lokalen oder eidgenössischen Steuersätze. Die Steuererklärungen bleiben 2026 unverändert. Sollte der Kanton Tessin jedoch die Steuern erhöhen, um fehlende Bundesmittel auszugleichen, könnte sich dies zwischen 2027 und 2030 auf dich auswirken.
- Kann ich den Kampf des Tessins für den Finanzausgleich unterstützen? Wie?
- Ja. Du kannst Petitionen unterzeichnen, die von grenzüberschreitenden Vereinigungen oder Tessiner Parteien organisiert werden, deine Vertreter in den eidgenössischen Räten kontaktieren (findest du auf www.parlamento.ch) und an öffentlichen Kundgebungen teilnehmen. Die Tessiner Regierung wird in den kommenden Wochen neue Initiativen starten: Bleibe auf dem Laufenden über die offiziellen Kanäle des Kantons (www.ti.ch).
- Ich arbeite in Como, lebe aber im Tessin. Ändert sich meine steuerliche Situation?
- Deine steuerliche Situation hängt von deinem Doppelwohnsitz ab. In der Schweiz wird das weltweite Einkommen besteuert, aber du kannst Abzüge für in Italien getätigte Ausgaben geltend machen (z. B. Miete, Kinder). Konsultiere eine italo-schweizerische Steuerberatung, um deine Steuererklärung zu optimieren. Alternativ könnte die Eröffnung eines Bankkontos im Tessin sinnvoll sein, um Gehalt und Ersparnisse effizienter zu verwalten.
- Wenn der Kanton Tessin 2030 leer ausgeht, was droht mir als Grenzgänger?
- Es könnte zu höheren lokalen Steuern oder Kürzungen bei öffentlichen Dienstleistungen (Gesundheit, Bildung, Verkehr) kommen. Das könnte indirekte Mehrkosten für dich als Grenzgänger bedeuten, etwa für die Bildung deiner Kinder oder den Zugang zu medizinischer Versorgung. Um die Auswirkungen abzumildern, erwäge Lösungen wie die 3a-Säule oder Immobilieninvestitionen im Tessin.
- Welche politischen Termine stehen zu diesem Thema als Nächstes an?
- Der nächste offizielle Termin ist das Treffen der Tessiner Delegation mit Karin Keller-Sutter, geplant für Juni 2026. Dort könnten neue Strategien besprochen werden. In der Zwischenzeit wird der Tessiner Staatsrat in den kommenden Wochen über die nächsten Schritte auf der offiziellen Website www.ti.ch informieren.
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