AHV/IV: Daten digital ab 2028 abrufbar

Digitale AVS-Plattform mit Versicherungsdaten und Tessin-Landschaft

Der Nationalrat hat der neuen Gesetzgebung zu den Informationssystemen der Sozialversicherungen zugestimmt. Einsparungen von 35 Millionen Franken.

Kontext

In Kürze

  • AVS/AI-Daten digital ab 2028 abrufbar
  • Einsparungen von 35 Millionen Franken pro Jahr
  • Plattform freiwillig für die Versicherten

Wichtige Fakten

  • Was: Neues Gesetz über die Informationssysteme der Sozialversicherungen
  • Wann: Beschlossen am 29. April 2026, geplantes Inkrafttreten 2028
  • Wo: Schweiz, mit Auswirkungen auf Grenzgänger im Tessin
  • Wer: Nationalrat, Bundesrat, Ausgleichsfonds
  • Betrag: Einsparungen von 35 Millionen Franken pro Jahr, davon 25 Millionen in Postgebühren

Der Nationalrat hat das neue Gesetz über die Informationssysteme der Sozialversicherungen verabschiedet, das es den Versicherten ermöglichen wird, ihre AVS- und AI-Akten digital einzusehen. Das Projekt, das von den parlamentarischen Gruppen der SP, der Mitte, der FDP, der Grünen und der Grünliberalen unterstützt wird, wurde mit 131 Ja-Stimmen und 62 Nein-Stimmen angenommen. Die SVP hat ihren Widerspruch geäußert, aus Sorge vor einer übermäßigen Zentralisierung. Der Dossier wird nun dem Ständerat vorgelegt.

Derzeit müssen Versicherte, die Informationen über ihre erste Säule erhalten möchten, mehrere Wochen auf eine Antwort warten, da der Datenaustausch nicht automatisiert ist und oft auf PDF- oder Papierdokumenten basiert. Die neue digitale Plattform wird erhebliche Einsparungen ermöglichen, die auf 35 Millionen Franken pro Jahr geschätzt werden, davon 25 Millionen in Postgebühren.

Auswirkungen auf Grenzgänger

Die Versicherten können die Plattform nutzen, um ihre vorläufige AVS-Rente zu berechnen, eventuelle Beitragslücken zu überprüfen oder zu kontrollieren, ob die Arbeitgeber die Beiträge korrekt eingezahlt haben. Die Nutzung der Plattform bleibt freiwillig und erfordert eine Authentifizierung mittels einer vom Staat anerkannten elektronischen Identität. Die Exekutivorgane und die Versicherer werden hingegen gesetzlich verpflichtet sein, elektronisch miteinander zu kommunizieren.

Der Nationalrat hat einige Änderungen am Regierungsentwurf vorgenommen, um die digitale Transformation der ersten Säule bestmöglich zu gestalten. Der Ausgleichsfonds wird die Exekutivorgane in die Entwicklung und Verwaltung der neuen Plattform für AVS/AI und Familienzulagen einbeziehen müssen. Diese Akteure müssen ein strategisches Leitungsorgan bilden, das für die Definition von Prioritäten, die Umsetzung und die Standards für die nationalen Informationssysteme zuständig ist.

Verfahren und Fristen

Die neue Plattform wird ab 2028 verfügbar sein. Versicherte, die die Plattform nutzen möchten, müssen sich registrieren und sich mittels einer vom Staat anerkannten elektronischen Identität authentifizieren. Die Registrierung ist freiwillig, aber sobald sie erfolgt ist, erhalten die Nutzer automatisch jedes Jahr einen Auszug über die geleisteten AVS-Beiträge, was die Meldung eventueller Beitragslücken ermöglicht.

Für Grenzgänger, die in der Schweiz arbeiten und in Italien wohnen, stellt diese neue Plattform einen bedeutenden Schritt hin zu größerer Transparenz und Effizienz in der Verwaltung der AVS-Beiträge dar. Die Möglichkeit, die eigenen Daten digital einzusehen und jährliche Auszüge über die geleisteten Beiträge zu erhalten, erleichtert die Planung der Rente und die Überprüfung der Richtigkeit der Einzahlungen.

Operative Details

Vorteile der Digitalisierung

Die Digitalisierung der AVS/AI-Daten wird zahlreiche Vorteile für Grenzgänger und Versicherte im Allgemeinen bringen. Zu den wichtigsten Vorteilen gehören:

  • Reduzierung der Wartezeiten: Derzeit kann es mehrere Wochen dauern, um Informationen über die erste Säule zu erhalten. Mit der neuen Plattform werden die Wartezeiten erheblich verkürzt, sodass die Versicherten schnell auf ihre Daten zugreifen können.
  • Größere Transparenz: Die Möglichkeit, die eigenen Akten digital einzusehen und jährliche Auszüge über die geleisteten Beiträge zu erhalten, erhöht die Transparenz und ermöglicht es den Versicherten, ihre Beiträge leichter zu überwachen.
  • Wirtschaftliche Einsparungen: Die Digitalisierung wird zu geschätzten Einsparungen von 35 Millionen Franken pro Jahr führen, davon 25 Millionen in Portokosten. Diese Einsparungen können in andere Bereiche des Vorsorgesystems reinvestiert werden.

Vergleich mit der aktuellen Situation

Derzeit ist der Austausch von Daten im Zusammenhang mit den Sozialversicherungen nicht automatisiert und basiert oft auf Dokumenten im PDF- oder Papierformat. Dieser Prozess ist nicht nur langsam, sondern auch fehleranfällig und ineffizient. Die neue digitale Plattform wird den elektronischen Datenaustausch standardisieren, das Fehlerrisiko verringern und die Gesamt Effizienz des Systems verbessern.

Praktische Szenarien

Stellen Sie sich einen Grenzgänger vor, der in der Schweiz arbeitet und in Italien wohnt. Mit der neuen digitalen Plattform kann dieser Grenzgänger:

  • Seine AVS-Rente berechnen: Mit der Plattform kann der Grenzgänger seine AVS-Rente vorläufig berechnen, was die finanzielle Planung für den Ruhestand erleichtert.
  • Gezahlte Beiträge überprüfen: Der Grenzgänger kann überprüfen, ob seine AVS-Beiträge korrekt von den Arbeitgebern gezahlt wurden, und so mögliche Beitragslücken vermeiden.
  • Jährliche Auszüge erhalten: Jährlich erhält der Grenzgänger automatisch einen Auszug über die gezahlten AVS-Beiträge, was eine kontinuierliche Überwachung seiner Vorsorgesituation ermöglicht.

Auswirkungen auf die Arbeitgeber

Die Arbeitgeber in der Schweiz werden verpflichtet sein, elektronisch mit den Durchführungsorganen und Versicherern zu kommunizieren. Diese gesetzliche Verpflichtung stellt sicher, dass die AVS-Beiträge korrekt und rechtzeitig gezahlt werden, wodurch das Risiko von Fehlern und Unterlassungen verringert wird. Die Arbeitgeber müssen zudem sicherstellen, dass ihre Mitarbeiter über die neue Plattform und die Zugangsmodalitäten zu ihren Daten informiert sind.

Einbindung der Durchführungsorgane

Das Zentrale Ausgleichsamt wird die Durchführungsorgane in die Entwicklung und Verwaltung der neuen Plattform einbinden müssen. Diese strategische, technische und operative Einbindung stellt sicher, dass die Plattform den Bedürfnissen aller Beteiligten entspricht und effizient und sicher umgesetzt wird. Die Durchführungsorgane müssen zudem ein strategisches Leitungsorgan bilden, das für die Definition der Prioritäten, der Umsetzungsmodalitäten und der Standards für die informationstechnischen Systeme auf nationaler Ebene zuständig ist.

Nützliche Tools für die Planung

Für Ihre Vorsorgestrategie nutzen Sie den Rentenplaner und den Säule-3-Simulator.

Wichtige Punkte

Was tun, um auf die Plattform zuzugreifen

Um auf die neue digitale Plattform AVS/AI zuzugreifen, müssen die Versicherten folgende Schritte befolgen:

1. Registrierung: Registrieren Sie sich auf der Plattform mit einer vom Staat anerkannten elektronischen Identität. 2. Authentifizierung: Melden Sie sich auf der Plattform mit den bei der Registrierung erhaltenen Anmeldedaten an. 3. Datenkonsultation: Greifen Sie auf Ihre AVS- und AI-Akten zu und konsultieren Sie die verfügbaren Daten. 4. Rentenberechnung: Verwenden Sie die auf der Plattform verfügbaren Tools, um Ihre AVS-Rente vorläufig zu berechnen. 5. Überprüfung der Beiträge: Überprüfen Sie, ob die AVS-Beiträge korrekt von den Arbeitgebern eingezahlt wurden, und melden Sie etwaige Beitragslücken. 6. Erhalt der Jahresauszüge: Erhalten Sie jedes Jahr automatisch einen Auszug über die eingezahlten AVS-Beiträge und überwachen Sie kontinuierlich Ihre Vorsorgesituation.

Nützliche Tools

Um den Zugang zur neuen Plattform und die Verwaltung der eigenen AVS/AI-Daten zu erleichtern, können die Versicherten folgende Tools nutzen:

  • AVS-Rentenrechner: Ein Online-Tool, mit dem Sie Ihre AVS-Rente vorläufig berechnen können.
  • Beitragsprüfung: Ein Tool, mit dem Sie überprüfen können, ob die AVS-Beiträge korrekt von den Arbeitgebern eingezahlt wurden.
  • Jahresauszüge: Ein Tool, mit dem Sie jedes Jahr automatisch einen Auszug über die eingezahlten AVS-Beiträge erhalten.

Schlussfolgerung

Das neue Gesetz über die Informationssysteme der Sozialversicherungen stellt einen bedeutenden Schritt hin zu größerer Transparenz und Effizienz in der Verwaltung der AVS/AI-Beiträge dar. Für die Grenzgänger, die in der Schweiz arbeiten und in Italien wohnen, wird diese neue digitale Plattform zahlreiche Vorteile bieten, darunter kürzere Wartezeiten, größere Transparenz und die Möglichkeit, ihre Vorsorgesituation kontinuierlich zu überwachen. Für weitere Informationen, besuchen Sie den AVS-Rentenrechner.

Quelle: tio.ch

Häufig gestellte Fragen
Wann tritt das neue Gesetz über die Informationssysteme der Sozialversicherungen in Kraft?
Das neue Gesetz tritt 2028 in Kraft, wie vom Bundesrat vorgesehen. Die Versicherten können die digitale Plattform ab diesem Datum nutzen.
Wer trägt die Kosten der neuen digitalen Plattform?
Die Kosten der neuen digitalen Plattform werden durch die Einsparungen aus der Digitalisierung gedeckt, die auf 35 Millionen Franken pro Jahr geschätzt werden. Diese Einsparungen umfassen 25 Millionen Franken an Postkosten.
Was passiert, wenn ein Versicherter die digitale Plattform nicht nutzt?
Die Nutzung der digitalen Plattform bleibt für die Versicherten freiwillig. Dennoch erhalten diejenigen, die die Plattform nicht nutzen, ihre AVS/AI-Akten weiterhin in Papierform oder als PDF, wie es derzeit der Fall ist.

Verwandte Artikel