Wenn Sie dieses Geld haben, betrachten die Banken Sie als wohlhabend (Grenzgänger-Leitfaden)

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Von Regionalbanken bis hin zu Privatinstituten: Erfahren Sie, welche Eigenkapitalschwellen Kunden kategorisieren und welche Vorteile ein Wechsel der Kategorie mit sich bringt.

Kontext

In Kürze

  • Ab 117.816 Franken Vermögen gehören Sie zur «oberen Hälfte» der Schweizer Gesellschaft
  • Bei Regionalbanken beginnt die HNWI-Schwelle (reiche Kunden) bei 500.000 Franken
  • Nur das investierbare Vermögen zählt für die Klassifizierung, nicht die persönlich bewohnten Liegenschaften

Eckdaten

  • Was: Klassifizierung von Bankkunden nach Vermögen und Zugang zu Dienstleistungen
  • Wer: Andreas Dietrich, Bankexperte der Hochschule Luzern
  • Wo: Schweiz (nationaler und internationaler Standard)
  • Obere Halbschwelle: 117.816 Franken Gesamtvermögen
  • Schwelle HNWI (Regionalbanken): 500.000 Franken
  • Relevantes Vermögen: Nur investierbares Vermögen (Wertpapiere, Einlagen), keine Immobilien

Wie Banken ihre Kunden einstufen

Ab 117'816 Franken Vermögen gehören die Personen in der Schweiz zur «oberen Hälfte» der Gesellschaft. Für Kreditinstitute ist die Wohlfahrtsschwelle jedoch noch tiefer. Das erklärt Andreas Dietrich, Bankenexperte an der Hochschule Luzern, der analysiert, wie Banken ihre Kunden wirklich segmentieren.

Die Kreditinstitute unterteilen ihre Kunden in verschiedene Gruppen. Ab der zweiten Gruppe gilt die Bank als wohlhabend, obwohl das eigentliche Private Banking erst ab der dritten Ebene beginnt. Diese Aufteilung folgt einem internationalen Standard, kann aber je nach Bank und Land leicht variieren.

Bei einigen Regionalbanken

Operative Details

Die konkreten Vorteile der Segmentierung

Nicht alle Kunden profitieren gleichermaßen von einer persönlichen Bankberatung. Manche wünschen sich einen regelmäßigen Kontakt zum Bankberater und möchten seine Meinung zu Anlageentscheidungen hören. Andere treffen sich einmal im Jahr mit ihrem Berater, um ihre Anlagestrategie zu definieren. Es gibt aber auch Menschen, die Millionen von Franken besitzen und ihr Vermögen selbst verwalten wollen, ohne einen Bankberater zu benötigen.

Ob eine persönliche Beratung sinnvoll ist, hängt ganz von den persönlichen Bedürfnissen ab. Für einige liegt der Mehrwert der Fachberatung auf der Hand, für andere sind die Kosten überflüssig. Aus diesem Grund ermöglicht die Segmentierung den Banken, differenzierte Dienstleistungen anzubieten: von der einfachen Kontoführung für Massenkunden bis hin zur komplexen Vermögensberatung für HNWI-Kunden.

Wer für Banken profitabler ist

Laut Dietrich sind Kunden mit dem meisten Geld für Banken in der Regel am profitabelsten, sofern sie dieses Geld tatsächlich anlegen. Sie sind bei weitem die interessantesten, wenn es um Finanzanlagen geht. Aber auch das Segment Affluent — mit Vermögen ab 100'000 Franken — kann für Banken sehr interessant sein. Diese Kunden verfügen teilweise über einige hunderttausend Franken Anlagevermögen und haben somit Investitionsbedürfnisse

Nützliche Tools für die Planung

Für Ihre Vorsorgestrategie nutzen Sie den Rentenplaner und den Säule-3-Simulator.

Wichtige Punkte

So überprüfen Sie Ihre Bankkategorie

Wenn Sie über investierbares Vermögen verfügen und Ihre finanzielle Situation optimieren möchten, ist der erste Schritt zu prüfen, wie Ihre Bank Sie derzeit einstuft. Die meisten Institute stellen diese Information im Online-Profilbereich zur Verfügung, oder Sie können sich direkt an Ihren Kundenberater wenden. Zögern Sie nicht: Banken sind transparent bezüglich ihrer Kundeneinstufung und der angebotenen Dienstleistungen je nach Kategorie.

Sobald Sie Ihre Kategorie identifiziert haben, fragen Sie explizit nach den Dienstleistungen und Gebühren, die mit Ihrem Status verbunden sind. Nicht alle Banken erheben die gleichen Tarife: In einigen Fällen kann ein Wechsel in eine höhere Kategorie zu erheblichen Senkungen der Vermögensverwaltungsgebühren, Zugang zu anspruchsvolleren Anlageinstrumenten und spezialisierter Beratung führen. Vergleichen Sie die Angebote, bevor Sie sich entscheiden; es könnte sich lohnen, das Institut zu wechseln, falls Ihre Bank für Ihre Kategorie überhöhte Gebühren verlangt.

Anlagestrategien für die langfristige Perspektive

Was Aktienanlagen betrifft, so lässt sich die Zukunft nicht vorhersagen. Ob es sinnvoll ist, in Aktien zu investieren, hängt vom Anlagehorizont sowie von der eigenen Risikofähigkeit und Risikobereitschaft ab. An der Börse kann es immer zu vorübergehenden Kursrückgängen kommen. Rückblickend wäre es jedoch beispielsweise während der Finanzkrise 2007 vorteilhaft gewesen, Ruhe zu bewahren, anstatt die Aktien bei fallenden Kursen zu verkaufen.

Häufig gestellte Fragen
Ab welchem Vermögen halten mich die Banken für wohlhabend?
Laut Andreas Dietrich von der Hochschule Luzern beginnen die Banken, Kunden ab der zweiten Klassifizierungsgruppe als wohlhabend zu betrachten. Bei den Schweizer Regionalbanken liegt die Schwelle für das Private Banking (HNWI) bei 500'000 Franken, bei den Privatbanken sogar noch höher. Die genaue Schwelle variiert jedoch je nach Institution. Was zählt, ist das investierbare Vermögen, nicht das Gesamtvermögen.
Zählen Liegenschaften bei der Berechnung des Eigenkapitals für die Banksortierung?
Nein, persönlich bewohnte Liegenschaften zählen in der Regel nicht als Anlagevermögen. Ein Haus, in dem Sie leben, auch von beträchtlichem Wert, hat keinen Einfluss auf die Bankklassifizierung. Zählt nur das „Anlagevermögen“, also die für Finanzanlagen verfügbaren Vermögenswerte — Wertpapiere, Einlagen, Liquidität auf Anlagekonten. Eine Immobilienvererbung führt nicht automatisch dazu, dass Sie bei der Bank in die nächste Kategorie aufsteigen.
Lohnt es sich, in Aktien zu investieren, wenn ich ein Vermögen von 100'000 Franken habe?
Das hängt von deinem Zeithorizont und deiner Risikobereitschaft ab. Historisch gesehen verzeichnete der MSCI World Index über einen Anlagezeitraum von 20 Jahren ein durchschnittliches jährliches Wachstum von 8,5 Prozent. Während der Finanzkrise 2007 profitierten diejenigen, die investiert blieben, von der anschließenden Erholung. Wenn Ihr Ziel langfristig ist und Sie Kursschwankungen tolerieren können, können Anlagen in Aktien attraktiv sein; für kurze Zeithorizonte ist das Risiko höher.
Was ändert sich, wenn ich in die Bankkategorie aufsteige?
Der Wechsel in eine höhere Kategorie kann erhebliche Vorteile bieten: niedrigere Vermögensverwaltungsgebühren, Zugang zu spezialisierter Beratung, privilegierte Depotdienstleistungen und exklusive Anlageprodukte. Allerdings weist Dietrich darauf hin, dass eine rein vermögensbasierte Klassifizierung Grenzen hat: Banken sollten auch Verhalten, Kundenbedürfnisse und Einkommen berücksichtigen, um einen wirklich personalisierten Service zu bieten.
Woher weiß ich, welche Kategorie meine Bank mir zuweist?
Die meisten Bankinstitute geben diese Informationen im Profilbereich des Online-Banking-Dienstes an, oder Sie können sich direkt an Ihren Bankberater wenden. Die Banken sind transparent, wie sie ihre Kunden einstufen. Fragen Sie explizit: Nicht alle Banken berechnen die gleichen Gebühren für die gleiche Kategorie, daher lohnt es sich zu prüfen, ob es sich lohnt, das Institut zu wechseln.

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