Rhein auf dem Tiefststand, Preise in die Höhe schießen: Auch Benzin teurer (Grenzgänger-Leitfaden)

Das aussergewöhnlich niedrige Rheinniveau erschwert den Treibstofftransport in die Schweiz und treibt die Kosten in die Höhe.
Kontext
In Kürze
- Der Rhein ist auf dem tiefsten Stand der letzten Zeit. - Der Treibstofftransport in die Schweiz ist kompliziert. - Die Kosten sind gestiegen.
Eckdaten
- Der Transport einer Tonne von Rotterdam nach Basel ist von 22-28 Franken auf 240 Franken gestiegen. - Die Teuerung an der Pumpe wird auf 12 bis 16 Cent pro Liter Benzin geschätzt. - Die Lastkähne fahren mit stark reduzierten Lasten.
Das Niveau des Flusses zwingt die Lastkähne, mit stark reduzierten Lasten zu reisen. Besonders kritisch ist die Situation im rheinland-pfälzischen Abschnitt von Kaub, der für Schiffe aus nordeuropäischen Häfen praktisch unterbrochen ist. Die Schweiz ist für rund ein Fünftel ihrer Ölimporte auf den Rhein angewiesen.
Besonders kritisch ist die Situation für die Schweizer Städte am Rhein, wie Basel, Freiburg und Lausanne. Diese Städte sind stark auf den Treibstofftransport über den Rhein angewiesen, um ihre Tankstellen und die lokale Industrie zu versorgen.
Der Treibstofftransport über den Rhein ist ein komplexer Vorgang, der die Zusammenarbeit verschiedener Interessengruppen erfordert, darunter Reedereien, Kontrollbehörden und Tankstellen. Die derzeitige Situation stellt jedoch die Fähigkeit dieser Parteien, zusammenzuarbeiten, um den Kraftstofffluss in die Schweiz zu gewährleisten, auf eine harte Probe.
Schätzungen zufolge könnten die Benzinpreissteigerungen 12-16 Cent pro Jahr erreichen.
Operative Details
Das Bundesamt für wirtschaftliche Landesversorgung (BWL) weist auf «stark eingeschränkte» Transportkapazitäten hin, die aber durch Schiene, Strasse, Pipelines und Betriebsvorräte kompensiert werden können. Distributoren wie Volenergy, das die Marken BP, Shell und Ruedi Rüssel beliefert, greifen bereits auf die Lager und die Raffinerie in Cressier (NE) zurück.
Die derzeitige Situation ist auf die Verringerung der Ölproduktion zurückzuführen, die zu einer Verringerung der Transportkapazität und gleichzeitig zu einer Verringerung der Nachfrage nach Benzin geführt hat. Dies führte zu einer schweizweiten Benzinknappheit mit Sorgen um die laufende Sommersaison.
Nach Angaben des BWL wurde die Benzintransportkapazität im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 30% reduziert. Das bedeutet, dass Unternehmen die Benzinproduktion reduzieren müssen, um die Vorräte nicht zu erschöpfen. Besonders besorgniserregend ist dies in den entlegensten Gebieten der Schweiz, wie zum Beispiel im Kanton Graubünden, wo Benzin ohnehin schwer zu finden ist.
Verschärft wird die Situation durch fehlende Benzinvorräte in den Lagern. Nach Angaben von Volenergy wurden die Benzinvorräte in den Lagern im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 50 % reduziert. Dies bedeutet, dass Unternehmen auf externe Lager zurückgreifen müssen, um Benzin zu tanken, was teuer ist und zu Lieferverzögerungen führen kann.
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Wichtige Punkte
Bundesrat Albert Rösti räumte ein, dass bald strategische Erdölreserven erschlossen werden müssten. „Wir haben einen Hitzerekord und die Hitzewelle ist außergewöhnlich - das Ende ist noch nicht in Sicht“, sagte der Minister für Verkehr und Umwelt.
Um den Rhein spürbar hinaufzuklettern, würde ein isoliertes Gewitter nicht ausreichen: Es bräuchte intensive und langanhaltende Niederschläge. Nach Prognosen des Wetterdienstes MeteoSchweiz werden die Durchschnittstemperaturen in den kommenden Monaten über dem historischen Durchschnitt liegen. Insbesondere könnte der August 2023 nach August 2003 der zweitwärmste August der letzten 100 Jahre sein.
Die Rekordhitze führte zu einem deutlichen Anstieg der Benzinpreise. Nach Angaben des Ölmarktes ist der Preis für 95er Benzin im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um mehr als 10 Cent pro Liter gestiegen. Der aktuelle Preis liegt bei rund 1,35 CHF pro Liter, was bedeutet, dass ein 60-Liter-Sprudler rund 81 CHF kostet.
Die Schweizer Regierung prüft die Möglichkeit, strategische Erdölreserven zu erschliessen. Nach dem Bundesgesetz über strategische Reserven kann die Regierung den Verkauf von Treibstoffen aus der Reserve im Falle einer Energiekrise genehmigen. Das Gesetz sieht vor, dass die Rücklage innerhalb eines Jahres nach ihrer Bildung gefüllt und von einer unabhängigen Stelle verwaltet werden muss.
Die Schweizer Regierung hat bereits 500
Quelle: tio.ch
Häufig gestellte Fragen
- Warum ist der Rhein für die Schweiz wichtig?
- Die Schweiz ist für rund ein Fünftel ihrer Ölimporte auf den Rhein angewiesen.
- Was sind die Folgen des niedrigen Rheinpegels?
- Der Treibstofftransport in die Schweiz ist kompliziert und die Kosten sind gestiegen.
- Welche Maßnahmen werden ergriffen, um die begrenzten Transportkapazitäten auszugleichen?
- Das BWL wies darauf hin, dass die Transportkapazitäten durch den Einsatz von Bahn, Strasse, Pipelines und Betriebsvorräten kompensiert werden können.