Löhne und Arbeitsmarkt im Kanton St. Gallen

St. Gallen: Diversifizierte Wirtschaft zwischen Industrie, Dienstleistungen und Handel, kein eidgenössischer Mindestlohn und Löhne nach Ausbildung, Erfahrung und Verantwortung.
Kontext
In Kürze
- St. Gallen: Diversifizierte Wirtschaft zwischen Industrie, Dienstleistungen und Handel
- Kein eidgenössischer Mindestlohn in der Schweiz
- Branchen-GAV mit oder ohne Allgemeinverbindlichkeit
- Gehälter im Zusammenhang mit Ausbildung, Erfahrung und Verantwortungsniveau
Eckdaten
- Was : Arbeitsmarktstruktur im Kanton St. Gallen
- Wo: Kanton St. Gallen, Ostschweiz
- Wer: Arbeitgeber, Arbeitnehmer, Staatssekretariat für Wirtschaft (SECO), Bundesamt für Statistik (BfS)
- Wann: Aktueller Kontext, mit jährlichen Aktualisierungen
- Betrag: Kein gesetzlicher Mindestlohn des Bundes; GAV-bestimmte Löhne, Einzelverträge und Ausbildungsniveau
Der Arbeitsmarkt im Kanton St. Gallen spiegelt die Wirtschaftsstruktur der Ostschweiz wider: ein diversifiziertes Produktionsgefüge, in dem das verarbeitende Gewerbe, Finanz- und Versicherungsdienstleistungen, Handel, Gesundheit und Bildung koexistieren. Wer Arbeit sucht oder verstehen möchte, wie sein Gehalt positioniert ist, muss drei grundlegende Variablen berücksichtigen: den Tätigkeitsbereich, den Ausbildungsgrad und die gesammelte Erfahrung.
Branchen, die übernehmen
In St. Gallen wie auch in der übrigen Schweiz konzentriert sich die Arbeitsnachfrage auf die Bereiche Dienstleistungen, Gesundheit, Maschinenbau und Technologie. Die kantonale Wirtschaft profitiert von der Nähe zu den Wirtschaftszentren Zürich und Bodensee. Der sekundäre Sektor — insbesondere die Mechanik
Operative Details
# Gehaltsstufen nach Bildungsabschluss
In der Schweiz ist das Lohnniveau eng mit dem Bildungsweg verbunden. Der Bund unterscheidet traditionell vier Stufen: obligatorische Ausbildung, Sekundarstufe II (Lehre oder Maturität), nicht-universitäre tertiäre Ausbildung (SFP) und universitäre Ausbildung ( Bachelor, Master, Doktorat). Bei gleicher Branche erhalten Hochschulabsolventen höhere Gehälter, aber die Schere kann je nach Branche erheblich variieren.
Im Kanton St. Gallen werden die aggregierten Lohndaten für den gesamten Arbeitsmarkt periodisch vom BfS veröffentlicht, das die Lohnstruktur auf nationaler Ebene erfasst. Der Bund legt auf Bundesebene keinen gesetzlichen Mindestlohn fest: Der Lohn richtet sich nach Angebot und Nachfrage, GAV und Individualverhandlungen. Mehrere Kantone — namentlich Genf, Neuenburg, Jura und Basel-Stadt — haben jedoch per Gesetz einen kantonalen Mindestlohn eingeführt. St. Gallen gehört nicht zu diesen Kantonen: Es gilt daher der Grundsatz der Vertragsfreiheit, der, wo vorhanden, durch die jeweiligen GAV gemildert wird.
Als Orientierungshilfe dient der Schweizer Medianlohn als Richtwert: Die genaue Zahl wird jährlich vom BfS/BfS aktualisiert und landesweit indexiert. Der koordinierte Lohn im Sinne des BVG hängt hingegen von der Altersgruppe des Arbeitnehmers ab: 7% für diejenigen, die zwischen 25 und 34 Jahre alt sind
Nützliche Tools zum Schutz Ihres Nettolohns
Um Wechselkursverluste zu reduzieren, vergleichen Sie CHF-EUR-Wechseloptionen und Banken für Grenzgänger.
Wichtige Punkte
Wie man sich bei der Arbeitssuche in St. Gallen zurechtfindet
Für alle, die eine Stelle im Kanton St. Gallen suchen, ist der erste Schritt die Konsultation der nationalen Stellenbörsen und der kantonalen Arbeitsvermittlungsportale. Das SECO verwaltet den öffentlichen Arbeitsvermittlungsdienst und liefert Informationen zu den gefragten Berufen. Parallel dazu bieten die regionalen Arbeitsvermittlungszentren (RAV) Unterstützung bei der Erstellung der Bewerbungsunterlagen und bei der Zusammenführung von Angebot und Nachfrage.
Bevor man einen Vertrag unterzeichnet, ist es wichtig, einige Schlüsselelemente zu überprüfen: den angebotenen Lohn im Vergleich zum Referenzmarkt, das Bestehen eines branchenspezifischen Gesamtarbeitsvertrags (GAV) mit eventueller Allgemeinverbindlichkeit, die Dauer der Ferien und die Kündigungsfristen. Das Bundesrecht sieht steigende Kündigungsfristen je nach Dienstalter vor: ein Monat während des ersten Dienstjahres, zwei Monate vom zweiten bis zum neunten Jahr, drei Monate ab dem zehnten Jahr.
Vorgehen für Personen, die in die Schweiz ziehen
Für einen Schweizer Bürger oder einen Inhaber einer Aufenthaltsbewilligung, der in St. Gallen arbeiten möchte, ist der Ablauf relativ unkompliziert: aktive Suche über spezialisierte Portale, Einreichung der Bewerbungsunterlagen, Vorstellungsgespräch und Unterzeichnung des Vertrags. Für ausländische Bürger aus Drittstaaten ist die Ausstellung der Aufenthaltsbewilligung (L oder B) Sache des Staatssekretariats für Migration (SEM). Bürger der EU/EFTA profitieren dank des Freizügigkeitsabkommens von einem erleichterten Zugang zum Schweizer Arbeitsmarkt.
Nach der Anstellung werden die Vorsorgebeiträge direkt vom Lohn abgezogen: AHV/IV/EO, ALV/Arbeitslosenversicherung, UVG/UV und BVG. Der BVG-versicherte Arbeitnehmer leistet seinen Beitrag je nach Altersklasse und koordiniertem Lohn, den der Arbeitgeber zu gleichen Teilen übernimmt. Um die Vorsorgedeckung zu vervollständigen, schliessen viele Arbeitnehmer zusätzlich eine Säule 3a ab, deren maximaler Jahresbeitrag vom Bund indexiert wird.
Krankenkasse und Lebenshaltungskosten
Jeder in der Schweiz wohnhafte Person ist verpflichtet, innerhalb von drei Monaten nach Ankunft oder Geburt eine obligatorische Krankenversicherung (KVG) abzuschliessen. Die Prämien variieren je nach Kanton und Region: St. Gallen verfügt über mehrere Tarifzonen, jede mit unterschiedlichen Durchschnittsprämien. Das System sieht eine wählbare Franchise für den Versicherten vor (von CHF 300 bis CHF 2'500 für Erwachsene) sowie Prämienverbilligungen für die unteren Einkommensklassen, die auf kantonaler Ebene verwaltet werden. Für einen genauen Vergleich der verfügbaren Prämien in der eigenen Region ist es sinnvoll, den Krankenkassenvergleichsrechner zu konsultieren.
Auf der steuerlichen Seite wendet der Kanton St. Gallen einen eigenen kommunalen Multiplikator auf die Kantonssteuer an, der zur direkten Bundessteuer und zur Kantonssteuer hinzukommt. Jede Gemeinde legt ihren eigenen Steuersatz fest: Vor einem Umzug empfiehlt es sich, die Steuerlast der gewählten Gemeinde zu überprüfen, da der Unterschied zwischen den Gemeinden erheblich sein kann.
Nützliche Hilfsmittel für alle, die in der Schweiz arbeiten
Um das Nettogehalt aus einem Bruttolohn zu berechnen, steht der Lohnrechner zur Verfügung, ein Hilfsmittel, das Steuern, Sozialbeiträge und Abzüge berücksichtigt. Um die Krankenkassenprämien in der Region St. Gallen zu vergleichen, ermöglicht der Krankenkassenvergleichsrechner die Ermittlung der am besten geeigneten Deckung. Wer hingegen den Arbeitsmarkt erkunden möchte, findet in den Stellenanzeigen einen konkreten Ausgangspunkt.
Häufig gestellte Fragen
- Gibt es in der Schweiz einen eidgenössischen Mindestlohn?
- Nein. Der Bund legt auf Bundesebene keinen gesetzlichen Mindestlohn fest: Der Lohn wird durch Angebot und Nachfrage, Gesamtarbeitsverträge (GAV) und Individualverhandlungen bestimmt. Mehrere Kantone — Genf, Neuenburg, Jura und Basel-Stadt — haben jedoch per Gesetz einen kantonalen Mindestlohn eingeführt. St. Gallen gehört nicht dazu.
- Welche Branchen bieten die meisten Jobs in St. Gallen?
- Die Nachfrage konzentriert sich auf Dienstleistungen, Gesundheitswesen, Maschinenbau und Technologie. Die kantonale Wirtschaft profitiert von der Nähe zu den Polen Zürich und der Bodensee-Region. Der sekundäre Sektor bleibt eine tragende Säule, insbesondere die Feinmechanik und die Metallbearbeitung, während der tertiäre Sektor allmählich expandiert hat.
- Wie funktionieren allgemein verbindliche GAV?
- Der ordentliche GAV gilt für Arbeitnehmer, die Mitglieder der Vertragsparteien sind. Der allgemeinverbindlich erklärte GAV hingegen wird vom Bundesrat auf alle Arbeitgeber und Arbeitnehmer der Branche oder der Region ausgedehnt: In diesem Fall werden die Lohn- und Arbeitsbedingungen für alle verbindlich, auch für diejenigen, die nicht Mitglied der unterzeichnenden Verbände sind.
- Was sind die obligatorischen Sozialbeiträge vom Lohn?
- Die obligatorischen Lohnbeiträge sehen je nach Risikobereich eine AHV/IV/EO von 5,3% zu Lasten des Arbeitnehmers (10,6% gesamt), eine AD/AC von 1,1% bis zur indexierten Jahresobergrenze und UVG/UVG zwischen 0,7% und 1,5% vor. Der koordinierte BVG/BVG-Lohn richtet sich nach der Altersgruppe: 7% zwischen 25-34 Jahren, 10% zwischen 35-44 Jahren, 15% zwischen 45-54 und 18% ab 55 Jahren bis zum AHV-Referenzalter.
- Wie lauten die Kündigungsfristen des Bundes?
- Das Bundesrecht sieht je nach Dienstalter steigende Kündigungsfristen vor: einen Monat im ersten Dienstjahr, zwei Monate im zweiten bis neunten Dienstjahr und drei Monate ab dem zehnten Dienstjahr.