Bundesrat eröffnet landwirtschaftliche Vernehmlassung 2030

Lugano-Aussicht bei Sonnenuntergang, Schweiz — Symbol des Wohlstands durch Lebensmittelsicherheit

Bern, 2. September 2026: Der Bundesrat eröffnet die Vernehmlassung PA30+. Budget CHF 13.8 Milliarden für 2030-2033. Handlungsspielraum für Landwirte, Nachhaltigkeit der Lieferkette. Öffentliche Beteiligung bis zum 8. Dezember.

Kontext

Kurz zusammengefasst

  • Bundesrat startet Konsultation zur Agrarpolitik 2030+ (PA30+)
  • Budget: CHF 13.808 Milliarden für 2030-2033
  • Konsultation offen bis 8. Dezember 2026
  • 4 Bereiche: Handlungsspielraum, Märkte, Produktionsgrundlagen, Nachhaltigkeit der Wertschöpfungskette

Wichtige Fakten

  • Was: Konsultation zur Agrarpolitik 2030+ zur Erhöhung der Ernährungssicherheit
  • Wann: 2. September 2026 – 8. Dezember 2026 (Ende der Konsultation)
  • Wo: Schweiz (bundesweite Konsultation mit Kantonen, Verbänden, Bürgern)
  • Wer: Bundesrat
  • Betrag: CHF 13.808 Milliarden für 2030-2033
  • Umsetzung: Ab 2030
  • Ziel: Erhöhung der Ernährungssicherheit, Erweiterung des Handlungsspielraums der Landwirte, Stärkung der Wertschöpfung

Bundesratsmedienmitteilung vom 2. September 2026

Bern, 2. September 2026 — Der Bundesrat hat offiziell die Konsultation zur Agrarpolitik ab 2030, bezeichnet als PA30+, gestartet, mit dem erklärten Ziel, die Ernährungssicherheit der Schweiz zu stärken. Die Konsultation bleibt bis zum 8. Dezember 2026 offen und nimmt Beiträge von Landwirten, Branchenverbänden, kantonalen Verwaltungen und Bürgern entgegen.

Mit dieser strukturellen Reform will die Bundesregierung den unternehmerischen Handlungsspielraum der Schweizer Landwirte erweitern, die Wertschöpfung und die Effizienz der natürlichen Ressourcen stärken. Gleichzeitig überträgt die Regierung mehr Verantwortung auf die gesamte Agrar- und Lebensmittelkette — von der Lebensmittelverarbeitung, dem Einzelhandel bis hin zu den Verbrauchern — um ein nachhaltiges Ernährungssystem in ökologischer, wirtschaftlicher und sozialer Hinsicht zu gewährleisten.

Finanzielle Dimension der PA30+

Der Bundesrat hat dem Parlament die Ausgabengrenzen für die Landwirtschaft für die Jahre 2030–2033 in Höhe von CHF 13.808 Milliarden vorgeschlagen. Dieser Betrag liegt CHF 123 Millionen unter der für die Jahre 2026–2029 vorgesehenen Finanzierung, übersteigt jedoch um CHF 80 Millionen den Betrag, der sich bei Beibehaltung des Finanzplans 2030 in nominalen Begriffen ergeben würde. Das Parlament muss diese Ausgabengrenzen in der nächsten Phase noch genehmigen.

Die vier strategischen Bereiche der PA30+

Der Bundesrat schlägt spezifische Maßnahmen vor, die auf vier strategischen Achsen verteilt sind. Erstens, die Erweiterung des Handlungsspielraums und die Reduzierung des administrativen Aufwands: derzeit sind die Direktzahlungen für Ökologie und Tierschutz streng an die Einhaltung spezifischer Vorschriften gebunden. Die PA30+ zielt darauf ab, diese auf die Erreichung konkreter Ergebnisse umzustellen und den Landwirten mehr Gestaltungsspielraum zu geben. Die Digitalisierung der gesamten Wertschöpfungskette wird den administrativen Aufwand weiter reduzieren, indem eine neue Rechtsgrundlage einen einfachen und sicheren Datenaustausch gewährleistet.

Operative Details

Wie die PA30+ das Verhältnis zwischen Landwirten, Märkten und Verbrauchern verändert

Die Reform führt einen Paradigmenwechsel ein, der alle Ebenen der schweizerischen Lebensmittelkette betrifft, von den landwirtschaftlichen Betrieben bis zum Tisch des Verbrauchers.

Unterstützung der Märkte und Verbesserung der wirtschaftlichen Position

Der zweite Bereich der PA30+ zielt darauf ab, die Marktbeobachtung zu stärken und die Solidaritätsmaßnahmen zwischen den Akteuren auszuweiten, um die landwirtschaftlichen Betriebe bei der Wertschöpfung ihrer Produkte zu unterstützen. Eine zusätzliche finanzielle Unterstützung ist explizit in den Bereichen Milch und pflanzliche Kulturen für die direkte menschliche Ernährung vorgesehen. Diese Maßnahmen tragen direkt zur Verbesserung der wirtschaftlichen Situation der Landwirte und zur Stärkung ihrer Verhandlungsposition gegenüber den Großhändlern bei.

Für die Beschäftigten im landwirtschaftlichen und Lebensmittelverarbeitungssektor bedeutet dies eine geringere Preisschwankung und eine bessere Verhandlungsfähigkeit mit den großen Händlern. Für die schweizerischen Verbraucher bedeutet dies eine größere Verfügbarkeit von qualitativ hochwertigen lokalen Produkten, was direkte Auswirkungen auf die nationalen Lebenshaltungskosten hat.

Investitionen in Produktionsgrundlagen und nachhaltige Technologien

Der dritte strategische Bereich befasst sich mit den strukturellen Grundlagen der schweizerischen Lebensmittelsicherheit: dem Schutz der Kulturen, der Förderung nützlicher Insekten und Organismen, der Unterstützung nachhaltiger Technologien, der Ausbildung und der spezialisierten technischen Beratung. Diese Maßnahmen unterstützen die landwirtschaftlichen Betriebe auch bei der Anpassung an den Klimawandel, ein immer kritischerer Faktor für die Stabilität der schweizerischen Lebensmittelproduktion.

Im Vergleich zur vorherigen Phase (2026-2029) stellt die Betonung der Ressourceneffizienz und innovativer Technologien einen wichtigen qualitativen Sprung dar. Es geht nicht mehr nur um die Einhaltung von Vorschriften, sondern um eine Strategie zur strukturellen Modernisierung des schweizerischen Primärsektors, die vom Bundesrat gewünscht wird.

Einbindung der Wertschöpfungskette und kollektive Verantwortung

Der vierte Bereich fördert die Nachhaltigkeit entlang der gesamten agroalimentären Wertschöpfungskette. Es sind Vereinbarungen über Ziele zwischen dem Bundesrat und dem Einzelhandel vorgesehen, begleitet von Initiativen zur Sensibilisierung der Verbraucher für eine ausgewogene Ernährung auf der Basis von qualitativ hochwertigen schweizerischen Produkten. Die PA30+ erkennt an, dass die Lebensmittelsicherheit nicht nur eine Verantwortung der Landwirte ist, sondern von der gesamten Wertschöpfungskette, von der Verarbeitung bis zum Handel und den Endverbrauchern, geteilt werden muss. Für diejenigen, die im schweizerischen agroalimentären Sektor tätig sind, finden Sie die Arbeitsmöglichkeiten im Lebensmittelsektor.

Nützliche Tools zum Schutz Ihres Nettolohns

Um Wechselkursverluste zu reduzieren, vergleichen Sie CHF-EUR-Wechseloptionen und Banken für Grenzgänger.

Wichtige Punkte

Wie man an der öffentlichen Konsultation teilnimmt

Die öffentliche Konsultation zur PA30+ bleibt bis zum 8. Dezember 2026 geöffnet. Interessierte Parteien — landwirtschaftliche Verbände, Organisationen der Lebensmittelkette, Gewerkschaftsvertretungen, kantonale Verwaltungen, Gemeinden, Umweltorganisationen und Einzelpersonen — können ihre Beiträge an den Bundesrat senden.

Die Beiträge müssen bis spätestens 8. Dezember 2026 bei der Bundesverwaltung eingereicht werden. Es wird kein bestimmtes Format verlangt, die Beiträge müssen jedoch klar die Position des Einsenders und die Gründe dafür angeben. Die eingegangenen Beobachtungen werden vom Bundesrat analysiert, um eventuelle Anpassungen vor der endgültigen Vorlage an das Bundesparlament vorzunehmen.

Fristen und nächste Schritte

8. Dezember 2026: Letzter Termin für die Einreichung von Beiträgen zur öffentlichen Konsultation zur PA30+.

Nach Abschluss der Konsultationsphase wird der Bundesrat das Feedback von Landwirten, Kantonen, Branchenorganisationen und Bürgern auswerten und eine überarbeitete Version des gesamten Maßnahmenpakets zusammen mit einer Zusammenfassung der Konsultationsergebnisse vorbereiten. Diese Version wird dann dem Parlament zur endgültigen Genehmigung vorgelegt. Der genaue Zeitplan der parlamentarischen Diskussion wurde im Bundeskommuniqué noch nicht festgelegt, die operative Umsetzung der PA30+ ist jedoch ab 2030 vorgesehen.

Was in den kommenden Monaten zu erwarten ist

Bis Dezember werden die schweizerischen Landwirtschaftsverbände, die Branchenorganisationen der Agrar- und Lebensmittelwirtschaft sowie öffentliche und private Stakeholder das PA30+-Projekt im Detail analysieren. Die landwirtschaftlichen Betriebe werden die Gelegenheit haben, den konkreten Einfluss des neuen Handlungsspielraums auf ihre operative Verwaltung und die administrativen Abläufe zu bewerten. Die Verbraucher werden besser verstehen, welche Rolle die PA30+ im schweizerischen Lebensmittelsystem spielt und welche kollektiven Verantwortlichkeiten gefordert werden.

Nach Abschluss der Konsultation am 8. Dezember wird der Bundesrat das vollständige Dossier dem Parlament zur Genehmigung und zur eventuellen parlamentarischen Diskussion vorlegen. Landwirte, Arbeiter der Lebensmittelkette und schweizerische Verbraucher werden somit in einen der wichtigsten bundesstaatlichen Entscheidungsprozesse für die nationale Lebensmittelsicherheit im Jahrzehnt 2030-2040 einbezogen.

Um die Entwicklungen der schweizerischen Agrarpolitik zu verfolgen und die Auswirkungen auf die Lebenshaltungskosten und die Verfügbarkeit lokaler Produkte zu verstehen, können Sie unseren Rechner verwenden. Bleiben Sie außerdem über Arbeitsmöglichkeiten im schweizerischen Agrar- und Lebensmittelsektor auf dem Laufenden.

Quelle: admin.ch

Häufig gestellte Fragen
Was ist PA30+ und wann tritt es tatsächlich in Kraft?
Die PA30+ ist die am 2. September 2026 offiziell gestartete Agrarpolitik 2030+ des Bundesrates. Ziel ist es, die Ernährungssicherheit der Schweiz zu erhöhen, indem der Handlungsspielraum der Landwirte erweitert, die Wertschöpfung, die Ressourceneffizienz und die Nachhaltigkeit der gesamten Lebensmittelversorgungskette gestärkt werden. Die operative Umsetzung ist ab 2030 geplant. Aktuell hat der Bundesrat bis zum 8. Dezember 2026 eine öffentliche Konsultation eröffnet, um Feedback zu allen vorgeschlagenen Massnahmen einzuholen.
Wie viel wird die Schweiz in die neue Agrarpolitik 2030-2033 investieren?
Der Bundesrat hat vorgeschlagen, für die Jahre 2030-2033 CHF 13.808 Milliarden bereitzustellen. Dieser Betrag ist um CHF 123 Mio. niedriger als die für die Jahre 2026-2029 vorgesehene Finanzausstattung, liegt aber nominal um CHF 80 Mio. höher als bei Beibehaltung des Finanzplans 2030. Das Bundesparlament muss diese Ausgabenobergrenzen in der Phase nach der Vernehmlassung noch förmlich genehmigen.
Was sind die 4 strategischen Interventionsbereiche der PA30+?
Die PA30+ gliedert sich in vier Achsen: (1) Erweiterung des Handlungsspielraums der Landwirte und Verringerung der Bürokratie durch Digitalisierung der Lieferkette; (2) Unterstützung des reibungslosen Funktionierens der Märkte und Verbesserung der wirtschaftlichen Lage der Landwirte durch zusätzliche Unterstützung für Milch und Pflanzenkulturen; (3) Verbesserung der Produktionsgrundlagen und der Ressourceneffizienz, einschließlich der Anpassung an den Klimawandel durch nachhaltige Technologien; (4) Förderung der Nachhaltigkeit der Lebensmittelversorgungskette durch Konventionen mit dem Einzelhandel und Sensibilisierung der Verbraucher.
Wie kann ich bis zum 8. Dezember an der Konsultation zu PA30+ teilnehmen?
Die öffentliche Konsultation läuft bis zum 8. Dezember 2026. Jeder — Landwirte, Berufsverbände, kantonale Verwaltungen, Bürger, Umweltorganisationen — kann Beiträge an den Bundesrat einreichen. Ein bestimmtes Format ist nicht erforderlich, aber die Beiträge müssen die Position und die Gründe des Einreichers klar angeben. Nach Abschluss der Vernehmlassung wird der Bundesrat das erhaltene Feedback prüfen und eine revidierte Fassung für das Parlament vorbereiten.
Welche praktischen Vorteile bringt PA30+ den Schweizer Landwirten?
Die PA30+ bietet den Landwirten mehr Flexibilität in der Betriebsführung: Die Zahlungen für Ökologie und Tierschutz werden auf das Erreichen konkreter Ergebnisse anstatt auf die Einhaltung strenger Vorgaben ausgerichtet. Darüber hinaus werden die zusätzliche Unterstützung für Milch- und Gemüsekulturen für die direkte menschliche Ernährung, Investitionen in nachhaltige Technologien, Schulungen und technische Beratung ihre wirtschaftliche Position und Anpassungsfähigkeit an den Klimawandel verbessern.

Verwandte Artikel