Kürzung um 25 Millionen Franken für USI und SUPSI: Was sich für Grenzgänger ändert
Der Staatsrat kürzt die Beiträge an die USI und SUPSI um 6,8 Millionen Franken. Erhöhung der Studiengebühren für ausländische Studierende und Rückgriff auf Rücklagen. Priorität liegt auf der akademischen Wettbewerbsfähigkeit.
Contesto
Der Staatsrat des Kantons Tessin hat ein Sparpaket von 25 Millionen Franken zur Finanzierung der beiden Krankenkassen-Initiativen verabschiedet. Betroffen sind unter anderem der öffentliche Verkehr, Flüchtlinge, Dienstleistungen für Menschen mit Behinderungen sowie die beiden kantonalen Hochschulen: die Università della Svizzera Italiana (USI) und die Scuola universitaria professionale della Svizzera italiana (SUPSI). Für die USI beläuft sich der direkte Kürzungsbetrag auf 5,5 Millionen Franken, was – unter Einbezug des bereits 2023 um eine Million reduzierten Budgets – einer Gesamtkürzung von 6,5 Millionen Franken in zwei Jahren entspricht. ### Die Bilanz der USI in Gefahr Der amtierende Rektor der USI, Gabriele Balbi, spricht von einem «perfekten Sturm», der die akademische Strategie des Kantons bedroht. «Das ist eine Kürzung, die sehr ins Gewicht fällt», erklärt Balbi und verweist darauf, dass bei einem Budget von 130 Millionen Franken der Verlust von 6,5 Millionen Franken fast fünf Prozent der Einnahmen ausmacht. «Die Hauptsorge gilt der strategischen Ausrichtung: Welche Art von Universität will der Kanton Tessin in den nächsten dreissig Jahren? Wollen wir dieses Juwel, das wir aufgebaut haben, erhalten oder uns für etwas anderes entscheiden?», fragt sich der Rektor. Die USI hat bereits auf ihre Rücklagen zurückgegriffen und prüft weitere Massnahmen, doch das Risiko, im akademischen Wettbewerb der Schweiz an Boden zu verlieren, ist real. Die SUPSI muss hingegen mit einer Kürzung von 1,3 Millionen Franken rechnen. Der Generaldirektor Franco Gervasoni betont, dass 75 Prozent der Kosten der Einrichtung auf Personal entfallen, was den Spielraum für Einsparungen stark einschränkt. «Wir müssen jede Ausgabenposition genau analysieren, um Attraktivität und Wettbewerbsfäh...
Dettagli operativi
Für die Università della Svizzera italiana (USI) und die Scuola universitaria professionale della Svizzera italiana (SUPSI) kommt die Kürzung der öffentlichen Beiträge zu einem kritischen Zeitpunkt. Seit Jahren sind die beiden Institutionen für Grenzgänger und ausländische Studierende ein zentraler Anlaufpunkt und ziehen Talente aus ganz Europa an. Doch die Entscheidung des Staatsrats könnte die Hochschulen dazu zwingen, ihre Strategien zu überdenken – mit direkten Auswirkungen auch auf die transnationalen Arbeitskräfte, die täglich die Kurse besuchen. ### Die Erhöhung der Studiengebühren für ausländische Studierende Eine der vom Tessiner Regierungsrat vorgeschlagenen Maßnahmen zur Abfederung der Kürzungen ist eine Erhöhung der Studiengebühren für ausländische Studierende. Aktuell beträgt die jährliche Gebühr an der USI 4.000 Franken für Schweizer Studierende und 8.000 Franken für ausländische. «Diese Beträge gehören bereits jetzt zu den höchsten in der Schweiz», erklärt Balbi, «weil der Kanton Tessin die Universität anteilsmässig weniger finanziert als andere Kantone». Eine weitere Erhöhung könnte ausländische Studierende zusätzlich abschrecken – zumal diese bereits mit hohen Kosten und der Konkurrenz durch Hochschulen in anderen europäischen Ländern konfrontiert sind. ### Wettbewerbsfähigkeit in Gefahr Die SUPSI, die mit ihrem praxisorientierten Ausbildungsmodell bei Grenzgängern besonders beliebt ist, droht an Attraktivität zu verlieren. «80 % unserer Kosten entfallen auf das Personal», erklärt Gervasoni. «Jede Kürzung in diesem Bereich könnte zu einem Stellenabbau führen – eine Entwicklung, die den Arbeitsmarkt im Tessin besonders hart treffen würde, gerade auch für diejenigen, die an der Grenze arbeiten». Die Sorge ist, dass der Verlust an Wettbewerbsfähigkeit...
Punti chiave
Für Grenzgänger, die die USI oder SUPSI besuchen, werden die kommenden Wochen entscheidend sein. Die beiden Universitäten prüfen derzeit, wie sie mit den Kürzungen umgehen können – einige Maßnahmen könnten bereits ab dem nächsten akademischen Jahr in Kraft treten. Hier erfahren Sie, wie Sie Ihre Interessen am besten schützen können. ### Schritt 1: Offizielle Mitteilungen verfolgen USI und SUPSI werden in den kommenden Tagen offizielle Updates zu den beschlossenen Maßnahmen veröffentlichen. Es ist entscheidend, sich über die institutionellen Kanäle wie Websites und Newsletter auf dem Laufenden zu halten. «Die endgültigen Entscheidungen werden bis Ende des Jahres getroffen», erklärt Balbi. «In der Zwischenzeit raten wir allen Studierenden, die offiziellen Mitteilungen zu folgen und an den von den Fakultäten organisierten Informationsveranstaltungen teilzunehmen.» ### Schritt 2: Alternativen prüfen Sollte die Erhöhung der Studiengebühren für ausländische Studierende bestätigt werden, könnten Grenzgänger folgende Optionen in Betracht ziehen: - Einschreibung in Online-Kurse anderer Schweizer Universitäten; - Wahl von Hochschulen in Regionen mit niedrigeren Gebühren, etwa in der Deutschschweiz; - Prüfung, ob der Arbeitgeber Beiträge zur Weiterbildung anbietet. ### Schritt 3: Studienberatungsstellen kontaktieren Die Studienberatungsstellen von USI und SUPSI stehen Studierenden zur Verfügung, um Unterstützung zu leisten. «Wir sind uns bewusst, dass diese Situation Unsicherheit auslösen kann», betont Gervasoni. «Deshalb organisieren wir individuelle Beratungstermine, um gemeinsam die besten Lösungen zu erarbeiten.» Studierende können über die offiziellen Websites der beiden Institutionen einen Termin vereinbaren. ### Schritt 4: Das eigene Budget überprüfen Eine Erhöhung...
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Häufig gestellte Fragen
- Welche genauen Kürzungen sind für die USI und SUPSI vorgesehen?
- Die USI muss im Jahr 2024 mit Kürzungen von 5,5 Millionen Franken rechnen, was unter Einbezug der bereits 2023 vorgenommenen Million einer Gesamtreduktion von 6,5 Millionen Franken in zwei Jahren entspricht. Die SUPSI verliert 1,3 Millionen Franken.
- Wird es eine Erhöhung der Studiengebühren für ausländische Studierende geben?
- Die Tessiner Regierung hat vorgeschlagen, die Studiengebühren für ausländische Studierende – derzeit bei 8.000 Franken pro Jahr – zu erhöhen, um die Auswirkungen der Kürzungen abzufedern. Eine endgültige Entscheidung steht jedoch noch aus.
- Wie wirken sich diese Kürzungen auf die Kurse aus, die Grenzgänger besuchen?
- Die Kürzungen könnten zu einer Verringerung des Lehrangebots, höheren Studiengebühren oder weniger Investitionen in Forschung und Innovation führen. Die Universitäten prüfen derzeit mögliche Maßnahmen.
- Was können Grenzgänger tun, um sich zu schützen?
- Grenzgänger sollten offizielle Mitteilungen der USI und SUPSI genau verfolgen, Alternativen wie Online-Kurse oder Hochschulen in anderen Regionen prüfen und nach Stipendien oder finanziellen Zuschüssen vonseiten ihrer Arbeitgeber Ausschau halten.
- Bis wann werden die endgültigen Maßnahmen festgelegt?
- Die endgültigen Entscheidungen von USI und SUPSI werden voraussichtlich bis Ende 2024 getroffen. Die Maßnahmen könnten bereits im kommenden akademischen Jahr in Kraft treten.