Kürzung um 25 Millionen Franken für USI und SUPSI: Was sich für Grenzgänger ändert

Der Staatsrat kürzt die Beiträge an die USI und SUPSI um 6,8 Millionen Franken. Erhöhung der Studiengebühren für ausländische Studierende und Rückgriff auf Rücklagen. Priorität liegt auf der akademischen Wettbewerbsfähigkeit.
Kontext
Auf einen Blick
- Tessin spende 25 Mio. Franken für Krankenkassen-Initiativen
- USI und SUPSI müssen Budgetkürzungen hinnehmen
- Studiengebühren für ausländische Studierende könnten steigen
- Wettbewerbsfähigkeit der Hochschulen im Tessin gefährdet
Wichtige Fakten
- Budgetkürzung USI: 5,5 Millionen Franken (insgesamt 6,5 Mio. in zwei Jahren)
- Budgetkürzung SUPSI: 1,3 Millionen Franken
- Aktuelle Studiengebühren USI: 4.000 Franken (Schweizer), 8.000 Franken (ausländische)
- Frist für Maßnahmen: Bis Ende 2024
- Wettbewerbsdruck: Gefährdung durch höhere Gebühren und Kürzungen
- Auswirkungen: Möglicher Stellenabbau und Reduzierung des Lehrangebots
- Strategische Planung: Überprüfung der Studienstrategie durch USI und SUPSI
Der Staatsrat des Kantons Tessin hat ein Sparpaket von 25 Millionen Franken zur Finanzierung der beiden Krankenkassen-Initiativen verabschiedet. Betroffen sind unter anderem der öffentliche Verkehr, Flüchtlinge, Dienstleistungen für Menschen mit Behinderungen sowie die beiden kantonalen Hochschulen: die Università della Svizzera Italiana (USI) und die Scuola universitaria professionale della Svizzera italiana (SUPSI). Für die USI beläuft sich der direkte Kürzungsbetrag auf 5,5 Millionen Franken, was – unter Einbezug des bereits 2023 um eine Million reduzierten Budgets – einer Gesamtkürzung von 6,5 Millionen Franken in zwei Jahren entspricht.
Die Bilanz der USI in Gefahr
Der amtierende Rektor der USI, Gabriele Balbi, spricht von einem «perfekten Sturm», der die akademische Strategie des Kantons bedroht. «Das ist eine Kürzung, die sehr ins Gewicht fällt», erklärt Balbi und verweist darauf, dass bei einem Budget von 130 Millionen Franken der Verlust von 6,5 Millionen Franken fast fünf Prozent der Einnahmen ausmacht. «Die Hauptsorge gilt der strategischen Ausrichtung: Welche Art von Universität will der Kanton Tessin in den nächsten dreissig Jahren? Wollen wir dieses Juwel, das wir aufgebaut haben, erhalten oder uns für etwas anderes entscheiden?», fragt sich der Rektor. Die USI hat bereits auf ihre Rücklagen zurückgegriffen und prüft weitere Massnahmen, doch das Risiko, im akademischen Wettbewerb der Schweiz an Boden zu verlieren, ist real.
Die SUPSI muss hingegen mit einer Kürzung von 1,3 Millionen Franken rechnen. Der Generaldirektor Franco Gervasoni betont, dass 75 Prozent der Kosten der Einrichtung auf Personal entfallen, was den Spielraum für Einsparungen stark einschränkt. «Wir müssen jede Ausgabenposition genau analysieren, um Attraktivität und Wettbewerbsfähigkeit nicht zu gefährden – insbesondere in einem zunehmend dynamischen akademischen Umfeld», so Gervasoni.
Bereits laufende Kürzungen des Bundes
Die beiden Institutionen sehen sich bereits mit den vom Bund beschlossenen Kürzungen konfrontiert, die zusätzliche Herausforderungen mit sich bringen. Balbi erinnert daran, dass seit über eineinhalb Jahren Arbeitsgruppen damit beschäftigt sind, diese zukünftigen Kürzungen sowie die möglichen Anpassungen der Studiengebühren im Rahmen der bilateralen Abkommen mit der Europäischen Union zu bewältigen. «Es ist eine beispiellose Situation, die das gesamte Tessiner Hochschulsystem auf eine harte Probe stellen wird», schliesst der Rektor.
Operative Details
Für die Università della Svizzera italiana (USI) und die Scuola universitaria professionale della Svizzera italiana (SUPSI) kommt die Kürzung der öffentlichen Beiträge zu einem kritischen Zeitpunkt. Seit Jahren sind die beiden Institutionen für Grenzgänger und ausländische Studierende ein zentraler Anlaufpunkt und ziehen Talente aus ganz Europa an. Doch die Entscheidung des Staatsrats könnte die Hochschulen dazu zwingen, ihre Strategien zu überdenken – mit direkten Auswirkungen auch auf die transnationalen Arbeitskräfte, die täglich die Kurse besuchen.
Die Erhöhung der Studiengebühren für ausländische Studierende
Eine der vom Tessiner Regierungsrat vorgeschlagenen Maßnahmen zur Abfederung der Kürzungen ist eine Erhöhung der Studiengebühren für ausländische Studierende. Aktuell beträgt die jährliche Gebühr an der USI 4.000 Franken für Schweizer Studierende und 8.000 Franken für ausländische. «Diese Beträge gehören bereits jetzt zu den höchsten in der Schweiz», erklärt Balbi, «weil der Kanton Tessin die Universität anteilsmässig weniger finanziert als andere Kantone». Eine weitere Erhöhung könnte ausländische Studierende zusätzlich abschrecken – zumal diese bereits mit hohen Kosten und der Konkurrenz durch Hochschulen in anderen europäischen Ländern konfrontiert sind.
Wettbewerbsfähigkeit in Gefahr
Die SUPSI, die mit ihrem praxisorientierten Ausbildungsmodell bei Grenzgängern besonders beliebt ist, droht an Attraktivität zu verlieren. «80 % unserer Kosten entfallen auf das Personal», erklärt Gervasoni. «Jede Kürzung in diesem Bereich könnte zu einem Stellenabbau führen – eine Entwicklung, die den Arbeitsmarkt im Tessin besonders hart treffen würde, gerade auch für diejenigen, die an der Grenze arbeiten». Die Sorge ist, dass der Verlust an Wettbewerbsfähigkeit sowohl Studierende als auch Lehrkräfte in andere Regionen abwandern lässt und damit das Bildungsangebot für die Grenzgänger schrumpft, die täglich die Grenze überqueren, um die Hörsäle in Lugano, Mendrisio oder Locarno zu erreichen.
Vergleich mit der früheren Situation
Vor den Kürzungen konnten USI und SUPSI mit stabilen Finanzierungen und einem kontinuierlichen Anstieg der Studierendenzahlen rechnen. Nun stehen die beiden Institutionen vor einer Kürzung von insgesamt 6,8 Millionen Franken und müssen ihre strategischen Pläne überarbeiten. «Wir stehen vor einer beispiellosen Situation», betont Balbi. «Die Gefahr besteht, dass die Tessiner Hochschulen gegenüber Universitäten in anderen Schweizer Regionen ins Hintertreffen geraten, wo die öffentlichen Beiträge deutlich höher ausfallen».
Mögliche Szenarien
Sollte die Regierung keine weiteren Massnahmen ergreifen, könnten die beiden Universitäten gezwungen sein, folgende Schritte zu gehen:
- Das Lehrangebot zu reduzieren und weniger frequentierte Studiengänge zu streichen;
- Die Studiengebühren für alle Studierenden – sowohl Schweizer als auch ausländische – zu erhöhen;
- Stellen abzubauen, was direkte Folgen für die lokale Beschäftigung hätte;
- Investitionen in Forschung und Innovation zu kürzen, was die Qualität der Lehre beeinträchtigen würde.
Falls diese Szenarien eintreten, hätte dies direkte Auswirkungen auf die Grenzgänger: Sie müssten ihre Studienpläne überdenken oder nach Alternativen in anderen Kantonen suchen.
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Wichtige Punkte
Für Grenzgänger, die die USI oder SUPSI besuchen, werden die kommenden Wochen entscheidend sein. Die beiden Universitäten prüfen derzeit, wie sie mit den Kürzungen umgehen können – einige Maßnahmen könnten bereits ab dem nächsten akademischen Jahr in Kraft treten. Hier erfahren Sie, wie Sie Ihre Interessen am besten schützen können.
Schritt 1: Offizielle Mitteilungen verfolgen
USI und SUPSI werden in den kommenden Tagen offizielle Updates zu den beschlossenen Maßnahmen veröffentlichen. Es ist entscheidend, sich über die institutionellen Kanäle wie Websites und Newsletter auf dem Laufenden zu halten. «Die endgültigen Entscheidungen werden bis Ende des Jahres getroffen», erklärt Balbi. «In der Zwischenzeit raten wir allen Studierenden, die offiziellen Mitteilungen zu folgen und an den von den Fakultäten organisierten Informationsveranstaltungen teilzunehmen.»
Schritt 2: Alternativen prüfen
Sollte die Erhöhung der Studiengebühren für ausländische Studierende bestätigt werden, könnten Grenzgänger folgende Optionen in Betracht ziehen:
- Einschreibung in Online-Kurse anderer Schweizer Universitäten;
- Wahl von Hochschulen in Regionen mit niedrigeren Gebühren, etwa in der Deutschschweiz;
- Prüfung, ob der Arbeitgeber Beiträge zur Weiterbildung anbietet.
Schritt 3: Studienberatungsstellen kontaktieren
Die Studienberatungsstellen von USI und SUPSI stehen Studierenden zur Verfügung, um Unterstützung zu leisten. «Wir sind uns bewusst, dass diese Situation Unsicherheit auslösen kann», betont Gervasoni. «Deshalb organisieren wir individuelle Beratungstermine, um gemeinsam die besten Lösungen zu erarbeiten.» Studierende können über die offiziellen Websites der beiden Institutionen einen Termin vereinbaren.
Schritt 4: Das eigene Budget überprüfen
Eine Erhöhung der Studiengebühren oder die Reduzierung von Stipendien könnte den persönlichen Haushalt belasten. Es empfiehlt sich daher:
- Die monatlichen Ausgaben zu überprüfen;
- Mögliche Kreditanträge oder Stipendien zu prüfen;
- Den Arbeitgeber zu kontaktieren, um nach Fördermöglichkeiten für die Weiterbildung zu fragen.
Schritt 5: Sich auf Veränderungen vorbereiten
Sollten die Kürzungen zu einer Reduzierung des Kursangebots führen, ist es ratsam, sich frühzeitig über die von den Universitäten vorgeschlagenen Alternativen zu informieren. «Wir arbeiten daran, die Kontinuität der gefragtesten Studiengänge zu gewährleisten», versichert Balbi. «Dennoch könnten einige Änderungen unvermeidbar sein.»
📊💡⚠️ Wichtige Tools
Für Grenzgänger, die den finanziellen Einfluss der Kürzungen abschätzen möchten, kann der Gehaltrechner helfen, die eigenen Finanzen basierend auf möglichen Gebührenerhöhungen oder Einkommensrückgängen zu berechnen. Zudem ermöglicht der Vergleich der Studiengebühren einen direkten Vergleich der Kosten der Tessiner Universitäten mit denen anderer Kantone.
Wichtige Fristen
- Bis Ende 2024: Veröffentlichung der endgültigen Maßnahmen durch USI und SUPSI;
- Bis Februar 2025: Beginn der Einschreibungen für das akademische Jahr 2025/2026;
- Bis Juni 2025: Endgültige Entscheidung über die bundesweiten Kürzungen, die die USI betreffen.
Informiert zu bleiben und schnell zu handeln, wird in dieser Phase der Unsicherheit von zentraler Bedeutung sein.
Quelle: ticinonews.ch
Häufig gestellte Fragen
- Welche genauen Kürzungen sind für die USI und SUPSI vorgesehen?
- Die USI muss im Jahr 2024 mit Kürzungen von 5,5 Millionen Franken rechnen, was unter Einbezug der bereits 2023 vorgenommenen Million einer Gesamtreduktion von 6,5 Millionen Franken in zwei Jahren entspricht. Die SUPSI verliert 1,3 Millionen Franken.
- Wird es eine Erhöhung der Studiengebühren für ausländische Studierende geben?
- Die Tessiner Regierung hat vorgeschlagen, die Studiengebühren für ausländische Studierende – derzeit bei 8.000 Franken pro Jahr – zu erhöhen, um die Auswirkungen der Kürzungen abzufedern. Eine endgültige Entscheidung steht jedoch noch aus.
- Wie wirken sich diese Kürzungen auf die Kurse aus, die Grenzgänger besuchen?
- Die Kürzungen könnten zu einer Verringerung des Lehrangebots, höheren Studiengebühren oder weniger Investitionen in Forschung und Innovation führen. Die Universitäten prüfen derzeit mögliche Maßnahmen.
- Was können Grenzgänger tun, um sich zu schützen?
- Grenzgänger sollten offizielle Mitteilungen der USI und SUPSI genau verfolgen, Alternativen wie Online-Kurse oder Hochschulen in anderen Regionen prüfen und nach Stipendien oder finanziellen Zuschüssen vonseiten ihrer Arbeitgeber Ausschau halten.
- Bis wann werden die endgültigen Maßnahmen festgelegt?
- Die endgültigen Entscheidungen von USI und SUPSI werden voraussichtlich bis Ende 2024 getroffen. Die Maßnahmen könnten bereits im kommenden akademischen Jahr in Kraft treten.
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