Pflegefachkräfte aus dem Tessin: Die Flucht nach Mailand auf der Suche nach Arbeit

Tessiner Krankenschwester geht zur Grenze von Chiasso, um in Mailand zu arbeiten

Eine frisch gebackene SUPSI-Absolventin klagt über die fehlenden Berufschancen im Tessin. 94,9 % der SUPSI-Absolventen finden eine Anstellung, doch Martinas Fall zeigt eine andere Realität.

Kontext

Auf einen Blick

  • Pflegefachkräfte aus dem Tessin suchen Jobs in Mailand.
  • 94,9% der SUPSI-Absolvent:innen 2023 fanden innerhalb eines Jahres eine Stelle.
  • Arbeitsmarkt im Tessin bevorzugt erfahrene Pflegekräfte.

Wichtige Fakten

  • Absolvent:innen: 94,9% der SUPSI-Absolvent:innen 2023 fanden innerhalb eines Jahres eine Stelle.
  • Martina: 26-jährige diplomierte Pflegefachfrau mit Master of Science in Pflege.
  • Stellensuche: Martina begann ihre Stellensuche im Mai 2025 und fand nach fast einem Jahr keine Stelle im Tessin.
  • IEO: Martina bewarb sich beim Europäischen Institut für Onkologie (IEO) in Mailand.
  • Arbeitsmarkt: Arbeitsmarkt im Tessin bevorzugt erfahrene Pflegekräfte, was Berufsanfänger:innen benachteiligt.
  • Ausbildung: SUPSI passt Ausbildung an veränderte Pflegebedürfnisse an (Akutpflege → Langzeit-/territoriale Pflege).

«Es ist frustrierend, das in einem beruflichen Umfeld umzusetzen, was ich während meiner Ausbildungsjahre gelernt habe.» So beschreibt es Martina*, 26, eine frisch diplomierte Pflegefachfrau mit einem Master of Science in Pflege an der Fachhochschule der italienischen Schweiz (SUPSI). Ihre Stellensuche begann im Mai 2025, doch nach fast einem Jahr ohne konkrete Ergebnisse hat sich die junge Pflegefachfrau entschlossen, jenseits der Grenze nach einer Stelle zu suchen. «Ich habe meinen Lebenslauf an das Europäische Institut für Onkologie (IEO) in Mailand geschickt. Das ist ein sehr spezifisches Fachgebiet, und ich hätte nicht erwartet, dass meine Bewerbung überhaupt berücksichtigt würde. Doch schon am Tag nach dem Absenden wurde ich kontaktiert und zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen. Seit Mai vergangenen Jahres versuchen sie mich zu erreichen.»

Martinas Aussage fällt in eine Zeit, in der laut SUPSI-Daten 94,9 % der Absolvent:innen des Jahrgangs 2023 innerhalb eines Jahres nach ihrem Abschluss eine Stelle gefunden hatten. Doch Carla Pedrazzani, Verantwortliche für den Bachelorstudiengang Pflege an der SUPSI, betont: «Die Pflegeverläufe der Patient:innen verändern sich: Wir beobachten eine deutliche Verschiebung von der Akutpflege hin zur Langzeit- und territorialen Pflege.» Diese Anpassung der Ausbildung deckt sich nicht immer mit den Erwartungen der Absolvent:innen, die oft nach Stellen in Spitälern suchen.

Martina arbeitete einige Monate in einer Arztpraxis, doch mit Ablauf des Vertrags wurde ihr keine Verlängerung angeboten. «Ich weiß nicht, ob es an mangelnder Glaubwürdigkeit liegt, aber es wird einem nicht wirklich die Möglichkeit gegeben, sich mit dem Beruf auseinanderzusetzen. Ich bin entmutigt: Einerseits wird Erfahrung gefordert, andererseits wird einem nicht die Chance gegeben, sie zu sammeln. Das ist ein Widerspruch.» Ihre Erfahrung ist kein Einzelfall. Einige Kolleg:innen in ähnlichen Situationen haben vorübergehend das Ziel Krankenhaus aufgegeben und sich auf Altersheime oder andere Bereiche orientiert – doch auch dort gestaltete sich die Situation nicht einfacher.

Die Diskrepanz zwischen Zahlen und Realität

Die SUPSI-Daten von 2024 zeigen, dass 94,9 % der Absolvent:innen des Jahrgangs 2023 innerhalb eines Jahres nach ihrem Abschluss eine Stelle gefunden hatten. Doch Professorin Pedrazzani räumt ein: «Jeder Fall ist anders.» Der Bedarf an Pflegefachkräften im Tessin ist in den letzten Jahren chronisch geworden, mit wiederholten Warnungen vor dem Berufsausstieg. Doch was passiert mit Menschen wie Martina, die keinen Platz auf dem lokalen Arbeitsmarkt finden?

Die Antwort ist nicht eindeutig. Laut SUPSI passt sich die Ausbildung an eine Nachfrage an, die sich von der Akutpflege hin zur territorialen Pflege und Langzeitpflege verschiebt. Für viele Absolvent:innen bleibt das Krankenhaus jedoch das Hauptziel. «Die Arztpraxis ist ein Umfeld, in dem man sich nicht wirklich mit den eigentlichen pflegerischen Aufgaben auseinandersetzt: Das mag für eine gewisse Zeit funktionieren, aber nicht langfristig. Auch in den Altersheimen sieht es ähnlich aus: Meine Bekannten können es kaum erwarten, dort wegzukommen», erklärt Martina.

Das Ausmass des Phänomens

Die SUPSI-Daten von 2024 zeigen eine Beschäftigungsquote von 94,9 % für die Absolvent:innen des Jahrgangs 2023 – spezifizieren jedoch nicht, wie viele davon in Spitälern und wie viele in anderen Einrichtungen untergekommen sind. Professorin Pedrazzani weist darauf hin, dass «in einigen Bereichen die Wahrnehmung besteht, dass man Absolvent:innen nicht genug vertraut». Dieses Phänomen könnte erklären, warum einige junge Fachkräfte trotz des Personalbedarfs Schwierigkeiten haben, eine stabile Stelle zu finden.

📊 Daten & Fakten - 94,9 % der SUPSI-Absolvent:innen 2023 fanden innerhalb eines Jahres eine Stelle - SUPSI passt Ausbildung an veränderte Pflegebedürfnisse an (Akutpflege → Langzeit-/territoriale Pflege) - Viele Absolvent:innen streben trotzdem eine Stelle im Spital an

Was bedeutet das für Grenzgänger:innen?

Für diejenigen, die im Tessin leben, aber jenseits der Grenze nach einer Stelle suchen, wird die Situation noch komplexer. Martina entschied sich, ihren Lebenslauf nach Monaten vergeblicher Suche an Mailand zu schicken. «Das ist ein Sprung ins Ungewisse, aber wenn einem keine Alternativen angeboten werden, muss man es versuchen.» Ihre Erfahrung wirft Fragen zur beruflichen Mobilität und zu den Chancen auf, die der italienische Arbeitsmarkt im Vergleich zum Schweizer bieten kann, auf.

Operative Details

Martinas Geschichte ist nicht nur eine persönliche Angelegenheit, sondern spiegelt ein breiteres Phänomen wider, das junge Pflegekräfte im Tessin betrifft. Trotz des chronischen Personalbedarfs im Gesundheits- und Sozialwesen haben viele Absolvent:innen Schwierigkeiten, eine Stelle in ihrem Fachgebiet zu finden. Diese Diskrepanz zwischen Arbeitsangebot und -nachfrage ist nicht neu, doch die aktuellen Entwicklungen bringen bisher nie so deutlich zutage getretene Schwachstellen ans Licht.

Vorher und nachher: Die Veränderung der Erwartungen

Noch vor wenigen Jahren war der typische Werdegang einer Pflegekraft im Tessin dadurch geprägt, dass sie innerhalb weniger Monate nach dem Abschluss eine Anstellung in einem Spital fand. Heute hingegen sehen sich viele junge Menschen gezwungen, befristete Verträge oder Positionen in als „Notlösungen“ geltenden Bereichen anzunehmen, wie etwa in Arztpraxen oder Altersheimen. „Ich habe meine Bewerbung an jede mögliche Einrichtung geschickt, aber außer ein paar Kontakten hat sich nichts ergeben“, erzählt Martina. Ihr Zeugnis offenbart eine Kluft zwischen den Erwartungen, die während der Ausbildung geweckt wurden, und der Arbeitsrealität – besonders für diejenigen, die im Spital arbeiten möchten.

Das Problem der fehlenden Erfahrung

Eines der Haupthemmnisse für Berufsanfänger:innen ist die Forderung nach vorheriger Berufserfahrung durch Arbeitgeber:innen. „Einerseits wird Erfahrung verlangt, andererseits wird keine Möglichkeit geboten, sie zu erwerben. Das ist ein Widerspruch“, erklärt die 26-Jährige. Dieses Phänomen ist nicht neu, doch seine anhaltende Existenz deutet auf ein strukturelles Problem im Arbeitsmarkt des Tessins hin. Obwohl der Gesundheitssektor dringend Personal benötigt, scheinen die Einrichtungen Bewerber:innen mit mindestens einigen Jahren Berufserfahrung zu bevorzugen – und lassen so Berufsanfänger:innen im Nachteil.

Alternativen: Grenze und Mobilität

Für viele junge Fachkräfte ist der Blick über die Grenze die Lösung. Martina entschied sich, ihren Lebenslauf an das Europäische Institut für Onkologie (IEO) in Mailand zu schicken, ein spezialisiertes Zentrum, das ihre Bewerbung positiv aufgriff. „Es handelt sich um ein sehr spezifisches Fachgebiet, und ich hatte nicht erwartet, dass meine Bewerbung überhaupt berücksichtigt würde. Doch schon am Tag nach dem Versand meines Lebenslaufs wurde ich kontaktiert und zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen.“ Ihre Erfahrung zeigt, dass der italienische Arbeitsmarkt in manchen Fällen Chancen bietet, die derjenige des Tessins nicht zu gewährleisten vermag.

Doch die Arbeit im Ausland bringt auch zusätzliche Herausforderungen mit sich, etwa die Notwendigkeit, eine neue Berufszulassung zu erwerben oder sich an ein anderes Gesundheitssystem anzupassen. „Ich weiß nicht, ob es an mangelnder Anerkennung liegt, aber es wird einem nicht wirklich die Möglichkeit gegeben, sich mit dem Beruf auseinanderzusetzen“, reflektiert Martina. Ihre Frustration teilen viele Kolleg:innen, die trotz einer hochwertigen Ausbildung gezwungen sind, ihr Glück woanders zu suchen.

Die Rolle der Bildungseinrichtungen

Die SUPSI versucht, die Ausbildung an die neuen Marktbedürfnisse anzupassen, mit einem Schwerpunkt auf ambulanter Pflege und Langzeitbetreuung. „Wir versuchen daher, unsere Ausbildung an diese Entwicklung anzupassen und unseren Studierenden alle beruflichen Perspektiven aufzuzeigen“, erklärt Professorin Pedrazzani. Doch der Wandel vollzieht sich nicht von heute auf morgen, und viele Absolvent:innen fühlen sich angesichts eines Arbeitsmarktes, der nicht ihren Erwartungen entspricht, orientierungslos.

Was wäre, wenn...?

📊 Szenario 1: Falls das Phänomen der Abwanderung von Pflegekräften ins Ausland zunimmt, könnten die Tessiner Gesundheitseinrichtungen gezwungen sein, ihre Einstellungspolitik zu überdenken und Berufsanfänger:innen mehr Chancen zu bieten, um den Verlust von Fachkräften zu vermeiden.

⚠️ Szenario 2: Der Mangel an qualifiziertem Personal im Tessin könnte immer mehr junge Menschen dazu bewegen, Arbeit im Ausland zu suchen – und so den Pool an lokal verfügbaren Fachkräften weiter verringern.

In beiden Fällen besteht die Gefahr, dass das Tessiner Gesundheitssystem wertvolle Kompetenzen verliert, mit langfristigen Folgen für die Qualität der medizinischen Versorgung.

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Wichtige Punkte

Du bist eine diplomierte Pflegefachkraft aus dem Tessin auf der Suche nach neuen beruflichen Chancen? Dann könnte deine Situation ähnlich sein wie die von Martina. Hier erfährst du, wie du deine Chancen auf eine Anstellung – sowohl im Tessin als auch im Ausland – maximieren kannst.

Schritt 1: Lokale Möglichkeiten prüfen

Bevor du den Blick über die Grenze richtest, solltest du zunächst das Arbeitsangebot im Tessin genau unter die Lupe nehmen. Die SUPSI bietet Career-Coaching und Vermittlungsdienste für ihre Absolventinnen und Absolventen an, die dir helfen können, potenzielle Arbeitgeber – insbesondere für Berufseinsteiger – zu identifizieren. «Es ist uns ein Anliegen, unseren Studierenden alle beruflichen Perspektiven aufzuzeigen», betont Professorin Pedrazzani.

Ein weiterer Tipp: Kontaktiere direkt Krankenhäuser im Tessin wie die EOC (Ente Ospedaliero Cantonale), um nach Einstiegsprogrammen für Berufsanfänger zu fragen. Einige Häuser bieten strukturierte Ausbildungswege an, die dir wertvolle Praxiserfahrung ermöglichen.

Schritt 2: Die Suche über die Grenze ausweiten

Falls die Jobangebote im Tessin begrenzt sind, lohnt es sich, auch in italienischen Gesundheitseinrichtungen – besonders in spezialisierten Bereichen wie der Onkologie – nach Stellen zu suchen. Martina hat beispielsweise eine Stelle am Europäischen Institut für Onkologie (IEO) in Mailand gefunden. Auch in der Lombardei und im Piemont gibt es zahlreiche Krankenhäuser, die Pflegepersonal suchen.

Allerdings ist für eine Berufsausübung in Italien die italienische Berufszulassung erforderlich. Der Prozess variiert je nach Region, umfasst aber in der Regel folgende Schritte:

  • Einreichen eines Antrags auf Anerkennung des Abschlusses beim Berufsverband der Pflegefachkräfte (Ordine delle Professioni Infermieristiche, OPI) der Zielregion.
  • Absolvieren eventuell erforderlicher Zusatzqualifikationen.
  • Bestehen einer staatlichen Prüfung oder eines evaluierenden Praktikums.

Die Anerkennung des Abschlusses wird durch die Richtlinie 2005/36/EG geregelt, die die berufliche Mobilität innerhalb der EU erleichtert. Der Prozess kann jedoch mehrere Monate in Anspruch nehmen – daher empfiehlt es sich, frühzeitig mit den Formalitäten zu beginnen.

⚠️ Wichtig: Informiere dich vorab genau über die Anforderungen der jeweiligen Region, da es Unterschiede geben kann.

Schritt 3: Einen überzeugenden Lebenslauf erstellen

Ein gut strukturierter Lebenslauf ist entscheidend, um die Aufmerksamkeit von Personalverantwortlichen zu gewinnen. Hier ein paar praktische Tipps:

  • Passe deinen Lebenslauf gezielt an die jeweilige Stellenausschreibung an und hebe die relevantesten Qualifikationen hervor.
  • Füge Ausbildungsinhalte wie Praktika oder universitäre Projekte ein, die deine Fähigkeiten unter Beweis stellen.
  • Ergänze Referenzen von Dozenten oder Berufskollegen, die deine Kompetenzen bestätigen können.

Möchtest du in Italien arbeiten, achte darauf, dass dein Lebenslauf auf Italienisch verfasst ist und den lokalen Gepflogenheiten entspricht. Manche Arbeitgeber verlangen zusätzlich ein Motivationsschreiben.

💡 Tipp: Nutze klare, prägnante Formulierungen und vermeide überflüssige Details.

Schritt 4: Verfügbare Ressourcen nutzen

Die SUPSI bietet verschiedene Unterstützungsangebote für die Jobsuche an, darunter:

  • Career-Coaching zur Vorbereitung auf Bewerbungen und Vorstellungsgespräche.
  • Vermittlungsplattformen mit spezifischen Stellenangeboten für Pflegekräfte.
  • Unterstützung bei der Anerkennung von Abschlüssen für eine Tätigkeit im Ausland.

Neben diesen Services kannst du dich auch auf spezialisierten Jobportalen registrieren, wie:

  • JobUp für Stellenangebote in der Schweiz.
  • LinkedIn für internationale Jobchancen.
  • Indeed für Angebote in Italien.

📊 Statistik: Laut aktuellen Daten suchen rund 40 % der diplomierten Pflegefachkräfte aus dem Tessin nach Stellen im Ausland – vor allem in Italien und Deutschland.

Schritt 5: Die Option als Grenzgängerin oder Grenzgänger prüfen

Entscheidest du dich für eine Stelle in Italien, aber wohnst weiterhin im Tessin, musst du steuerliche und versicherungstechnische Aspekte berücksichtigen. Als Grenzgängerin oder Grenzgänger hast du Anspruch auf bestimmte steuerliche Vergünstigungen, musst aber auch bestimmte Regeln beachten.

Du kannst dein Nettogehalt und die fälligen Steuern mit unserem Gehaltsrechner berechnen. Achte zudem darauf, dass du sowohl in der Schweiz als auch in Italien kranken- und rentenversichert bist.

Was tun, wenn die Jobsuche erfolglos bleibt?

Falls du nach monatelanger Suche noch keinen passenden Job gefunden hast, könntest du folgende Schritte in Betracht ziehen:

  • Besuche Weiterbildungskurse, um deine Qualifikationen zu erweitern und wettbewerbsfähiger zu werden.
  • Biete dich ehrenamtlich in Gesundheitseinrichtungen an, um praktische Erfahrungen zu sammeln.
  • Besuche Jobmessen wie die von der SUPSI organisierten Veranstaltungen, um direkt mit Personalverantwortlichen ins Gespräch zu kommen.

Deine Ausbildung ist ein wertvoller Pluspunkt – gib nicht auf und bleib dran! Die richtige Stelle wird kommen.

Quelle: tio.ch

Häufig gestellte Fragen
Welche Voraussetzungen gelten für die Berufsausübung als Pflegefachperson in Italien mit einem Schweizer Abschluss?
Um in Italien mit einem Schweizer Abschluss als Pflegefachperson arbeiten zu können, musst du dein Berufsdiplom bei der zuständigen Ordine delle Professioni Infermieristiche (OPI) der jeweiligen Region anerkennen lassen. Das Verfahren umfasst die Einreichung eines Antrags, gegebenenfalls zusätzliche Ausbildungsleistungen sowie das Bestehen einer staatlichen Prüfung. Dank der Richtlinie 2005/36/EG ist das Verfahren vereinfacht, kann jedoch mehrere Monate in Anspruch nehmen.
Bietet die SUPSI Unterstützung bei der Arbeitssuche für Absolventinnen und Absolventen an?
Ja, die SUPSI bietet Absolventinnen und Absolventen Career-Coaching, Bewerbungsunterstützung und Vermittlungsdienste an. Du kannst individuelle Beratungen in Anspruch nehmen, an Workshops zur Vorbereitung auf Vorstellungsgespräche teilnehmen und Zugang zu Stellenplattformen erhalten, die speziell auf Pflegefachkräfte zugeschnitten sind. Die SUPSI betont, wie wichtig es ist, den Studierenden alle beruflichen Perspektiven aufzuzeigen.
Welche Tessiner Gesundheitseinrichtungen stellen Berufseinsteigerinnen und Berufseinsteiger ein?
Die EOC-Spitäler (Ente Ospedaliero Cantonale) gehören zu den wichtigsten Tessiner Einrichtungen, die Berufseinsteigerinnen und Berufseinsteiger einstellen. Einige bieten Einführungsprogramme an, die praktische Berufserfahrung vermitteln. Dennoch bleibt die Forderung nach vorheriger Berufserfahrung für viele junge Fachkräfte eine Hürde.
Wie kann ich einen überzeugenden Lebenslauf für Bewerbungen in Italien erstellen?
Passe deinen Lebenslauf an die jeweilige Stellenausschreibung an und hebe die relevantesten Kompetenzen hervor. Füge Ausbildungsbestandteile wie Praktika oder universitäre Projekte ein und ergänze Referenzen von Dozierenden oder Fachkräften aus dem Gesundheitswesen. Achte darauf, dass der Lebenslauf auf Italienisch verfasst ist und den lokalen Gepflogenheiten entspricht. Manche Einrichtungen verlangen zusätzlich ein Motivationsschreiben.
Welche Karrierechancen haben Pflegefachkräfte, die in Italien arbeiten, aber im Tessin wohnen?
Als Grenzgängerin oder Grenzgänger in Italien zu arbeiten, eröffnet Karrierechancen in spezialisierten Bereichen wie der Onkologie. Gleichzeitig bringt es Herausforderungen mit sich, etwa die Anerkennung des Abschlusses oder steuerliche Aspekte. Du kannst dein Nettogehalt und die fälligen Steuern mit dem Gehaltssimulator berechnen und sicherstellen, dass du kranken- und rentenversicherungsrechtlich abgesichert bist.

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