Tessin: Neue Regeln gegen invasive Arten für Grenzgänger

Quagga-Muschellarven an einem Boot im Tessin

Ab 2026 kantonale Unterstützung zur Bekämpfung von Tapinoma-Ameisen, Quaggamuscheln und Louisiana-Garnelen. Reinigungspflicht für Boote, um Kontaminationen zu vermeiden.

Kontext

Auf einen Blick

  • Tessin finanziert ab 2026 Gemeinden gegen Tapinoma-Ameise.
  • Vernebelungsgeräte gegen Tigermücke sind verboten.
  • 18.000 Louisiana-Flusskrebse bis 2025 gefangen.
  • Boote müssen zwischen Seen gereinigt werden.

Wichtige Fakten

  • Invasive Art: Tapinoma-Ameise
  • Finanzhilfen: Ab 2026 für Gemeinden im Tessin
  • Verbot: Vernebelungsgeräte gegen Tigermücke
  • Fangaktion: 18.000 Louisiana-Flusskrebse bis 2025
  • Reinigungspflicht: Boote zwischen Seen
  • Meldepflicht: Für invasive Arten wie Louisiana-Flusskrebs
  • Sanktionen: Bei Nichteinhaltung der Maßnahmen
  • Schulungen: Für Bürger und Bootsnutzer

Ameisen Tapinoma: Finanzhilfen für die Gemeinden

Der Kanton Tessin führt ab 2026 finanzielle Unterstützung für die Gemeinden ein, um die Verbreitung der invasiven Tapinoma-Ameise einzudämmen. Mit diesem Massnahmenpaket sollen die Gemeinden spezifische Richtlinien überwachen, mit autorisierten Schädlingsbekämpfern zusammenarbeiten – etwa bei der Erstellung technischer Formulare – und gegebenenfalls kantonale Subventionen beantragen. «Die Gemeinden sind aufgefordert, die Einhaltung spezifischer Richtlinien zu überwachen, in Zusammenarbeit mit zugelassenen Schädlingsbekämpfern entsprechende Formulare auszufüllen und gegebenenfalls Subventionen zu beantragen», erklärt Francesca Botta von der Sektion Luft, Wasser und Boden.

📊 Grenzgänger in der Verantwortung: Wer als Grenzgänger im Tessin lebt und in Italien arbeitet, ist aufgerufen, mögliche Befallssituationen bei der zuständigen Wohngemeinde zu melden. Die aus Afrika stammende Tapinoma verbreitet sich rasant und kann elektrische Anlagen sowie Hausisolierungen beschädigen. Die Gemeinden müssen Monitoring- und Interventionspläne aktivieren, unterstützt durch Umweltberater.

Tigermücke: Verbot von Vernebelungsgeräten

Experten des Instituts für Mikrobiologie der SUPSI haben den Einsatz neuer Vernebelungsgeräte gegen die Tigermücke als unwirksam und potenziell gefährlich eingestuft. «Wir raten von diesen Vernebelungsgeräten ab. Es gibt keine wissenschaftlichen Belege für ihre Wirksamkeit: Sie reduzieren das Problem nicht, sondern verschieben es höchstens», betont Eleonora Flacio von der SUPSI. Die versprühten Produkte können Trinkwasser und benachbarte Grundstücke kontaminieren und stellen zudem eine Gefahr für Haustiere und Lebensmittel dar.

💡 Handlungsempfehlung für Grenzgänger: Wer in der Schweiz Gärten oder Balkone nutzt, sollte auf traditionelle Präventionsmethoden setzen, etwa das Entfernen von Wasseransammlungen. Die Gemeinden haben die Aufgabe, die Verbreitung der Tigermücke zu überwachen und Aufklärungskampagnen für Anwohner und Grenzgänger zu lancieren.

Louisiana-Flusskrebs: 18’000 Exemplare 2025 gefangen

Seit 2021 ist der Louisiana-Flusskrebs in den Bolle von Magadino nachgewiesen. Bis 2025 konnten dank verschiedener Fangmethoden über 18’000 Exemplare entfernt werden. Massimiliano Foglia vom Amt für Natur und Landschaft appelliert an die Bevölkerung: «Falls Sie diese Art entdecken, informieren Sie bitte unser Amt oder das Jagd- und Fischereiamt. Versetzen Sie den Krebs nicht in ein anderes Gewässer – die Gefahr, dass er neue Lebensräume besiedelt, ist zu gross.»

⚠️ Aufruf an Grenzgänger: Wer Feuchtgebiete oder Gewässer im Tessin besucht, muss das Auftreten dieses Krebses sofort melden, da er das lokale Ökosystem bedroht. Das Jagd- und Fischereiamt hat ein Schnellmeldesystem zur Eindämmung der Ausbreitung eingerichtet.

Quagga-Muschel: Reinigungspflicht für Boote zwischen Seen

Die ersten Larven der Quagga-Muschel wurden im Tessin nachgewiesen, nachdem sie bereits nördlich der Alpen aufgetaucht waren. Diese Art stellt eine Bedrohung für die Tessiner Seen dar, da sie Wasserleitungen verstopft. Mauro Marazzi von der Sektion Luft, Wasser und Boden erklärt: «Wer sich von einem See zum anderen bewegt, muss seine gesamte Ausrüstung reinigen und trocknen lassen.»

📊 Verantwortung für Bootsnutzer: Dazu zählen auch Grenzgänger, die Boote zu Freizeit- oder Arbeitszwecken nutzen. Vor dem Wechsel zwischen verschiedenen Seen müssen strenge Reinigungs- und Trocknungsverfahren eingehalten werden. Bei Nichteinhaltung drohen administrative Bussen.

Operative Details

Auswirkungen auf die Gewohnheiten der Grenzgänger: Was ändert sich konkret?

Für die Grenzgänger, die im Tessin leben und täglich nach Italien pendeln, bringen die neuen Maßnahmen gegen invasive Arten zusätzliche Pflichten mit sich. Wer etwa ein Boot besitzt, muss vor Fahrten zwischen verschiedenen Seen häufiger Kontrollen unterziehen lassen, was zu Verzögerungen bei Freizeit- oder Berufstätigkeiten führen kann. Die Reinigung von Angel- oder Sportausrüstung wird zur Pflicht, wobei die Geräte vollständig getrocknet werden müssen, um die Verbreitung der Larven der Quagga-Muschel zu verhindern.

Grenzgänger, die Gärten oder Außenbereiche nutzen, müssen künftig stärker auf die Prävention gegen die Tigermücke achten: Der Einsatz von Vernebelern ist verboten, stattdessen sollten traditionelle Methoden wie das Beseitigen von Wasseransammlungen angewendet werden. Auch die Meldung invasiver Arten wie des Louisiana-Krebses oder der Tapinoma-Ameise wird zur Bürgerpflicht – die Meldung erfolgt schnell und unkompliziert über die zuständigen kantonalen Stellen.

📊 Wichtige Neuerungen im Überblick:

  • Regelmäßige Kontrollen von Booten vor Seenfahrten
  • Trocknungspflicht für Angel- und Sportausrüstung
  • Verbot von Vernebelern gegen Tigermücken
  • Meldepflicht für invasive Arten wie den Louisiana-Krebs oder die Tapinoma-Ameise

Verfahrensanweisungen für Gemeinden und Bürger

Die Tessiner Gemeinden müssen koordinierte Interventionspläne mit den kantonalen Behörden und Umweltberatern erstellen. Für Grenzgänger bedeutet das: engere Zusammenarbeit mit den lokalen Verwaltungen – durch zeitnahe Meldungen, Einhaltung der Richtlinien und Teilnahme an Informationskampagnen. Kantonale Zuschüsse für die Bekämpfung der Tapinoma-Ameise könnten beispielsweise auch Wohnungs- oder Genossenschaftseigentümern zugutekommen, die Maßnahmen in gemeinsamen Bereichen ergreifen.

Die SUPSI organisiert in Zusammenarbeit mit den Gemeinden Schulungen für Bürger und Akteure aus dem nautischen Bereich, in denen die neuen Reinigungs- und Präventionsverfahren erläutert werden. Die Kurse stehen auch interessierten Grenzgängern offen und bieten flexible Zeiten, um die Teilnahme zu erleichtern.

💡 Tipps für Grenzgänger:

  • Informieren Sie sich über lokale Meldewege für invasive Arten
  • Nutzen Sie die kantonalen Zuschüsse für Desinfektionsmaßnahmen
  • Nehmen Sie an den angebotenen Schulungen teil

Worst-Case-Szenario: Was passiert bei Nichteinhaltung der Maßnahmen?

Bei unterlassener Meldung invasiver Arten wie des Louisiana-Krebses können die kantonalen Behörden administrative Sanktionen verhängen. Wer Quagga-Muscheln an Booten nicht ausreichend reinigt, riskiert die Besiedlung neuer Lebensräume in Seen – mit schwerwiegenden Folgen für die Trinkwasserversorgung und das Ökosystem. Der Einsatz von Vernebelern gegen Tigermücken, die nicht den Vorgaben entsprechen, kann zu Umwelt- und Gesundheitsschäden führen, was öffentliche Gesundheitsrisiken und Strafen wegen unsachgemäßer Chemikalienverwendung nach sich zieht.

Grenzgänger, die die neuen Regeln ignorieren, könnten den Zugang zu bestimmten Gebieten oder Booten verlieren und müssen mit Bußgeldern rechnen. Es ist daher ratsam, sich frühzeitig bei den kantonalen Stellen oder der Wohngemeinde zu informieren, um unangenehme Überraschungen zu vermeiden.

⚠️ Wichtige Hinweise:

  • Bußgelder bei Nichteinhaltung der Meldepflicht
  • Verlust des Zugangs zu Booten oder Gebieten möglich
  • Gesundheits- und Umweltrisiken bei unsachgemäßer Anwendung von Chemikalien
  • Informieren Sie sich bei den kantonalen Behörden über die genauen Vorgaben

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Wichtige Punkte

Schritt-für-Schritt-Leitfaden für grenzüberschreitende Pendler: Was zu tun ist, um Strafen zu vermeiden

1. Melden Sie invasive Arten: Wenn Sie Tapinoma-Ameisen, Louisiana-Garnelen oder Quagga-Muscheln entdecken, wenden Sie sich umgehend an das Amt für Natur und Landschaft (Amt für Jagd und Fischerei) oder Ihre örtliche Gemeinde. Halten Sie Ihre Standortdaten und ein Foto Ihres Exemplars für eine einfache Überprüfung bereit.

2. Bootsreinigung: Wenn Sie ein Boot besitzen oder nautische Ausrüstung verwenden, reinigen und trocknen Sie Ihre Ausrüstung gründlich, bevor Sie zwischen verschiedenen Seen wechseln. Verwenden Sie bestimmte Reinigungsmittel und folgen Sie den im Abschnitt zum Schutz von Luft, Wasser und Bodenschutz angegebenen Verfahren. Weitere Details finden Sie unter guida SUPSI sulla prevenzione delle cozze quagga.

3. Tigermückenprävention: Entfernen Sie sämtliches stehendes Wasser in Gärten, Balkonen oder Außenbereichen. Vermeiden Sie den Einsatz von chemischen Sprühern: Sie bevorzugen natürliche Methoden wie das Einführen von larvenvoren Fischen in Zierteiche. Für praktische Beratung wenden Sie sich an Ihre Gemeinde oder besuchen Sie den speziellen Bereich unter sito della SUPSI.

4. Überwachung von Tapinoma-Ameisen: Wenn Sie Nester von Tapinoma-Ameisen bemerken, versuchen Sie nicht, sie selbst zu beseitigen. Melde das Problem bei deiner Gemeinde, die dann autorisierte Kammerjäger kontaktiert. Kantonale Subventionen für Interventionen sind auf formelle Anfrage der Gemeindeverwaltung verfügbar.

5. Dokumentation und Fristen: Führen Sie alle umgesetzten Berichte und Verfahren im Blick. Die kantonalen Behörden können im Falle von Inspektionen Dokumentationen verlangen. Achten Sie beim Reinigen der Boote darauf, die von den Gemeinden festgelegten Fristen einzuhalten, insbesondere während der Touristensaison.

💡 Praktischer Tipp: Laden Sie die offizielle App des Kantons Tessin herunter, um invasive Arten zu melden, verfügbar für iOS und Android. Die App ermöglicht es Ihnen, geolokalisierte Fotos zu senden und Echtzeit-Updates zu aktiven Präventionsmaßnahmen in Ihrer Region zu erhalten.

Fristen und nützliche Referenzen

  • Berichte über invasive Arten: Jederzeit, über das Amt für Natur und Landschaft oder die Wohngemeinde. - Bootsreinigung: Vor jedem Umzug zwischen verschiedenen Seen verpflichtend. Siehe linee guida SUPSI für detaillierte Verfahren. - Subventionen für die Entschärfung von Tapinomen: Können über die Wohnsitzgemeinde beantragt werden, mit Verfahren, die seit 2026 aktiv sind. - SUPSI-Kurse: Für 2026 geplant. Die Anmeldung öffnet im Januar 2026 auf der Website von SUPSI.

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Quelle: rsi.ch

Häufig gestellte Fragen
Welche invasiven Arten sind für Grenzgänger im Tessin am gefährlichsten?
Die für Grenzgänger relevantesten invasiven Arten im Tessin sind die Hausameise Tapinoma (schädigt Gebäude), die Asiatische Tigermücke (Krankheitsüberträger), der Louisiana-Flusskrebs (stört aquatische Ökosysteme) sowie die Quagga-Muschel (verstopft Wasserleitungen). Alle erfordern eine schnelle Meldung und spezifische Massnahmen der kantonalen Behörden.
Wie meldet man invasive Arten im Tessin?
Invasive Arten können über das Büro für Natur und Landschaft oder das Jagd- und Fischereiamt des Kantons Tessin gemeldet werden. Eine Fotografie und die genaue Angabe des Fundorts sind dabei hilfreich. Meldungen sind auch über die offizielle App des Kantons Tessin möglich.
Welche Strafen drohen bei Nichteinhaltung der neuen Vorschriften?
Bei unterlassener Meldung invasiver Arten können die kantonalen Behörden administrative Bussen verhängen. Bei Quagga-Muscheln kann eine mangelnde Reinigung von Booten zur Besiedlung neuer Lebensräume führen, was mit Geldstrafen und der Pflicht zu Nachbesserungen einhergeht. Nicht vorschriftsmässig eingesetzte Vernebelungsgeräte gegen Tigermücken können Umwelt- und Gesundheitsbelastungen verursachen und bergen Risiken für die öffentliche Gesundheit.
Haben Grenzgänger Anspruch auf Subventionen für die Bekämpfung der Hausameise Tapinoma?
Ja, Gemeinden können kantonale Subventionen für Bekämpfungsmassnahmen gegen die Hausameise Tapinoma beantragen. Grenzgänger müssen das Problem ihrer Wohnsitzgemeinde melden, die dann den Subventionsantrag stellt. Die Verfahren werden ab 2026 aktiv.
Was müssen Bootsbesitzer tun, um die Verbreitung der Quagga-Muschel zu verhindern?
Bootsbesitzer müssen ihre Ausrüstung vor dem Wechsel zwischen verschiedenen Seen gründlich reinigen und trocknen. Die Verwendung spezifischer Reinigungsmittel sowie die Einhaltung der Vorgaben der Abteilung für Luft, Wasser und Boden sind Pflicht. Die Reinigung muss bei Kontrollen dokumentiert werden können.

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