Die Leiharbeit in der Schweiz nimmt wieder zu (Grenzgänger-Leitfaden)

Die befristeten Arbeitsstunden stiegen im ersten Halbjahr um 1,5%, während die unbefristeten Arbeitsverträge um 19,4% zurückgingen.

Kontext

Kurz

  • Die Stunden temporärer Arbeit steigen im ersten Halbjahr um 1,5 %.
  • Die unbefristeten Vermittlungen sinken um 19,4 %.
  • 79 % der Agenturen nutzen bereits Künstliche Intelligenz.

Schlüsselfakten

  • Was: Anstieg temporärer Arbeit
  • Wann: Erstes Halbjahr (im Vergleich zum Vorjahr)
  • Wo: Schweiz, Daten von Swissstaffing
  • Wer: Swissstaffing, CEOs der angeschlossenen Agenturen
  • Betrag: +1,5 % temporäre Stunden, -19,4 % unbefristet, 79 % KI, 33 % Wachstumsprognosen

Daten aus dem Swissstaffing-Bericht

Swissstaffing, der Verband der Personalvermittlungsagenturen, hat am Mittwoch die Daten des ersten Halbjahres veröffentlicht. Die von Zeitarbeitern geleisteten Stunden sind im Vergleich zum gleichen Zeitraum des Vorjahres um 1,5 % gestiegen, ein Zeichen einer Erholung nach drei Jahren des Rückgangs. Gleichzeitig haben die unbefristeten Vermittlungen einen Rückgang von 19,4 % verzeichnet, was die Unsicherheit der Schweizer Wirtschaft widerspiegelt.

Marius Osterfeld, Chefökonom von Swissstaffing, erklärte, dass die schweizerische Industrieproduktion zu Jahresbeginn einen positiven Trend gezeigt habe, trotz der Verlangsamung des Krieges im Iran. Dies habe zu einer steigenden Nachfrage nach Zeitarbeit im Industriesektor und zu einem "leichten Anstieg der geleisteten Stunden" geführt.

Die Einführung von Künstlicher Intelligenz ist eine der wichtigsten Neuerungen: 79 % der befragten Akteure geben an, bereits KI zu nutzen, vor allem um die Effizienz zu steigern und die Rekrutierungsprozesse zu verbessern. Darüber hinaus macht die Überflutung mit Bewerbungen (in manchen Fällen mehr als 100 pro Stelle) KI zu einem entscheidenden Werkzeug für die Auswahl.

Operative Details

Auswirkungen für Grenzgänger aus dem Kanton Tessin

Der Anstieg der temporären Arbeitsstunden hat konkrete Auswirkungen für Grenzgänger, die im Kanton Tessin tätig sind. Ein Anstieg von 1,5 % der geleisteten Stunden weist auf ein größeres Angebot an befristeten Stellen hin, insbesondere in den Industriezweigen, die von einer robusteren Produktion profitiert haben. Für diejenigen, die bereits im Besitz einer G‑Bewilligung sind, kann dies zu einer breiteren Auswahl an Aufträgen führen und die Abhängigkeit von unbefristeten Verträgen verringern, die derzeit einen Rückgang von 19,4 % verzeichnen.

Aus steuerlicher Sicht zahlen die Grenzgänger weiterhin die Quellensteuer ausschließlich in der Schweiz, wie im Doppelbesteuerungsabkommen von 1976 festgelegt. Das neue Steuerabkommen, das am 1. Januar 2024 in Kraft trat, bestätigt diese Regelung und verhindert eine Doppelbesteuerung. Daher führt die Zunahme befristeter Verträge nicht zu sofortigen Änderungen der Steuerbelastung, erfordert jedoch eine korrekte Lohnabrechnung mit den entsprechenden Abzügen für die AHV (5,3 % für den Arbeitnehmer) und die Pensionskasse (7‑18 % je nach Alter).

Der verbreitete Einsatz von KI (79 % der Agenturen) verändert die Art und Weise, wie Bewerbungen bewertet werden. Grenzgänger, die einen digitalen Lebenslauf einreichen, müssen sicherstellen, dass ihre Daten klar strukturiert sind, da die Auswahlalgorithmen leicht lesbare Informationen bevorzugen. Ein Kandidat kann mehr als 100 Anfragen für eine einzelne Stelle erhalten; die Fähigkeit, sich abzuheben, wird daher entscheidend.

Häufig gestellte Fragen
Wie hoch war der Anstieg der befristeten Arbeitsstunden im ersten Halbjahr?
Die geleisteten Zeitarbeitsstunden stiegen gemäss den von Swissstaffing publizierten Daten gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 1,5%.
Wie stark ist der Anteil der unbefristeten Platzierungen gesunken?
Die Zahl der unbefristeten Platzierungen sank um 19,4%, wie aus dem Bericht von Swissstaffing hervorgeht.
Wie hoch ist der Anteil der Agenturen, die bereits künstliche Intelligenz einsetzen?
79% der von Swissstaffing befragten Mitarbeiter geben an, KI zur Verbesserung der Effizienz und der Rekrutierungsprozesse einzusetzen.

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