Speedaf in der Schweiz: 50’000 Pakete pro Tag

Die im April gegründete Schweizer Niederlassung Speedaf hat sich zum Ziel gesetzt, täglich bis zu 50’000 Sendungen mit Standorten in Zürich, Bern und Lausanne mit Sitz in Freiburg abzuwickeln.
Kontext
Kurzfassung
- Speedaf tritt in die Schweiz ein, um Konkurrenz zu Post, Planzer, DPD und DHL zu machen.
- Die chinesische Gruppe plant, bis zu 50’000 Sendungen pro Tag zu bewältigen.
- Die Schweizer Niederlassung wurde im April gegründet und ist bereits mit Sitz in Freiburg operativ.
- Der Anteil von 60 % ist der Marktanteil der Post im Paketbereich im Jahr 2025.
Wichtige Fakten
- Was: Eintritt des chinesischen Logistikgiganten Speedaf auf den Schweizer Paketmarkt.
- Wann: Niederlassung gegründet im letzten April, operativ innerhalb von einem oder zwei Jahren.
- Wo: Rechtssitz in Freiburg, geplante Verteilzentren in Zürich, Bern und Lausanne.
- Wer: Speedaf, unterstützt von den Gründungsaktionären darunter ZTO Express.
- Betrag: Internes Modell geschätzt bei 1,80 Franken pro Paket mit Gewinnschwelle bei 1,20 Franken.
Wettbewerb steht in der Schweiz bevor für die Post und andere etablierte Kuriere wie Planzer, DPD und DHL: Der chinesische Logistikriese Speedaf baut ein Netzwerk im ganzen Land auf. Er könnte rasch einen Marktanteil erobern, innerhalb von einem oder zwei Jahren. Die Gruppe, die bereits in über dreißig Ländern in Asien, Nahost und Afrika tätig ist, plant, ein Sortierzentrum zu eröffnen, um ein Volumen von bis zu 50’000 Sendungen pro Tag zu bewältigen, sowie regionale Verteilzentren in Zürich, Bern und Lausanne. Die Schweizer Niederlassung von Speedaf wurde nur im April gegründet und ist bereits operativ; sie hat einem Personalvertreter der Agentur Awp angegeben. Pakete mit dem auffälligen orangefarbenen Logo sind bereits vor den Haustüren sichtbar. Bereits werden beträchtliche Mengen bewegt, wie die Quelle mitteilt, ohne konkrete Zahlen zu nennen. Das Unternehmen hat seinen Sitz in Freiburg und sucht Personal. Das zentrale Sortierzentrum soll sich auf etwa 4000 Quadratmeter erstrecken, während die regionalen Verteilzentren jeweils etwa 500 Quadratmeter groß sein sollen. Für das größere Zentrum deutet nach Gerüchten darauf hin, dass Speedaf das Gebiet von Härkingen (SO) ins Auge gefasst hat, wo bereits die Post tätig ist. Im Lieferbereich möchte das Unternehmen ein Netzwerk aufbauen, das auch Flottenbetreiber und unabhängige Partner umfasst. Das Ziel ist eine flächendeckende Zustellung auf der letzten Meile. Das Unternehmen scheint darauf abzuzielen, auch Schweizer Online-Händler, Einzelhändler sowie kleine und mittlere Unternehmen als Kunden zu gewinnen und damit direkt in das Geschäft der etablierten Anbieter einzugreifen. Speedaf kommt in die Konföderation mit einem wichtigen Vorteil: dem Zugang zu großen Paketvolumen aus dem chinesischen Online-Handel. Die Gruppe, gegründet 2019, verfügt außerdem über Verbindungen zu einem Schwergewicht der chinesischen Branche: Unter den Gründungsaktionären befindet sich nämlich ZTO Express, einer der größten Paketdienste Chinas. ZTO treibt zugleich seine internationalen Aktivitäten voran: Im April letzten Jahres eröffnete seine Luftfrachtsparte die erste Frachtverbindung nach Europa, die Hongkong mit Budapest verbindet.
Die organisatorische und logistische Struktur
Die Details zur Expansion skizzieren eine flächendeckende Strategie im schweizerischen Gebiet. Die Schaffung von regionalen Verteilzentren in strategischen Hubs wie Zürich, Bern und Lausanne zeigt die Absicht, die wichtigsten städtischen Ballungsräume des Landes rasch abzudecken. Die Personalsuche läuft bereits und die Wahl der Region Härkingen im Kanton Solothurn für das zentrale Umschlagzentrum mit viertausend Quadratmetern spiegelt die bereits von den historischen Konkurrenten genutzte Logistikkarte wider. Der Einsatz von Drittflotten und unabhängigen Partnern ermöglicht es Speedaf, die anfänglichen Fixkosten zu reduzieren, indem auf ein flexibles Netzwerk gesetzt wird, das auf die endgültige Zustellung an die Haustür des Empfängers ausgerichtet ist. Die direkte Einbindung von ZTO Express bietet eine finanziell und operativ bedeutende internationale Unterstützung, die in der Lage ist, die initiale Marktdurchdringungsphase im schweizerischen Markt zu tragen.
Operative Details
Wie aggressiv Speedaf für den Markteintritt in der Schweiz kalkuliert, zeigt ein internes Planungsmodell, das ein Manager des Unternehmens auf LinkedIn veröffentlicht hat. Für ein ausgewähltes Liefergebiet wird angenommen, dass Speedaf 1,80 Franken pro Paket erhält. Die Gewinnschwelle liegt knapp unter 1,20 Franken. Es blieben also etwas mehr als 60 Cent Gewinn pro Sendung übrig. Dies sind Zahlen, die der Branche die Ohren öffnen: Die berechnete Gewinnschwelle wäre sehr niedrig und eher unrealistisch, sagt ein Vertreter der Branche in Erklärungen gegenüber AWP. Seiner Meinung nach sollte der neue Wettbewerber jedoch keinesfalls unterschätzt werden. Die chinesische Konkurrenz muss ernst genommen werden, vor allem wenn man sich ansieht, was derzeit in der europäischen Automobilindustrie passiert. Bemerkenswert ist auch, dass ein ausländischer Lieferant mit direktem Zugang zu grossen Mengen von Sendungen aus China ein eigenes Schweizer Netzwerk aufbaut. Damit ist nicht ausgeschlossen, dass Speedaf schnell wächst: Innerhalb von ein bis zwei Jahren könnte das Unternehmen zu den grossen Anbietern auf dem Schweizer Paketmarkt aufsteigen. Entscheidend wird sein, wie viel finanziellen Atem das Unternehmen hat. Der Erfolg hängt auch von der Qualität der Lieferung ab. Die Post als marktbeherrschender Anbieter beobachtet den neuen Wettbewerber aufmerksam, zeigt sich aber selbstbewusst. Das Unternehmen stelle sich seit vielen Jahren erfolgreich dem intensiven Wettbewerb auf dem Paketmarkt, so ein Sprecher.
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Wichtige Punkte
Die Entwicklung des Logistikmarktes in der Schweiz findet sich in einem ständig wechselnden wirtschaftlichen und regulatorischen Umfeld wieder, in dem der Eintritt neuer außereuropäischer Akteure traditionellen Unternehmen zwingt, ihre operativen und servicebezogenen Strategien zu überprüfen. Die Fachbehörden, darunter PostCom, überwachen die Entwicklung der Marktanteile und die Auswirkungen der neuen Ströme auf die nationalen Wettbewerbsdynamiken. Die Struktur der Betriebskosten und die Fähigkeit, hohe Lieferstandards aufrechtzuerhalten, werden die entscheidenden Faktoren sein, um die Tragfähigkeit des Geschäftsmodells von Speedaf im mittelfristigen und langfristigen Zeitraum zu bewerten. Um mehr über die Entwicklung des Arbeitsmarktes, der Betriebskosten und der auf Unternehmen im schweizerischen Gebiet anwendbaren Vorschriften zu erfahren, stehen verschiedene Instrumente zur wirtschaftlichen Analyse und Vergleich zur Verfügung unter Lohnrechner.
Zukünftige Szenarien für die Schweizer Logistik
Die nächsten Schritte der Entwicklung von Speedaf hängen davon ab, wie schnell das Unternehmen in der Lage sein wird, die Infrastruktur vor Ort abzuschließen, indem es Vereinbarungen mit lokalen Partnern und unabhängigen Fuhrparks trifft, um die letzte Meile abzudecken. Auch im Bereich Gewerkschaften und Vorschriften bleibt die Aufmerksamkeit hoch, wo die Forderung nach einem branchenweiten Kollektivvertrag von den langjährigen Marktführern erhoben wird, um wettbewerbsverzerrende Praktiken zu vermeiden, die ausschließlich auf Senkung der Verwaltungskosten und Lohnkosten beruhen. Schweizer Nutzer und Unternehmen stehen somit vor einem rasch sich wandelnden Logistikumfeld, das durch einen erhöhten Preisdruck und eine Diversifizierung der Versandkanäle gekennzeichnet ist, die eng mit den globalen E-Commerce-Strömen aus den asiatischen Märkten verknüpft ist.
Quelle: swissinfo.ch
Häufig gestellte Fragen
- Was ist das tägliche Ziel von Speedaf für Pakete in der Schweiz?
- Speedaf strebt an, bis zu 50’000 Sendungen pro Tag zu bearbeiten, nach dem internen Modell, das einen Umsatz von 1,80 Franken pro Paket und eine Gewinnschwelle von 1,20 Franken pro Sendung schätzt, wobei für jedes Paket etwa 60 Rappen Nettogewinn verbleiben.
- Wo sind die regionalen Vertriebszentren von Speedaf in der Schweiz geplant?
- Der Quelle zufolge plant Speedaf die Eröffnung regionaler Distributionszentren in Zürich, Bern und Lausanne mit jeweils rund 500 Quadratmetern, während sich das zentrale Sortierzentrum auf rund 4000 Quadratmetern mit einem möglichen Standort in der Region Härkingen im Kanton Solothurn erstrecken soll.
- Wie hoch ist der Marktanteil der Schweizerischen Post im Paketgeschäft gemäss den Daten von 2025?
- Laut PostCom hielt die Schweizerische Post im Jahr 2025 einen Anteil von 60% am gesamten Paketmarkt und sogar 74% im Inland, eine Position, die Speedaf mit ihrem aggressiven Markteintritt in der Schweiz in Frage stellen will.