Die Jugend kehrt nicht zurück: Was machen die Gemeinden im Tessin?
Jedes Jahr verliert der Tessin etwa 800 Köpfe, während die Gemeinden mit neuen Strategien versuchen, gegenzusteuern. Detaillierte Analyse der Maßnahmen und Chancen.
Contesto
Das Phänomen der Abwanderung junger Menschen aus dem Tessin hat sich längst zu einem dauerhaften und strukturellen Element entwickelt, das tiefgreifende Auswirkungen auf das sozio-ökonomische Gefüge des Kantons hat. Laut aktuellen Daten entscheiden sich jährlich rund 800 Jugendliche dafür, nicht ins Tessin zurückzukehren oder in andere Regionen umzuziehen, vor allem nach Lombardei und den angrenzenden italienischen Gebieten. Dieser Trend wird durch Faktoren wie bessere Beschäftigungsmöglichkeiten, hochwertige Bildungsangebote und attraktivere Lebensbedingungen getrieben, die häufig über denen im Kanton liegen. Der Verlust an Humankapital stellt eine reale Gefahr dar, da er das wirtschaftliche und soziale Wachstum gefährdet und einen Teufelskreis von Armut und Jugendarbeitslosigkeit in Gang setzt. Es geht dabei nicht nur um temporäre Mobilität, sondern auch um eine dauerhafte Flucht, die die qualifizierte Arbeitskraft vermindert und die lokale Innovation erschwert. Die Jugendsektion des Zentrums hat bei über dreißig Gemeinden, darunter Bellinzona, Locarno und Lugano, Anfragen eingereicht, um auf diese Problematik aufmerksam zu machen und konkrete Strategien zur Umkehr zu fordern. Einige Gemeinden wie Chiasso, Mendrisio und Lugano haben bereits Pilotmaßnahmen umgesetzt: Steueranreize, etwa bis zu 15'000 Franken jährliche Abzüge für junge Menschen, die im Kanton eine Arbeit finden, sowie Programme zur Förderung von Beschäftigung mit speziellen Mitteln, wie der Mendrisio Lokale Entwicklungsplan, der 2023 zwei Millionen Franken für Projekte zur beruflichen Integration junger Menschen bereitgestellt hat. > „Um diesen Trend umzukehren, braucht es einen integrierten Ansatz zwischen Schule, Arbeit und sozialen Diensten“, sagt der Direktor des Departements für Finanzen und Wirt...
Dettagli operativi
Junge Menschen kehren nicht zurück: Was machen die Gemeinden im Tessin? Um den anhaltenden Verlust an Humankapital zu bekämpfen und die Abwanderung qualifizierter Jugendlicher in andere Regionen oder ins Ausland zu verhindern, setzen die Tessiner Gemeinden gezielte Maßnahmen um. Die konkrete und strukturierte Lösung betrifft vor allem steuerliche Anreize, die bereits in einigen Orten des Kantons sichtbare Erfolge zeigen. So hat die Gemeinde Lugano im Jahr 2023 eine reduzierte kantonale Einkommenssteuerquote von 50 % für junge Menschen zwischen 20 und 35 Jahren eingeführt, die sich im Kanton niederlassen oder umziehen. Diese Maßnahme, gültig bis 2026, soll Fachkräfte anziehen, die im Ausland studiert oder gearbeitet haben, und sie motivieren, im Tessin zu bleiben. Im Jahr 2023 haben schätzungsweise etwa 150 junge Menschen von dieser Vergünstigung profitiert, was zu einem Anstieg der Neuanmeldungen in dieser Altersgruppe um 10 % im Vergleich zum Vorjahr führte. Die geltende Regelung verlangt, dass die Antragsteller eine formale Anfrage stellen, begleitet von Nachweisen ihrer Tätigkeit außerhalb des Tessins, etwa Diplome, Arbeitsverträge oder Praktikumsbescheinigungen. Die Laufzeit ist bis zum 31. Dezember 2026 festgelegt, mit möglichen Verlängerungen, abhängig von den erzielten Ergebnissen. > > „Unser Ziel ist es, die Kluft zwischen den jungen Menschen, die im Ausland studieren und arbeiten, und ihrer Rückkehrmöglichkeit zu verringern“, sagt der Leiter der Jugenpolitik der Gemeinde Lugano. Neben den steuerlichen Anreizen stärken die Gemeinden Ausbildungs- und Arbeitsintegrationsprogramme in Zusammenarbeit mit Universitäten wie SUPSI und lokalen Unternehmen. Diese umfassen Stipendien, Praktika und Trainee-Programme, die speziell darauf ausgelegt sind, die Rückkehr und...
Punti chiave
Junge Menschen kehren nicht zurück: Was machen die Gemeinden im Tessin? Für viele junge Menschen, die eine Rückkehr ins Tessin planen, gestaltet sich die Realität oft komplex und unbefriedigend, was sie dazu veranlasst, nach Alternativen zu suchen oder im Ausland zu bleiben. Dennoch setzen einige Tessiner Gemeinden wie Lugano, Bellinzona und Mendrisio gezielt Strategien um, um die Rückkehr zu fördern und das Potenzial dieser Bevölkerungsgruppe zu nutzen. Insbesondere sind steuerliche Anreizinstrumente und Aufenthaltsvergünstigungen noch strategischer. So bietet die Gemeinde Lugano im Rahmen ihres Programms „Ritorno Ticino“ einen Steuerbonus von 10'000 CHF für junge Menschen zwischen 20 und 35 Jahren, die sich entscheiden, ins Gebiet umzuziehen und dort sesshaft zu werden. Diese Anreize gelten bis 2026 und richten sich an diejenigen, die neue Tätigkeiten aufnehmen oder in den lokalen Arbeitsmarkt integrieren. > „Unser Ziel ist es, den Trend der Jugendauswanderung umzukehren und eine attraktive, nachhaltige Umgebung zu schaffen“, sagt der Bürgermeister von Lugano, Marco Borradori. Um praktische Szenarien besser zu verstehen, lohnt es sich, konkrete Vergleiche anzustellen: Ein junger Mensch mit einem Jahresgehalt von 80'000 CHF, der nach Lugano zieht, kann durch die neuen Vergünstigungen etwa 3'000 CHF jährlich an Steuern sparen, verglichen mit einem Wohnsitz in Italien oder anderen Schweizer Regionen. Dabei sind die Lebenshaltungskosten im Tessin durchschnittlich höher (+10 % im Vergleich zu Mailand). Ein konkretes Beispiel: Eine 80 m² große Wohnung im Zentrum von Mendrisio kostet etwa 1'200 CHF pro Monat, während es in Mailand um die 1'000 CHF sind. Zur Erleichterung des Rückkehrprozesses empfehlen die Gemeindebehörden eine operative Checkliste: - 💡 Nutzung der on...