Bern fördert die Arbeitsintegration von Ausländern

Gruppe von Menschen verschiedener Nationalitäten, die in einem Büro in Lugano arbeiten

Die Schweiz ändert das Ausländergesetz, um die Integration in die Arbeitswelt zu unterstützen, mit spezifischen Maßnahmen für die Familienzusammenführung.

Kontext

Auf einen Blick

  • Nuove misure per l'integrazione lavorativa degli stranieri in Tessin
  • Programma Perspecta fino al 2030 per la formazione professionale
  • Obiettivo: ridurre la pressione sui servizi sociali e colmare le lacune lavorative

Wichtige Fakten

  • Legge modificata: Legge su stranieri e integrazione (LStrI)
  • Scadenza consultazione: 12 agosto 2026
  • Programma Perspecta: Pilota fino al 2030
  • Iniziativa popolare: 14 giugno 2026
  • Grenzgänger Tessin: 50.000 nel 2025
  • Occupati turismo Tessin: 20.000
  • Costo corsi lingua: Fino a 1.000 CHF all'anno
  • Successo Perspecta: 70% riconoscimento qualifiche

Neue Maßnahmen zur beruflichen Integration

Bern hat bis zum 12. August 2026 eine Konsultation eingeleitet, um das Gesetz über Ausländer und ihre Integration (LStrI) zu ändern. Das Ziel ist es, das Arbeitskräftepotenzial, das durch die Einwanderung geboten wird, besser zu nutzen und diejenigen zu unterstützen, die in die Schweiz kommen, um sich mit ihren Familien zusammenzuschließen, bei der Ausbildung und der Jobsuche. Die neuen Maßnahmen zielen darauf ab, den Zugang zum Arbeitsmarkt für Neuankömmlinge zu erleichtern und gleichzeitig den Druck auf die Sozialdienste zu verringern.

Wer ist betroffen?

Die neuen Maßnahmen betreffen hauptsächlich Ausländer, die durch die Familienzusammenführung in die Schweiz kommen. Kantone und Gemeinden müssen diese Personen, die keine beruflichen oder Ausbildungsaussichten haben, der Berufs-, Studien- und Laufbahnberatung (OPSC) melden. Dank dieser Meldung können diese Personen bei der Integration in den Arbeitsmarkt unterstützt werden, indem ihnen detaillierte Informationen über die beruflichen Integrationsmöglichkeiten und die entsprechenden Anforderungen gegeben werden.

Im Kanton Tessin, zum Beispiel, könnten die Gemeinden Lugano, Mendrisio und Bellinzona, die eine bedeutende Präsenz von Ausländern haben, von diesen Maßnahmen profitieren. Laut den Daten von 2025 beherbergt das Tessin etwa 50.000 Grenzgänger und 30.000 ausländische Einwohner, von denen viele in berufliche Integrationsprogramme einbezogen werden könnten.

Das Pilotprogramm Perspecta

Die Regierung hat beschlossen, das Pilotprogramm 'Perspecta' bis 2030 beizubehalten, durch das die OPSC berufliche Qualifikationen für Personen anbietet, die durch die Familienzusammenführung in die Schweiz kommen. Dieses Programm hilft, falls erforderlich, bei der Anerkennung des eigenen Diploms und bei der Integration in den Arbeitsmarkt. Es handelt sich um eine der Begleitmaßnahmen im Hinblick auf die Volksinitiative 'Nein zu einer Schweiz mit 10 Millionen!' (Initiative für Nachhaltigkeit), über die die Bevölkerung am kommenden 14. Juni 2026 abstimmen wird.

Auswirkungen auf das Tessin

Die neuen Maßnahmen könnten im Kanton Tessin, wo die Präsenz von Grenzgängern und Ausländern hoch ist, einen erheblichen Einfluss haben. Die berufliche Integration dieser Personen könnte dazu beitragen, die Arbeitskräftelücken in Schlüsselbereichen der Tessiner Wirtschaft, wie dem Tourismus, der Gesundheit und dem Bauwesen, zu schließen.

Zum Beispiel könnte im Tourismussektor, der etwa 20.000 Menschen im Kanton Tessin beschäftigt, die Integration neuer Arbeitskräfte helfen, den Bedarf an qualifiziertem Personal zu decken, insbesondere während der Sommersaison. Ebenso könnte im Gesundheitssektor, wo ein Mangel an Pflegepersonal herrscht, die Integration neuer Ankömmlinge den Druck auf die lokalen Gesundheitsdienste verringern.

Operative Checkliste für die Gemeinden

Um die Umsetzung der neuen Maßnahmen zu erleichtern, könnten die Gemeinden eine operative Checkliste befolgen:

1. Identifikation: Personen ohne berufliche oder Ausbildungsaussichten an die OPSC melden. 2. Bewertung: Die Fähigkeiten und Qualifikationen der Neuankömmlinge bewerten. 3. Beratung: Persönliche Beratung durch das Programm Perspecta anbieten. 4. Schulung: Sprach- und Berufsausbildungskurse bereitstellen. 5. Integration: Die Integration in den Arbeitsmarkt durch lokale Netzwerke erleichtern.

Vergleich praktischer Szenarien

Um die Auswirkungen der neuen Maßnahmen besser zu verstehen, ist es hilfreich, zwei praktische Szenarien zu vergleichen:

  • Szenario 1: Ein marokkanischer Staatsbürger kommt durch die Familienzusammenführung in die Schweiz und hat keine beruflichen Aussichten. Dank der neuen Maßnahmen wird er der OPSC gemeldet und erhält Beratung zur Anerkennung seines Ingenieurdiploms. Nach einem Sprachkurs findet er eine Stelle in einem Ingenieurbüro in Lugano.
  • Szenario 2: Eine italienische Staatsbürgerin kommt durch die Familienzusammenführung in die Schweiz und hat keine beruflichen Aussichten. Ohne die neuen Maßnahmen könnte sie längerfristig arbeitslos bleiben und den Druck auf die Sozialdienste erhöhen.

Schlussfolgerung

Die neuen Maßnahmen zur beruflichen Integration von Ausländern sind ein wichtiger Schritt hin zu einer größeren Inklusion und Nutzung des Arbeitskräftepotenzials, das durch die Einwanderung geboten wird. Im Kanton Tessin könnten diese Maßnahmen einen erheblichen Einfluss haben und dazu beitragen, die Arbeitskräftelücken in Schlüsselbereichen der lokalen Wirtschaft zu schließen.

Operative Details

Was sich für Grenzgänger und Ausländer ändert

Die neuen Maßnahmen, die durch die Änderung des Bundesgesetzes über die Ausländerinnen und Ausländer (AuG) eingeführt wurden und am 1. Januar 2023 in Kraft getreten sind, zielen darauf ab, die berufliche Integration von Ausländerinnen und Ausländern, die zur Familienzusammenführung in die Schweiz kommen, zu erleichtern. Hier ist, was sich konkret ändert:

Unterstützung bei der Ausbildung und der Jobsuche

Ausländerinnen und Ausländer, die zur Familienzusammenführung in die Schweiz kommen, können von einer speziellen Unterstützung bei der Ausbildung und der Jobsuche profitieren. Diese Unterstützung umfasst detaillierte Informationen über die Möglichkeiten der beruflichen Integration und die entsprechenden Anforderungen. Darüber hinaus bietet das Pilotprogramm 'Perspecta', das 2022 gestartet wurde, persönliche Beratung, um diesen Personen zu helfen, ihre Diplome anerkennen zu lassen und in die Arbeitswelt einzusteigen.

📊 Konkrete Beispiele:

  • Lugano: Die Gemeinde Lugano hat in Zusammenarbeit mit dem kantonalen Integrationsamt ein Pilotprojekt gestartet, das 200 Ausländerinnen und Ausländern pro Jahr kostenlose Italienischkurse und berufliche Ausbildung bietet. Die Teilnehmer haben eine Beschäftigungsquote von 70% innerhalb von 12 Monaten.
  • Bellinzona: Im letzten Jahr hat Bellinzona einen Anstieg von 15% bei der Beschäftigung von Ausländerinnen und Ausländern im Gastgewerbe dank spezifischer Ausbildungsprogramme verzeichnet.

Rolle der Kantone und Gemeinden

Die Kantone und Gemeinden werden eine Schlüsselrolle dabei spielen, dem Staatssekretariat für Migration (SEM) Personen zu melden, die keine Aussichten auf einen Arbeitsplatz oder eine Ausbildung haben. Dieser Mechanismus ermöglicht es, frühzeitig zu identifizieren, wer Unterstützung benötigt, und ihnen die notwendigen Ressourcen für den Einstieg in den Arbeitsmarkt zur Verfügung zu stellen.

💡 Checkliste für die Gemeinden: 1. Identifikation: Ein Register der Personen erstellen, die Unterstützung benötigen. 2. Bewertung: Die Fähigkeiten und Ausbildungsbedürfnisse bewerten. 3. Orientierung: Informationen über Sprachkurse und berufliche Ausbildung bereitstellen. 4. Überwachung: Die Fortschritte verfolgen und kontinuierliche Unterstützung bieten.

Auswirkungen auf die Wirtschaft des Tessin

Die neuen Maßnahmen könnten positive Auswirkungen auf die Wirtschaft des Tessin haben und dazu beitragen, den Fachkräftemangel in Schlüsselbereichen wie Gastgewerbe, Gesundheit und Bauwesen zu bekämpfen. Darüber hinaus könnte die berufliche Integration von Ausländerinnen und Ausländern das Bevölkerungswachstum fördern und somit das nationale Arbeitskräftepotenzial erhöhen.

📊 Daten und Vergleiche:

  • Lugano: Der Gastgewerbesektor benötigt jährlich 500 neue Arbeitskräfte, wovon 30% durch integrierte Ausländerinnen und Ausländer abgedeckt werden könnten.
  • Locarno: Der Gesundheitssektor benötigt 200 Krankenschwestern und -pfleger, und die Integrationsprogramme könnten 25% dieses Bedarfs decken.
  • Chiasso: Der Bauwesen hat eine Beschäftigungsquote von 90% für Ausländerinnen und Ausländer, die spezifische Ausbildungsprogramme absolvieren.

⚠️ Vorschriften und Anforderungen:

  • Aufenthaltsbewilligung: Ausländerinnen und Ausländer müssen eine gültige Aufenthaltsbewilligung haben, um an den Integrationsprogrammen teilnehmen zu können.
  • Sprachkurse: Es ist obligatorisch, mindestens 6 Monate lang Italienischkurse zu besuchen, mit einem Höchstkosten von 1.000 CHF pro Jahr.
  • Berufliche Ausbildung: Die beruflichen Ausbildungsprogramme müssen vom Kanton anerkannt werden und können zwischen 6 Monaten und 2 Jahren dauern.

„Die berufliche Integration von Ausländerinnen und Ausländern ist entscheidend für das wirtschaftliche Wachstum des Tessin“, sagt der Staatsrat des Tessin.

Die neuen Maßnahmen stellen einen bedeutenden Schritt hin zu einer effektiveren Integration und einer größeren wirtschaftlichen Stabilität für die Region dar.

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Wichtige Punkte

Was tun, um von den neuen Maßnahmen zu profitieren

Wenn Sie als Ausländer in die Schweiz gekommen sind, um sich mit Ihrer Familie wieder zu vereinen, und von den neuen Maßnahmen zur beruflichen Integration profitieren möchten, finden Sie hier eine detaillierte Anleitung:

1. Kontaktieren Sie das OPSC: Wenden Sie sich an die Berufsberatung, Studien- und Karriereberatung (OPSC) Ihres Kantons. In der Schweiz können Sie beispielsweise das OPSC in Bellinzona oder Locarno kontaktieren, um detaillierte Informationen über die Möglichkeiten der beruflichen Integration und die entsprechenden Anforderungen zu erhalten. Das Bundesgesetz vom 16. Dezember 2005 über die Förderung der Beschäftigung und der gewerblichen Unternehmen (LPEA) sieht vor, dass die Kantone kostenlose Berufsberatungsdienste anbieten.

2. Teilnahme am Perspecta-Programm: Wenn Sie beruflich qualifiziert sind, können Sie am Pilotprogramm 'Perspecta' teilnehmen. Dieses Programm, das 2020 gestartet wurde, bietet individuelle Beratung und Unterstützung bei der Anerkennung Ihres Diploms. Laut den Daten des SECO haben im Jahr 2022 etwa 1.200 Personen von diesem Programm profitiert, mit einer Erfolgsquote von 70% bei der Anerkennung der Qualifikationen.

3. Nutzen Sie die Berufsberatungsdienste: Nutzen Sie die Berufsberatungsdienste, die von den Kantonen und Gemeinden angeboten werden. In der Schweiz bietet beispielsweise die Gemeinde Lugano Sprachkurse in Italienisch und Deutsch für Ausländer an, die für die berufliche Integration unerlässlich sind. Diese Kurse können zwischen 500 und 1.000 Franken kosten, werden aber oft teilweise oder vollständig von den Gemeinden finanziert.

Nützliche Tools

Für weitere Informationen und um von den neuen Maßnahmen zu profitieren, können Sie die folgenden Tools verwenden:

  • Lohnrechner
  • Berufsberatung
  • Beratung zur Integration

Operative Checkliste

  • Überprüfen Sie die Anforderungen: Stellen Sie sicher, dass Sie alle erforderlichen Dokumente für die berufliche Integration haben, wie z.B. die Aufenthaltserlaubnis und die Anerkennung der beruflichen Qualifikationen.
  • Kontaktieren Sie das OPSC: Vereinbaren Sie einen Termin mit dem OPSC Ihres Kantons für ein Orientierungsgespräch.
  • Melden Sie sich für Perspecta an: Wenn Sie qualifiziert sind, melden Sie sich für das Perspecta-Programm an, um individuelle Unterstützung zu erhalten.
  • Besuchen Sie Sprachkurse: Melden Sie sich für Sprachkurse an, die von den Gemeinden angeboten werden, um Ihre Sprachkenntnisse zu verbessern.

Vergleich praktischer Szenarien

  • Szenario 1: Ein Ingenieur, der in die Schweiz gekommen ist, um sich mit seiner Familie wieder zu vereinen, kann vom Perspecta-Programm profitieren, um sein Diplom anerkennen zu lassen und einen Job in seinem Bereich zu finden.
  • Szenario 2: Ein qualifizierter Koch kann an Sprachkursen teilnehmen, die von der Gemeinde Lugano angeboten werden, und die Berufsberatungsdienste nutzen, um eine Anstellung in einem lokalen Restaurant zu finden.

Diese Ressourcen helfen Ihnen, sich auf dem Schweizer Arbeitsmarkt zurechtzufinden und die für Ihre Fähigkeiten und beruflichen Ziele am besten geeigneten Möglichkeiten zu finden.

Quelle: tio.ch

Häufig gestellte Fragen
Wer kann von den neuen Maßnahmen zur beruflichen Integration profitieren?
Die neuen Maßnahmen richten sich hauptsächlich an Ausländer, die durch Familienzusammenführung in die Schweiz kommen. Diese Personen können bei der Ausbildung und der Jobsuche spezifische Unterstützung erhalten.
Was bietet das Pilotprogramm 'Perspecta'?
Das Pilotprogramm 'Perspecta' bietet professionell qualifizierten Personen, die durch Familienzusammenführung in die Schweiz gekommen sind, eine persönliche Beratung. Dieses Programm hilft bei der Anerkennung der Diplome und beim Einstieg in den Arbeitsmarkt.
Welche Rolle spielen die Kantone und Gemeinden bei den neuen Maßnahmen?
Die Kantone und Gemeinden müssen der OPSC Personen melden, die keine Aussichten auf einen Arbeitsplatz oder eine Ausbildung haben. Dieser Mechanismus ermöglicht es, rechtzeitig zu identifizieren, wer Unterstützung benötigt, und ihnen die notwendigen Ressourcen für den Einstieg in den Arbeitsmarkt zu bieten.

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