Grenzpendler Tessin: Es fehlt an Arbeit – aber an der richtigen

In der Lombardei fehlen Pflegekräfte, doch die Kurse der Universität Insubria sind nur halb voll. Und während Roboter dazulernen und Doktoranden im Ausland abgelehnt werden, fällt es dem Arbeitsmarkt schwer, Angebot und Nachfrage in Einklang zu bringen.

Contesto

In Varese haben die Pflegekurse der Universität Insubria das Jahr 2025 mit 166 Bewerbungen für 249 verfügbare Studienplätze abgeschlossen. Eine paradoxe Situation: Während im Kanton Tessin und in der Lombardei Gesundheitseinrichtungen händeringend nach Personal suchen, bleiben die Hörsäle leer. Das Projekt Magell, initiiert vom Centro Gulliver in Zusammenarbeit mit der Lombardei und der Universität, versucht, diese Lücke mit gezielten Ausbildungswegen zu schließen. Doch das Problem beschränkt sich nicht auf den Gesundheitssektor. In China wurde eine chinesische Bioingenieur-Studentin von einer niederländischen Doktorandenstelle abgelehnt – nicht wegen mangelnder Fähigkeiten, sondern aufgrund der Verbindung ihrer Universität zu Verteidigungsprojekten. Eine Situation, die viele junge Menschen dazu veranlasst, nach Chancen im Ausland zu suchen, selbst mit einem Doktortitel in der Tasche. In der Zwischenzeit lernen in einem chinesischen Technologie-Startup Roboter Aufgaben wie das Falten von T-Shirts oder das Bewegen von Kisten. Noch sind sie nicht zu 100 % einsatzbereit, doch ihr algorithmisches Lernen wirft eine Frage auf: Wer sucht eigentlich Arbeit? Menschen oder Maschinen? Emma, ein sozialer Roboter aus München, arbeitet stattdessen in deutschen Pflegeheimen. Entwickelt, um die Einsamkeit älterer Menschen zu bekämpfen, stellt er eine konkrete Lösung für ein drängendes Problem dar: Jede fünfte Person über 80 in Deutschland gibt an, sich stark einsam zu fühlen. Auch hier kämpft der Arbeitsmarkt damit, Angebot und Nachfrage in Einklang zu bringen. In der Lombardei fehlen zwar Pflegekräfte, doch die Studienplätze in den Universitätskursen bleiben unbesetzt. Im Centro Gulliver in Varese versucht das Projekt Magell, diesen Trend mit beschleunigten Ausbildungsgängen und beza...

Dettagli operativi

Das Problem der halb leeren Kurse in der Lombardei und im Tessin ist nicht nur bildungstechnischer, sondern systemischer Natur. Die Tessiner und lombardischen Gesundheitseinrichtungen haben Schwierigkeiten, Pflegekräfte zu rekrutieren, doch junge Menschen bevorzugen schnellere Wege oder weniger regulierte Branchen. Das Projekt Magell versucht, diese Lücke zu schließen, doch es braucht strukturelle Lösungen. Inzwischen dringen Robotik und künstliche Intelligenz in den Arbeitsmarkt ein, schaffen neue Stellen, machen aber auch traditionelle Berufe überflüssig. ### Vorher vs. Nachher: Was hat sich geändert Vor wenigen Jahren war der Weg zur Pflegekraft in der Lombardei oder im Tessin noch klar vorgezeichnet: ein dreijähriges Studium gefolgt von öffentlichen Auswahlverfahren. Heute bleiben die Kurse der Universität Insubria halb leer, während die Tessiner und lombardischen Gesundheitseinrichtungen mit Personalmangel kämpfen. Das Projekt Magell ist ein teilweiser Lösungsansatz: Es bietet beschleunigte Ausbildungswege und vergütete Praktika, behebt aber nicht das Problem an der Wurzel. Viele junge Menschen bevorzugen Branchen wie Logistik, Informatik oder Handel, wo der Berufseinstieg schneller und weniger durch formale Anforderungen eingeschränkt ist. ### Die Rolle der Grenzgänger Für Grenzgänger, die im Tessin arbeiten, aber in der Lombardei leben, ist die Situation noch komplexer. Die Tessiner Gesundheitseinrichtungen sind stark von ausländischem Personal abhängig, doch sprachliche und bürokratische Hürden erschweren oft die Einstellung italienischer Pflegekräfte. Das Projekt Magell versucht, diese Hindernisse mit italienischsprachigen Kursen und Praktika in Tessiner Gesundheitseinrichtungen zu überwinden. Dennoch braucht es auch inklusivere Politiken der Tessiner Insti...

Punti chiave

Arbeitest du in der Lombardei und interessierst dich für eine Karriere im Gesundheitswesen im Tessin? Das Projekt Magell bietet beschleunigte Ausbildungswege und bezahlte Praktika. Hier erfährst du, wie es funktioniert und was du für die Teilnahme wissen musst. ### Schritt 1: Prüfe die Voraussetzungen Das Projekt Magell richtet sich an junge Menschen unter 35 Jahren mit einem Mittelschulabschluss oder einer Berufsqualifikation. Spezifische Sprachkenntnisse sind nicht erforderlich, aber grundlegende Italienischkenntnisse werden empfohlen, um in Tessiner Gesundheitseinrichtungen arbeiten zu können. Die Kurse sind kostenlos und beinhalten ein monatliches Stipendium von 1.200 CHF für die Teilnehmenden. ### Schritt 2: Melde dich für den Ausbildungsweg an Die Kurse finden in Varese, Como und Busto Arsizio in Zusammenarbeit mit der Universität Insubria statt. Die Anmeldungen für 2026 öffnen im Juni 2025. Du kannst dich online auf der Website des Centro Gulliver (Centro Gulliver) oder an den Informationsschaltern der Universitätsstandorte bewerben. Im Ausschreibungstext wird hervorgehoben, dass Bewerber:innen mit Berufserfahrung im Gesundheits- oder Sozialwesen bevorzugt werden. ### Schritt 3: Bestehe das Auswahlgespräch Die ausgewählten Bewerber:innen werden zu einem Motivationsgespräch beim Centro Gulliver in Varese eingeladen. Im Gespräch werden Sprachkenntnisse, Motivation und Teamfähigkeit bewertet. Die Ergebnisse werden bis September 2025 veröffentlicht. ### Schritt 4: Beginne das Praktikum im Tessin Nach erfolgreichem Abschluss des Ausbildungswegs können die Teilnehmenden ein sechsmonatiges bezahltes Praktikum in einer Tessiner Gesundheitseinrichtung absolvieren. Die Praktika werden in Zusammenarbeit mit dem EOC (Ente Ospedaliero Cantonale) organisiert und von er...

Punti chiave

[{"q":"Ist das Projekt Magell auch für Personen mit Berufserfahrung im Gesundheitswesen offen?","a":"Ja, das Projekt Magell richtet sich sowohl an junge Absolvent:innen als auch an Personen mit vorheriger Berufserfahrung im Gesundheits- oder Sozialwesen. Bei der Auswahl werden sowohl die Abschlüsse als auch die im Berufsfeld erworbenen Kompetenzen berücksichtigt."},{"q":"Wie lange dauert das Praktikum im Tessin und wie hoch ist die Vergütung?","a":"Das Praktikum dauert 6 Monate und umfasst ein monatliches Stipendium von 1.200 CHF. Zudem ist ein Pauschalbetrag von 300 CHF pro Monat für Verpflegung und Unterkunft während des Aufenthalts im Tessin vorgesehen."},{"q":"Muss ich Deutsch sprechen, um nach dem Praktikum im Tessin zu arbeiten?","a":"Es handelt sich nicht um eine zwingende Voraussetzung, jedoch wird grundlegende Deutschkenntnisse dringend empfohlen, um in den Tessiner Gesundheitseinrichtungen zu arbeiten. Viele Einrichtungen akzeptieren Italienisch als Hauptkommunikationssprache, insbesondere in grenznahen Regionen."},{"q":"Welche Tessiner Gesundheitseinrichtungen arbeiten mit dem Projekt Magell zusammen?","a":"Zu den beteiligten Einrichtungen zählen das EOC (Ente Ospedaliero Cantonale), die wichtigsten Privatkliniken in Lugano und Bellinzona sowie einige Alters- und Pflegeheime (RSA) im gesamten Kanton."},{"q":"Kann ich am Projekt Magell teilnehmen, wenn ich im Tessin lebe und in der Lombardei arbeite?","a":"Das Projekt Magell richtet sich in erster Linie an Bewohner:innen der Lombardei, die im Tessin arbeiten möchten. Die Bewerbung steht jedoch allen offen, und die Eignung wird während des Auswahlgesprächs ohne Einschränkungen bezüglich des Wohnsitzes geprüft."}]

Häufig gestellte Fragen
Ist das Projekt Magell auch für Personen mit Berufserfahrung im Gesundheitswesen offen?
Ja, das Projekt Magell richtet sich sowohl an junge Absolvent:innen als auch an Personen mit vorheriger Berufserfahrung im Gesundheits- oder Sozialwesen. Bei der Auswahl werden sowohl die Abschlüsse als auch die im Berufsfeld erworbenen Kompetenzen berücksichtigt.
Wie lange dauert das Praktikum im Tessin und wie hoch ist die Vergütung?
Das Praktikum dauert 6 Monate und umfasst ein monatliches Stipendium von 1.200 CHF. Zudem ist ein Pauschalbetrag von 300 CHF pro Monat für Verpflegung und Unterkunft während des Aufenthalts im Tessin vorgesehen.
Muss ich Deutsch sprechen, um nach dem Praktikum im Tessin zu arbeiten?
Es handelt sich nicht um eine zwingende Voraussetzung, jedoch wird grundlegende Deutschkenntnisse dringend empfohlen, um in den Tessiner Gesundheitseinrichtungen zu arbeiten. Viele Einrichtungen akzeptieren Italienisch als Hauptkommunikationssprache, insbesondere in grenznahen Regionen.
Welche Tessiner Gesundheitseinrichtungen arbeiten mit dem Projekt Magell zusammen?
Zu den beteiligten Einrichtungen zählen das EOC (Ente Ospedaliero Cantonale), die wichtigsten Privatkliniken in Lugano und Bellinzona sowie einige Alters- und Pflegeheime (RSA) im gesamten Kanton.
Kann ich am Projekt Magell teilnehmen, wenn ich im Tessin lebe und in der Lombardei arbeite?
Das Projekt Magell richtet sich in erster Linie an Bewohner:innen der Lombardei, die im Tessin arbeiten möchten. Die Bewerbung steht jedoch allen offen, und die Eignung wird während des Auswahlgesprächs ohne Einschränkungen bezüglich des Wohnsitzes geprüft.