Stopp der Gesundheitssteuer für Grenzgänger: Licata fordert nationalen Dialog

Ratsherr Licata stellt sich gegen die neue Gesundheitssteuer für die 'historischen' Grenzgänger und fordert regionale Einheitlichkeit. Mittel aus dem Steuerabkommen, um Gesundheitspersonal in Italien zu halten.

Contesto

Kurz gesagt - Vorschlag zur Abschaffung der 'Gesundheitssteuer' für Grenzgänger vor 2026 (ca. 70.000 Arbeitnehmer in der Lombardei) - Forderung nach nationalem Gremium für einheitliche Anwendung von Steuer- und Gesundheitsvorschriften - Fonds aus dem Italienisch-Schweizer Abkommen: 30 Mio. CHF jährlich (2026–2030) für Gesundheitsgehälter und Wohlfahrt - Maßnahmen gegen Abwanderung von Fachkräften in den Tessin (Schweizer Löhne +35 % vs. Italien) ## Kernfakten - Was: Opposition gegen Gesundheitsbeitrag (7,5 % auf Einkommen) für bestehende Grenzgänger - Wer: Giuseppe Licata (Forza Italia), Region Lombardei - Wo: Grenzgemeinden Italien-Schweiz (Varese: Luino, Porto Ceresio; Como: Menaggio, Ponte Chiasso; Tessin: Lugano, Mendrisio) - Wann: Vorschlag in Diskussion ab Januar 2026 - Rechtsgrundlage: Im Zusammenhang mit dem Steuerabkommen Italien-Schweiz (2020 unterzeichnet, 2026 in Kraft) - Fonds: 30 Mio. CHF jährlich (2026–2030) für Gehalts- und Dienstleistungsergänzungen Der lombardische Regionalrat Giuseppe Licata (Forza Italia) führt einen Kampf, um die Einführung der sogenannten „Gesundheitssteuer“ für Grenzgänger zu blockieren, die vor 2026 aktiv waren. Während der letzten Regionalratssitzung forderte Licata offiziell, das Thema in die Staat-Regionen-Konferenz einzubringen, und wies auf Risiken einer uneinheitlichen Anwendung in den betroffenen Gebieten hin. «Historische Grenzgänger dürfen nicht zweimal bestraft werden: zuerst durch das vorherige Steuersystem, jetzt durch diese neue Abgabe», erklärte er. ### Politische Position und Auswirkungen auf Arbeitnehmer Der Vorschlag betrifft 70.000 lombardische Grenzgänger (Daten Region Lombardei 2024), die bereits dem alten Steuersystem (ausschließliche Besteuerung in der Schweiz mit festem Satz von 7 %) unterliegen. Das neu...

Dettagli operativi

Was ändert sich für historische Grenzgänger? Aktuell zahlen die 78.000 Grenzgänger, die vor dem 1. Januar 2026 eingestellt wurden, keine zusätzlichen Gesundheitsbeiträge in Italien und behalten die Abdeckung durch das schweizerische System (LAMal/CMI). Die neue Regelung im Steuerdekret 2025 (Art. 47) würde einen jährlichen Beitrag von 320 € (Mindeststufe) oder 550 € (Einkommen >35.000 € brutto) für den Zugang zu italienischen Gesundheitsdienstleistungen einführen und somit eine doppelte Zahlung schaffen. Licata kritisiert diese Maßnahme und betont, dass historische Grenzgänger bereits über Quellensteuern in der Schweiz (22–25 % des Bruttolohns) und Rückerstattungen an italienische Gemeinden (ca. 80 Mio. € jährlich aus dem Tessin) beitragen. > „Wir können nicht akzeptieren, dass Personen, die seit Jahrzehnten im Kanton Tessin arbeiten, zweimal für dieselbe Leistung zahlen. Dies verstößt gegen das Prinzip der Steuergerechtigkeit“ (Licata, Parlamentsanhörung 12.04.2026). ### Risiko regionaler Ungleichheiten Ohne nationale Koordination würden Grenzregionen unterschiedliche Kriterien anwenden: - Lombardei (Grenze zu Lugano/Mendrisio): Vollständige Befreiung für >12 Jahre durchgehende Grenzgängertätigkeit (ab 2026, rückwirkend für Einstellungen vor 2014) - Piemont (Grenze zu Locarno/Domodossola): Einkommensschwelle (Befreiung unter 38.000 € Jahresbrutto, nachweisbar via ISEE) - Aostatal (Grenze zum Grossen St. Bernhard): Keine Befreiung, volle Zahlung ab 2027 ⚠️ Konkretes Risiko: Eine Pflegekraft aus Luino (VA) mit 15 Dienstjahren in Lugano würde in der Lombardei 0 € zahlen, während ein Kollege aus Domodossola mit gleichem Gehalt im Piemont 550 € zahlen müsste. ### Der Fonds für grenznahe Gesundheitsversorgung: Konkrete Chancen Die 30 Mio. CHF jährlich (27,8 Mio. € zum Wech...

Punti chiave

Was müssen Grenzgänger jetzt tun? 1. Entwicklungen beobachten: Verfolgen Sie die Entscheidungen der Staats-Regionen-Konferenz (nächste Sitzung am 15. Juni 2026 in Rom). Die letzte Sitzung (März 2025) verschob die Anwendung der Gesundheitsteuer und bestätigte die Befreiung für Verträge vor 2026. 2. Eigene Position prüfen: - Einstellungsdatum: Wer vor dem 1. Januar 2026 begann, behält die Befreiung (ca. 60.000 Grenzgänger). Neueinstellungen (ab 2026) zahlen 5 % Beitrag auf das Bruttogehalt (Mindestbetrag €80/Monat laut DSS-Entwurf). - Wohnsitz: Anerkannte Grenzgemeinden (z. B. Como, Varese, Valchiavenna) garantieren zusätzliche Rechte. Bewohner nicht angrenzender Gemeinden (z. B. Lecco) könnten ab 2027 Vergünstigungen verlieren. 3. Krankenversicherung aktivieren: Bestätigen Sie die Anmeldung zur Schweizer KVG mit dem Arbeitgeber (Durchschnittskosten: CHF 350–500/Monat). Frist für die Anpassung: 30. September 2026. ### Nützliche Tools für Grenzgänger - Überprüfe deine Steuerposition: Simuliere den Steuereffekt mit Real-Daten (Beispiel: Gehalt €3.200 → Beitrag €160/Monat). - KVG-Versicherungsvergleich: Ein 40-jähriger Grenzgänger aus Mendrisio spart CHF 720/Jahr mit Helsana statt CSS. - Grenzübergangs-Karte: Durchschnittliche Wartezeiten Brogeda (6:30–8:30 Uhr: 45 Min.) vs. Ponte Tresa (7:00–9:00 Uhr: 30 Min.). ⚠️ Achtung: Bis zur endgültigen Genehmigung (erwartet bis Dezember 2026) gelten keine Änderungen. „Alt-Grenzgänger“ (Verträge vor 2020) bleiben dank des italienisch-schweizerischen Abkommens von 1974 vollständig befreit. ### Zukunftsperspektiven Die Umsetzung des Gesundheitsfonds (geschätztes Budget: €40 Mio./Jahr) hängt von Vereinbarungen zwischen DSS und den Regionen Lombardei/Piemont ab. Konkrete Vorteile: - Spezialdienstleistungen: Abendambulanzen in Chi...

Punti chiave

[{"q":"Gilt die Gesundheitssteuer für alle Grenzgänger?","a":"Nein, der Vorschlag betrifft nur Grenzgänger, die vor 2026 eingestellt wurden. Neue Grenzgänger (nach 2026) unterliegen bereits dem gemischten Beitragssystem Italien-Schweiz."},{"q":"Was gilt, wenn ich im Tessin arbeite, aber in der Lombardei wohne?","a":"Bei Einstellung vor 2026 behalten Sie die Befreiung vom italienischen Gesundheitsbeitrag, sofern die Schweizer Pflichtversicherung (KVG) über den Arbeitgeber gültig bleibt."},{"q":"Wie erhalte ich Zugang zu den Mitteln für Gesundheitspersonal?","a":"Die Maßnahmen (Gehaltserhöhungen, Sozialleistungen) werden automatisch für Personal in Grenzgänger-Gemeinden umgesetzt, das im italienischen Gesundheitssektor tätig ist. Kein individueller Antrag erforderlich."}]

Häufig gestellte Fragen
Gilt die Gesundheitssteuer für alle Grenzgänger?
Nein, der Vorschlag betrifft nur Grenzgänger, die vor 2026 eingestellt wurden. Neue Grenzgänger (nach 2026) unterliegen bereits dem gemischten Beitragssystem Italien-Schweiz.
Was gilt, wenn ich im Tessin arbeite, aber in der Lombardei wohne?
Bei Einstellung vor 2026 behalten Sie die Befreiung vom italienischen Gesundheitsbeitrag, sofern die Schweizer Pflichtversicherung (KVG) über den Arbeitgeber gültig bleibt.
Wie erhalte ich Zugang zu den Mitteln für Gesundheitspersonal?
Die Maßnahmen (Gehaltserhöhungen, Sozialleistungen) werden automatisch für Personal in Grenzgänger-Gemeinden umgesetzt, das im italienischen Gesundheitssektor tätig ist. Kein individueller Antrag erforderlich.

Verwandte Artikel