Pflegefachpersonen mit erweiterten Kompetenzen: Die neue Rolle im Tessiner Gesundheitswesen

Die vierte Ausgabe des Tages der Innovation und Pflegeforschung in Lugano richtete den Fokus auf die APN – eine Schlüsselfigur für die Modernisierung der Patientenversorgung vor Ort. Bereits 60 Fachkräfte wurden vor Ort dafür ausgebildet.

Contesto

Am Montag, 20. Mai 2024, beherbergte der Universitätscampus Lugano die vierte Ausgabe des Tages der Innovation und Pflegeforschung, organisiert gemeinsam von EOC und SUPSI. Die Veranstaltung, an der über 150 Fachleute aus dem Gesundheitswesen teilnahmen, stand im Zeichen der Advanced Practice Nurse (APN) – einer Rolle, die für die Bewältigung der gesundheitlichen Herausforderungen des Kantons immer strategischer wird. Laut Loris Bonetti, Verantwortlicher für Pflegeforschung beim EOC, lag das Ziel des Tages darin, «die Zusammenarbeit zwischen klinischer Praxis und Forschung sichtbar zu machen». «Es ist entscheidend, dass Probleme oder Bedürfnisse, die in der klinischen Praxis entstehen, zu Forschungsprojekten werden und dann wieder in die Praxis zurückfließen», erklärte er während seines Vortrags. Diese Synergie ermöglicht die Entwicklung konkreter Lösungen zur Verbesserung der Patientenversorgung – insbesondere vor dem Hintergrund einer alternden Bevölkerung und einer steigenden Zahl chronischer Erkrankungen. > 📊 Das Profil der APN: Kompetenzen und Verantwortlichkeiten Monica Bianchi, Verantwortliche für den Master of Science in Pflegewissenschaften an der SUPSI, erläuterte die Merkmale der APN: «Diese Fachkraft arbeitet direkt am Patientenbett, verfügt jedoch über eine vertiefte Ausbildung, die sie zur zentralen Ansprechperson für das Pflegeteam macht. Die APN trifft nicht nur ethische Entscheidungen für das Team, sondern bildet Kolleginnen und Kollegen weiter und recherchiert die besten wissenschaftlichen Erkenntnisse, um die Pflege zu optimieren.» Ihr Einsatz entspricht einer wachsenden Nachfrage nach spezialisierten Kompetenzen – besonders in einem Gebiet wie dem Tessin, wo die gesundheitliche Nachfrage das Angebot an qualifiziertem Personal oft übersteigt. Man...

Dettagli operativi

Die Einführung der Advanced Practice Nurses (APN) in das Tessiner Gesundheitswesen stellt für Grenzgänger und Patienten, die im Tessin wohnen, aber in der Lombardei arbeiten (oder umgekehrt), einen konkreten Wendepunkt dar. Diese neue Rolle kann die Zersplitterung der Versorgung zwischen den beiden Gesundheitssystemen verringern und eine effektivere Kontinuität der Betreuung gewährleisten. Doch welche praktischen Auswirkungen hat dies für diejenigen, die in dieser grenzüberschreitenden Realität leben? ## Auswirkungen auf Grenzgänger: weniger Wartezeiten, gezieltere Behandlungen Grenzgänger, die sich an das Tessiner Gesundheitssystem wenden, könnten von einer schnelleren und individuelleren Versorgung profitieren. «APN können direkt in die Behandlung chronischer Erkrankungen wie Diabetes oder Bluthochdruck eingreifen und so die Notwendigkeit von Facharztbesuchen reduzieren», erklärt ein Pflegefachmann mit einem Masterabschluss der SUPSI. Das bedeutet weniger Tage, die wegen Arztterminen verloren gehen – ein nicht zu unterschätzender Vorteil für Menschen, die täglich die Grenze überqueren. Darüber hinaus kann die APN als Brücke zwischen den italienischen und Schweizer Gesundheitssystemen fungieren. «Viele Grenzgänger haben Schwierigkeiten, sich in den beiden Systemen zurechtzufinden, insbesondere wegen bürokratischer oder sprachlicher Hürden», ergänzt ein Branchenexperte. Dank ihrer erweiterten Ausbildung können APN die unterschiedlichen Verfahren besser erklären und eine homogenere Betreuung sicherstellen. 📊 Wichtig: Die APN können in der Schweiz bestimmte Medikamente verschreiben – eine Möglichkeit, die den Druck auf Hausärzte verringert und Behandlungswege beschleunigt. ## Vergleich mit der Vergangenheit: vor und nach der APN Vor der Einführung der APN mussten...

Punti chiave

Für Grenzgänger und Gesundheitsfachpersonen, die sich zur diplomierten Pflegefachperson APN weiterbilden möchten, hat die SUPSI ein strukturiertes Ausbildungsprogramm ins Leben gerufen, das alle zwei Jahre angeboten wird. Hier sind die konkreten Schritte, um den Master of Science in Pflegewissenschaften zu absolvieren und die notwendigen Kompetenzen zu erwerben. ### Zulassungsvoraussetzungen für den Master Das seit 2018 angebotene Ausbildungsprogramm steht Pflegefachpersonen mit einem Bachelorabschluss oder einem gleichwertigen, in der Schweiz anerkannten Titel offen. «Ein spezifischer Studienabschluss ist nicht erforderlich, jedoch wird eine mindestens zweijährige Berufserfahrung vorausgesetzt», erklärt Monica Bianchi. Die Bewerbung muss fristgerecht – in der Regel bis Januar – über die offizielle SUPSI-Website eingereicht werden, um im September desselben Jahres mit dem Studium beginnen zu können. ### Studienaufbau: Was wird gelehrt? Der Master erstreckt sich über zwei Jahre und umfasst Präsenzveranstaltungen sowie praktische Einsätze in Einrichtungen des EOC. «Das Programm umfasst Module zu Führungskompetenzen in der Pflege, angewandter Forschung, Management chronischer Therapien und der Betreuung komplexer Patientensituationen», so Bianchi. Die Studierenden entwickeln zudem ein Forschungsprojekt, das anlässlich des Innovationstags präsentiert wird. ### Kosten und Finanzierungsmöglichkeiten Die Studiengebühren belaufen sich auf rund 4.500 Franken pro Jahr. Es gibt jedoch Stipendien und Vergünstigungen, insbesondere für EOC-Mitarbeitende. «Wir arbeiten mit der Direktion Gesundheit zusammen, um unseren Mitarbeitenden Rabatte anzubieten», erklärt ein Vertreter des EOC. Zudem bieten einige Gesundheitseinrichtungen in der Region Ausbildungsverträge an, die einen Tei...

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Häufig gestellte Fragen
Welche Voraussetzungen müssen erfüllt sein, um den Master of Advanced Studies (MAS) der SUPSI zu absolvieren?
Es wird ein Bachelorabschluss oder ein gleichwertiger, in der Schweiz anerkannter Abschluss in Pflege benötigt. Zudem sind mindestens zwei Jahre Berufserfahrung erforderlich. Die Bewerbung muss bis Januar eingereicht werden, damit das Studium im September beginnen kann.
Dürfen Pflegefachpersonen mit erweiterter Kompetenz (APN) in der Schweiz Medikamente verschreiben?
Ja, dieser Tätigkeitsbereich wurde auf nationaler Ebene geregelt, nachdem das Kanton Waadt 2018 ein entsprechendes Gesetz eingeführt hatte. APN im Tessin dürfen bestimmte Medikamente verschreiben, was den Druck auf Hausärzte verringert.
Wie hoch sind die Kosten für den Master und gibt es Ermäßigungen für Mitarbeitende des EOC?
Die jährlichen Studiengebühren betragen rund 4.500 Franken. Mitarbeitende des EOC können dank Kooperationen zwischen dem Spitalverband und der SUPSI auf Stipendien und Rabatte zurückgreifen. Einige Gesundheitseinrichtungen bieten zudem Ausbildungsverträge an.
Wie kann ein Grenzgänger APN werden und sowohl im Tessin als auch in der Lombardei arbeiten?
Nach dem Abschluss im Tessin muss die Anerkennung des Titels durch die lombardischen Gesundheitsbehörden geprüft werden. APN können in beiden Gesundheitssystemen tätig sein, sofern sie die jeweiligen lokalen Vorschriften einhalten.
Welche Berufsaussichten haben APN, die ihre Ausbildung im Tessin absolviert haben?
Die bereits 60 ausgebildeten Pflegefachpersonen mit erweiterter Kompetenz arbeiten in Spitälern, Pflegezentren und ambulanten Diensten. Die Berufschancen erstrecken sich vom öffentlichen bis zum privaten Sektor mit Möglichkeiten für eine Karriereentwicklung.

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