Gesundheit, Fontana und Fedriga: 'Das Krankenhaus-Zentrismus ist überwunden'

Die Präsidenten von Lombardei und Friaul-Julien, Attilio Fontana und Massimiliano Fedriga, diskutieren die Nachhaltigkeit des Gesundheitssystems in Varese.

Contesto

Der Präsident der Region Lombardei, Attilio Fontana, und sein Amtskollege aus Friaul-Julien, Massimiliano Fedriga, waren in Varese die Hauptredner der Generalversammlung der Gesundheitswirtschaft. Die Veranstaltung brachte die wichtigsten Akteure des Sektors zusammen, um die Nachhaltigkeit des Gesundheitssystems zu diskutieren. Die Frage der Gesundheit ist besonders wichtig in der Region Lombardei, die eine Grenze von über 100 km mit dem Kanton Tessin in der Schweiz teilt. Die freie Bewegung von Personen und Gütern zwischen den beiden Regionen hat zu einer stärkeren Integration der Gesundheitssysteme geführt, aber auch zu neuen Herausforderungen. 'Mehr Geld für die Gesundheit auszugeben, ist nicht die einzige Lösung für die Probleme. Wer dies sagt, zeigt, dass er die wirklichen Herausforderungen des Systems nicht kennt', sagte Fontana. Der Präsident der Region Lombardei betonte die Bedeutung einer Überprüfung des Modells der Gesundheitsversorgung, um den Krankenhaus-Zentrismus zu überwinden und auf Prävention und territoriale Versorgung zu setzen. Ein konkretes Beispiel dafür, wie dies funktionieren kann, ist das Telemedizin-Projekt, das zwischen der Region Lombardei und dem Kanton Tessin gestartet wurde. Das Projekt, das mit 2 Millionen Euro finanziert wurde, ermöglicht es Patienten, auf telemedizinische Beratungsdienste zuzugreifen, wodurch die Notwendigkeit von Reisen reduziert und die Qualität der Versorgung verbessert wird. Die Region Lombardei hat außerdem einen Investitionsplan von 10 Millionen Euro verabschiedet, um die öffentlichen und privaten Gesundheitseinrichtungen in der Region zu stärken. Der Plan sieht die Schaffung neuer Strukturen für territoriale Versorgung und die Verbesserung der digitalen Technologien für die Verwaltung von Gesundheitsdaten vor...

Dettagli operativi

Laut Fontana und Fedriga reicht es nicht aus, die Ressourcen zu erhöhen: Eine tiefgreifende Reform der organisatorischen Modelle und der medizinischen Verantwortung ist erforderlich. 'Der Krankenhaus-Zentrismus ist überwunden, jetzt müssen wir auf die territoriale Versorgung setzen', sagten sie. Dies bedeutet, dass die Aufmerksamkeit von den Krankenhauseinrichtungen auf die territorialen Dienste wie die primäre Versorgung und die intermediären Strukturen gerichtet werden muss. ## Die aktuelle Situation Im Tessin, wie in vielen anderen Regionen, ist das Gesundheitssystem traditionell auf die Krankenhäuser ausgerichtet. Dieses Vorgehen hat jedoch seine Grenzen gezeigt, mit langen Wartezeiten und einem Überdruck auf die Krankenhauseinrichtungen. Zum Beispiel hat das Universitätskrankenhaus Zürich im Jahr 2022 45% der Patienten, die im Krankenhaus behandelt wurden, als Patienten identifiziert, die auch in territorialen Strukturen behandelt werden könnten. ## Die Vorschläge von Fontana und Fedriga Fontana und Fedriga schlagen vor, die Aufmerksamkeit auf die territoriale Versorgung zu richten und die primäre Versorgung und die intermediären Strukturen zu stärken. Dies könnte die Schaffung von Polikliniken und Zentren für intermediäre Versorgung umfassen, wie zum Beispiel das Zentrum für intermediäre Versorgung in Mendrisio, das Rehabilitations- und Langzeitpflege anbietet. - Konkretes Beispiel: In Bellinzona hat die Gemeinde ein Projekt für die Schaffung eines territorialen Gesundheitszentrums gestartet, das ein Zentrum für primäre Versorgung und eine intermediäre Struktur für Rehabilitation umfassen wird. Das Projekt, das einen Umfang von 10 Millionen Franken hat, wird teilweise mit kantonalen Mitteln und teilweise mit privaten Mitteln finanziert. ## Die Vorteile Dieser...

Punti chiave

Das Gesundheitssystem der Zukunft muss auf Prävention und patientennaher Versorgung im Territorium ausgerichtet sein. Dies erfordert eine stärkere Integration zwischen Gesundheits- und Sozialdiensten sowie eine größere Aufmerksamkeit für die Aus- und Weiterbildung des Gesundheitspersonals. ## Territoriales Modell Die beiden Präsidenten, Fontana und Fedriga, betonten die Bedeutung einer Überwindung des sogenannten 'Krankenhaus-Zentrismus' und einer Konzentration auf ein effizienteres territoriales Modell. Zum Beispiel dient das Krankenhaus in Lugano einer Bevölkerung von etwa 200.000 Einwohnern, während das Krankenhaus in Bellinzona ein Gebiet von etwa 100.000 Einwohnern abdeckt. - Ein gut strukturiertes territoriales Modell könnte die Präsenz von Polikliniken und Gesundheitszentren in strategischen Gemeinden vorsehen, wie zum Beispiel: - Lugano, mit einem Gesundheitszentrum, das etwa 50.000 Einwohner bedient - Bellinzona, mit einer Poliklinik, die ein Gebiet von etwa 20.000 Einwohnern abdeckt - Locarno, mit einem Gesundheitszentrum, das etwa 30.000 Einwohner bedient ## Operative Checkliste Um dieses Ziel zu erreichen, kann eine operative Checkliste mit den folgenden Punkten erstellt werden: - Schaffung eines Netzwerks von Polikliniken und Gesundheitszentren auf dem gesamten Territorium - Implementierung eines informatischen Systems für die Terminverwaltung und die Verwaltung von Patienten Daten - Aus- und Weiterbildung des Gesundheitspersonals auf neue Technologien und Methoden ## Vergleich zwischen Szenarien ⚠️ Eine kürzlich durchgeführte Analyse hat gezeigt, dass die Schweiz bei Beibehaltung des aktuellen Modells bis 2025 ein Defizit von 3,5 Milliarden Franken im Gesundheitssektor aufweisen könnte. Im Gegensatz dazu könnte die Umsetzung eines effizienter...