Interkantonale Ressourcenausgleich: Kanton Tessin enttäuscht – Bern blockiert bis 2030
Der Bundesrat ändert die Verordnung zum interkantonalen Ressourcenausgleich bis 2030 nicht. Der Kanton Tessin hatte eine andere Gewichtung für die Grenzgänger gefordert, wurde aber damit abgewiesen.
Contesto
Bern wird die Interkantonale Finanzausgleichsverordnung frühestens bis 2030 nicht anpassen. Der Tessiner Staatsrat reagierte mit einer offiziellen Stellungnahme und bezeichnete den Entscheid als eine «klare Missachtung» der kantonalen Besonderheiten. Der Kanton werde weiterhin im Vergleich zum Rest der Schweiz benachteiligt, heisst es in der am Dienstag veröffentlichten Mitteilung. > «Diese Entscheidung zeigt eine klare Missachtung der Realität unseres Kantons, der weiterhin auf ungerechte Weise gegenüber dem Rest der Schweiz benachteiligt wird», steht in der Stellungnahme der Kantonsregierung. ### Die Tessiner Forderung: Mehr Gewicht für Grenzgänger Im Zentrum der Kontroverse stand die Gewichtung des Einkommens der Grenzgänger bei der Berechnung des Ressourcenpotenzials der Kantone. Der Kanton Tessin hatte eine Anpassung gefordert, um eine historische Ungerechtigkeit zu korrigieren: In Grenzregionen mit hohem Grenzgängeranteil und unterdurchschnittlichen Löhnen führt der aktuelle Mechanismus zu einer ungleichen Verteilung. «Die Tessiner Forderungen fügen sich in einen klar definierten historischen Kontext ein, der durch strukturelle Herausforderungen aufgrund der Grenzlage geprägt ist und durch mehrere wissenschaftliche Studien gestützt wird», schreibt der Staatsrat. Die vorgeschlagene Anpassung hätte es ermöglicht, die Besonderheiten der Grenzregionen im System fairer zu berücksichtigen. «Der vorgeschlagene Mechanismus hätte es dem System erlaubt, die Besonderheiten der Grenzregionen weniger ungerecht zu berücksichtigen», betont die Kantonsregierung. Der Vorschlag wurde auch von der Mehrheit der in die Konsultation einbezogenen Kantone unterstützt. ### Sofortige Reaktionen: Bern sagt Nein, Tessin bleibt hart Der Bundesrat bestätigte seinen unmissverständlichen E...
Dettagli operativi
Vorher vs. nachher: Was ändert sich für Grenzgänger:innen? Die Entscheidung aus Bern blockiert mindestens bis 2030 jede Anpassung des Ausgleichssystems, die den Besonderheiten der Grenzkantone Rechnung trägt. Für die Grenzgänger:innen, die im Tessin arbeiten, bedeutet die Nachricht zunächst keine direkten Änderungen im Lohnzettel. Allerdings droht sich die strukturelle Benachteiligung zu verschärfen, unter der der Kanton bereits heute leidet. 💡 Der Knackpunkt: Löhne und Beiträge Das Tessin argumentiert, dass der aktuelle Mechanismus Kantone mit einem hohen Anteil an Grenzgänger:innen benachteiligt – weil die Durchschnittslöhne unter dem nationalen Median liegen. Das wirkt sich auch auf die Sozialversicherungs- und Steuerbeiträge aus, die in die Berechnung des Finanzausgleichs einfliessen. Ohne Anpassung wird der Kanton weiterhin weniger Mittel erhalten als nötig, um die Kosten für öffentliche Dienstleistungen (Schulen, Gesundheit, Verkehr) zu decken, die durch die Präsenz von Arbeitnehmer:innen entstehen, die in Italien wohnen. ⚠️ Mögliche Szenarien: Was passiert, wenn das Tessin 2030 leer ausgeht? Bestätigt der Bund 2030 das aktuelle System, bleibt dem Kanton nur die Wahl zwischen zwei Optionen: - Steuern erhöhen, um die Dienstleistungen zu finanzieren – mit dem Risiko, dass weitere Einwohner:innen und Unternehmen an die italienische Grenze abwandern. - Dienstleistungen kürzen, was die Lebensqualität weiter belasten würde. Diese steht bereits heute unter Druck, nicht zuletzt wegen der hohen Lebenshaltungskosten und der demografischen Belastung. 📊 Vergleich mit anderen Grenzkantonen Das Tessin ist nicht der einzige Kanton, der Ungerechtigkeiten im Finanzausgleich beklagt. Auch Graubünden sieht sich 2026 mit sinkenden Bundesbeiträgen konfrontiert, während and...
Punti chiave
Schritt 1: Sich über die nächsten Entscheidungen des Staatsrats informieren Die Tessiner Regierung wird in den kommenden Wochen die Massnahmen bekannt geben, die sie zum Schutz der Interessen des Kantons ergreifen will. Um auf dem Laufenden zu bleiben, wird empfohlen: - Die offizielle Website des Tessiner Staatsrats zu konsultieren (www.ti.ch). - Den Newsletter des Kantons zu abonnieren oder den offiziellen Social-Media-Kanälen zu folgen (z. B. @TicinoCantonale auf Twitter/X). - An den öffentlichen Versammlungen teilzunehmen, die von den Gemeinden oder Tessiner Parteien organisiert werden. ### Schritt 2: Die eigene steuerliche Situation überprüfen Auch wenn die Entscheidung Berns die Lohnabrechnungen nicht sofort verändert, lohnt es sich, die eigene steuerliche Situation zu überprüfen, um mögliche Erhöhungen der lokalen Steuern vorwegzunehmen. So geht’s: 1. Das steuerpflichtige Einkommen mithilfe eines Steuerberaters mit Expertise in italo-schweizerischer Steuerrechtsprechung berechnen. 2. Die Steuersätze zwischen dem Tessin und Italien vergleichen, insbesondere wenn man in Como oder Varese arbeitet. Das Tessin erhebt Bundes-, Kantons- und Gemeindesteuern, während in Italien zusätzlich die IRPEF anfällt. 3. Ein Schweizer Bankkonto eröffnen, um von höheren Zinssätzen und einer effizienteren Vermögensverwaltung zu profitieren. ### Schritt 3: Lösungen für die Rente und Ersparnisse erkunden Angesichts der Unsicherheit bei der Finanzausgleichsregelung ist es ratsam, auf ergänzende Sparinstrumente zurückzugreifen: - Säule 3a: Freiwillige Einzahlungen in Schweizer Pensionskassen mit sofortigen steuerlichen Vorteilen. - Lebensversicherungen: Policen, die im Todesfall oder bei Invalidität ein Kapital garantieren. - Immobilieninvestitionen: Kauf eines Zweitwohnsitzes im Tessin,...
Punti chiave
{"q":"Entscheidung Berns ändert meine Steuern 2026 oder muss ich anders deklarieren?","a":"Nein, es gibt keine unmittelbaren Änderungen bei den Steuern. Die Entscheidung betrifft ausschliesslich den finanziellen Ausgleich zwischen den Kantonen, nicht die lokalen oder eidgenössischen Steuersätze. Die Steuererklärungen bleiben 2026 unverändert. Sollte der Kanton Tessin jedoch die Steuern erhöhen, um fehlende Bundesmittel auszugleichen, könnte sich dies zwischen 2027 und 2030 auf dich auswirken."},{"q":"Kann ich den Kampf des Tessins für den Finanzausgleich unterstützen? Wie?","a":"Ja. Du kannst Petitionen unterzeichnen, die von grenzüberschreitenden Vereinigungen oder Tessiner Parteien organisiert werden, deine Vertreter in den eidgenössischen Räten kontaktieren (findest du auf [www.parlamento.ch) und an öffentlichen Kundgebungen teilnehmen. Die Tessiner Regierung wird in den kommenden Wochen neue Initiativen starten: Bleibe auf dem Laufenden über die offiziellen Kanäle des Kantons (www.ti.ch)."},{"q":"Ich arbeite in Como, lebe aber im Tessin. Ändert sich meine steuerliche Situation?","a":"Deine steuerliche Situation hängt von deinem Doppelwohnsitz ab. In der Schweiz wird das weltweite Einkommen besteuert, aber du kannst Abzüge für in Italien getätigte Ausgaben geltend machen (z. B. Miete, Kinder). Konsultiere eine italo-schweizerische Steuerberatung, um deine Steuererklärung zu optimieren. Alternativ könnte die Eröffnung eines Bankkontos im Tessin sinnvoll sein, um Gehalt und Ersparnisse effizienter zu verwalten."},{"q":"Wenn der Kanton Tessin 2030 leer ausgeht, was droht mir als Grenzgänger?","a":"Es könnte zu höheren lokalen Steuern oder Kürzungen bei öffentlichen Dienstleistungen (Gesundheit, Bildung, Verkehr) kommen. Das könnte indirekte Mehrkosten für dich als Grenz...
Häufig gestellte Fragen
- Entscheidung Berns ändert meine Steuern 2026 oder muss ich anders deklarieren?
- Nein, es gibt keine unmittelbaren Änderungen bei den Steuern. Die Entscheidung betrifft ausschliesslich den finanziellen Ausgleich zwischen den Kantonen, nicht die lokalen oder eidgenössischen Steuersätze. Die Steuererklärungen bleiben 2026 unverändert. Sollte der Kanton Tessin jedoch die Steuern erhöhen, um fehlende Bundesmittel auszugleichen, könnte sich dies zwischen 2027 und 2030 auf dich auswirken.
- Kann ich den Kampf des Tessins für den Finanzausgleich unterstützen? Wie?
- Ja. Du kannst Petitionen unterzeichnen, die von grenzüberschreitenden Vereinigungen oder Tessiner Parteien organisiert werden, deine Vertreter in den eidgenössischen Räten kontaktieren (findest du auf [www.parlamento.ch](https://www.parlamento.ch)) und an öffentlichen Kundgebungen teilnehmen. Die Tessiner Regierung wird in den kommenden Wochen neue Initiativen starten: Bleibe auf dem Laufenden über die offiziellen Kanäle des Kantons ([www.ti.ch](https://www.ti.ch)).
- Ich arbeite in Como, lebe aber im Tessin. Ändert sich meine steuerliche Situation?
- Deine steuerliche Situation hängt von deinem Doppelwohnsitz ab. In der Schweiz wird das weltweite Einkommen besteuert, aber du kannst Abzüge für in Italien getätigte Ausgaben geltend machen (z. B. Miete, Kinder). Konsultiere eine italo-schweizerische Steuerberatung, um deine Steuererklärung zu optimieren. Alternativ könnte die Eröffnung eines Bankkontos im Tessin sinnvoll sein, um Gehalt und Ersparnisse effizienter zu verwalten.
- Wenn der Kanton Tessin 2030 leer ausgeht, was droht mir als Grenzgänger?
- Es könnte zu höheren lokalen Steuern oder Kürzungen bei öffentlichen Dienstleistungen (Gesundheit, Bildung, Verkehr) kommen. Das könnte indirekte Mehrkosten für dich als Grenzgänger bedeuten, etwa für die Bildung deiner Kinder oder den Zugang zu medizinischer Versorgung. Um die Auswirkungen abzumildern, erwäge Lösungen wie die 3a-Säule oder Immobilieninvestitionen im Tessin.
- Welche politischen Termine stehen zu diesem Thema als Nächstes an?
- Der nächste offizielle Termin ist das Treffen der Tessiner Delegation mit Karin Keller-Sutter, geplant für Juni 2026. Dort könnten neue Strategien besprochen werden. In der Zwischenzeit wird der Tessiner Staatsrat in den kommenden Wochen über die nächsten Schritte auf der offiziellen Website [www.ti.ch](https://www.ti.ch) informieren.