Abschaffung Kurse A B Tessin Mittelschule | Frontaliere Ticino
Abschaffung Kurse A B Tessin Mittelschule — kostenlose Tools und Expertenratgeber für Grenzgänger zwischen der Schweiz und Italien. Gehalt, Steuern, KVG-Krankenversicherung, Rente und Lebenshaltungskosten im Tessin vergleichen. Aktualisiert 2026.
Kontext
Der Kanton Tessin radikalisiert sein Mittelstufen-Schulsystem. Ab 2026 verschwinden die Kurse A und B in Deutsch und Mathematik; sie werden durch einen inklusiven Unterricht für alle Lernenden ersetzt. Der Entscheid fällt nach zweijährigen Erprobungen an sechs Mittelschulen: Ambrì, Acquarossa, Bellinzona 2, Massagno, Caslano und Chiasso. Die offizielle Präsentation der Resultate fand heute im Palazzo delle Orsoline in Bellinzona statt mit Marina Carobbio Guscetti (Direktorin des Departements Bildung, Kultur und Sport), Tiziana Zaninelli (Leiterin Sektion Mittelstufe) und Stefania Crameri von der Pädagogischen Hochschule Graubünden, die die Erprobung begleitet hat. Das neue Modell hebt die Trennung der Lernenden nach Leistungsniveau auf, lässt aber Unterschiede im Französischprogramm bestehen. Die Kurse A und B bleiben nur in diesem Fach erhalten, während Deutsch und Mathematik einen einheitlichen Lernweg für alle bieten, mit differenzierten Methoden innerhalb derselben Klasse. Lehrpersonen müssen ihre Methoden an unterschiedliche Niveaus anpassen und dabei die Klasse als Ganzes zusammenhalten. Die Entscheidung bedeutet eine kulturelle Revolution für das tessinerische Bildungssystem, das bisher Lernende stets nach Leistung getrennt hat. Laut präsentierten Daten zeigte die Erprobung positive Effekte bei Inklusion und Gesamtleistung, auch wenn keine konkreten Zahlen zum Leistungszuwachs genannt wurden. Tessiner und Grenzgängerfamilien müssen sich an ein neues Beurteilungssystem und flexiblere Lehrpläne gewöhnen. Die Änderungen betreffen rund 12 000 Mittelstufen-Schülerinnen und -Schüler im Kanton Tessin, einschliesslich der Kinder von Grenzgängern, die in Italien wohnen, aber in der Schweiz zur Schule gehen.
Operative Details
Der Übergang vom getrennten zum inklusiven System wird schrittweise erfolgen. Der Bundesrat hat bereits den Bericht für die allgemeine Einführung in allen Mittelschulen des Kantons vorbereitet, der in der nächsten parlamentarischen Periode diskutiert werden wird. Die vorgesehenen Zeiträume sind die folgenden: - Schuljahr 2026/2027: Einführung des neuen Systems in allen ersten Mittelschulen - Schuljahr 2027/2028: Ausweitung auf zweite Mittelschulen - Schuljahr 2028/2029: Vollständige Umsetzung in allen Klassen Für die Lehrer werden Fortbildungsveranstaltungen organisiert. Das DECS hat 120 Stunden Fortbildung für Lehrer vorgesehen, mit Schwerpunkt auf inklusiver Unterricht und differenzierten Methoden. Die Kosten für die Fortbildung werden auf etwa 2,5 Millionen Franken für das Dreijahreszeitraum 2026-2029 geschätzt. Das Bewertungssystem wird vollständig geändert. Anstelle von Zahlenwerten erhalten die Schüler beschreibende Bewertungen, die den erreichten Kompetenzbereich in jedem Bereich anzeigen. Die Familien erhalten Zugriff auf eine digitale Plattform, über die sie den Fortschritt ihres Kindes mit wöchentlichen Aktualisierungen verfolgen können. Bezüglich Französisch bleibt die Einteilung in Kurse A und B aktiv. Kurs A ist für Schüler mit einer soliden Grundlage in der Sprache, während Kurs B für Schüler mit einem Null- oder einem bedeutenden Defizit in der Sprache vorgesehen ist. Die Wahl zwischen den beiden Kursen erfolgt am Anfang des Schuljahres durch einen obligatorischen Sprachniveau-Test. Die Schulen müssen sich mit neuen Lehrmaterialien ausstatten. Der vorgesehene Budget für Lehrbücher und digitale Ressourcen beträgt 1,8 Millionen Franken für das erste Jahr, mit jährlichen Anpassungen von etwa 300.000 Franken. Kleine Gemeinden können zusätzliche Zuschüsse...
Wichtige Punkte
Für Grenzgänger-Familien gibt es praktische Aspekte zu beachten. Wenn Ihr Kind eine Mittelschule im Tessin besucht, sollten Sie sich auf diese Änderungen einstellen: 📋 Was sich für Sie ändert: 1. Informationsveranstaltungen: Die Schulen organisieren zwischen Mai und Juni 2026 Treffen, um das neue System zu erklären 2. Dokumentation: Sie erhalten eine Leitfaden in einfachem Italienisch mit den neuen Bewertungsmodalitäten 3. Plattform-Zugang: Sie erhalten Zugangsdaten, um den Fortschritt Ihres Kindes zu verfolgen 4. Sprachunterstützung: Wenn Sie Schwierigkeiten mit Italienisch haben, können Sie einen Dolmetscher für die Treffen anfordern 💡 Nützliche Tipps: - Nehmen Sie an Elternabenden teil: Der Dialog mit den Lehrkräften ist entscheidend, um zu verstehen, wie sich Ihr Kind anpasst - Überprüfen Sie regelmässig die digitale Plattform: Die Lehrkräfte aktualisieren wöchentlich, warten Sie nicht auf den Zeugnistag - Erstellen Sie eine WhatsApp-Gruppe mit anderen Eltern: Erfahrungen austauschen hilft zu verstehen, ob Schwierigkeiten individuell oder gemeinsam sind - Wenn Sie in der Schweiz arbeiten und Grenzgänger sind, informieren Sie Ihren Arbeitgeber: Es könnte Bewilligungen geben, um an Elternabenden während der Arbeitszeit teilzunehmen 🔄 Häufige Fragen: F: Mein Kind war im Mathematik-Kurs B, was passiert jetzt? A: Es kommt in eine gemeinsame Klasse, wo der Lehrer verschiedene Methoden für jeden Schüler verwendet. Es könnte einfachere Übungen erhalten oder spezielle Unterstützung während des Unterrichts. F: Es gibt keine Noten mehr, wie verstehe ich, ob es besser wird? A: Die Plattform zeigt den Verlauf mit farbigen Indikatoren (Grün=Kompetenz erreicht, Gelb=auf dem Weg, Rot=muss gefestigt werden). Sie können auch die erledigten Aufgaben und detaillierte Kommentare...
